1. Startseite
  2. Hanau

Hanau: Die wachsende Stadt will kräftig einstellen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Christian Dauber

Das Wachstum Hanaus – begründet auch durch die Entwicklung neuer Wohngebiete wie Pioneer-Park – erfordert laut Stadt die Einstellung neuen Personals.
Das Wachstum Hanaus erfordert laut Stadt die Einstellung neuen Personals. © AXEL HÄSLER

Hanau wächst dynamisch an: Um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, benötigt die Stadt Fachkräfte. Eine Kampagne soll diese jetzt nach Hanau bringen.

Hanau – Die Stadt Hanau* braucht viele neue Mitarbeiter. Mit einer Kampagne will sie in Kürze in der Region nach Fachkräften Ausschau halten. Gesucht werden Angestellte für nahezu alle Bereiche der Stadtverwaltung und auch die Eigenbetriebe. Mit einer „dynamisch wachsenden Stadt“ gehe ein „erhöhter qualitativer und quantitativer Arbeitsaufwand“ einher, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky laut einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Um die sich daraus ergebenden Herausforderungen zu bewältigen, müsse jetzt „neben der technischen auch die soziale Infrastruktur“ ausgebaut werden. Darüber hinaus sollen Prozesse in der Verwaltung optimiert werden. Was heißt das alles genau? Wir haben Fragen ans Rathaus gerichtet.

Um wie viele Stellen geht es, aufgeschlüsselt nach Bereichen?

Zu besetzen seien 90 vakante Stellen im Rathaus und den Eigenbetrieben. Dabei handele es sich um Stellen, die im Stellenplan bereits vorhanden, aber derzeit nicht besetzt seien, erläutert Magistratspressesprecherin Güzin Langner. Zusätzlich sollen darüber hinaus noch in diesem Jahr 30 weitere, neue Stellen in der Stadtverwaltung geschaffen werden. Der angemeldete Stellenbedarf in der Verwaltung – also vereinfacht gesagt: die Wünsche aus den jeweiligen Abteilungen – sei mit insgesamt 90 Stellen noch größer. Auch in den Eigenbetrieben sollen nicht nur bestehende Lücken geschlossen, sondern weiteres Personal eingestellt werden. Um wie viele Stellen es dort jeweils genau gehe, könne nicht exakt beziffert werden. Vor allem aber im Bereich Kindertagesstätten sei der Bedarf groß, so Langner.

Welche Fachkräfte werden gesucht?

Gesucht werden Fachkräfte und Mitarbeiter für alle Bereiche der Stadtverwaltung und Eigenbetriebe, angefangen bei der Objektbetreuung über Personal für den Finanzbereich und Jugendamt bis hin zu Mitarbeitern in der Ausländerbehörde, dem Stadtplanungsamt sowie der Bauaufsicht.„Wir suchen Menschen, die gemeinsam mit uns Hanaus Zukunft gestalten wollen und bereit sind, sich dafür zu engagieren“, so OB Kaminsky. Dabei gebe es kaum ein Berufsbild in der Verwaltung und den städtischen Eigenbetrieben, das ausgenommen wäre. Von innovativen Einsatzfeldern im Bereich der Digitalisierung über Sicherheit und Sauberkeit bis hin zu Bildung und Kultur sowie Grünflächen und Straßen reiche das Spektrum der angebotenen Stellen.
Es werde auch Teil der Einstellungsstrategie sein, dass sich Menschen bewerben sollen, die jenseits der klassischen Ausbildungsstandards über Qualifikationen verfügen, die eine lebendige moderne Verwaltung brauche. „Wir müssen Rekrutierung neu denken, wenn wir dem Fachkräftemangel auf Dauer erfolgreich entgegenwirken wollen“, so der OB.

Woher kommt der zusätzliche Bedarf?

Dazu führt OB Kaminsky aus: „Unsere Stadt ist auf Wachstumskurs. Die Bürgerschaft ist seit 2007 um rund 12 000 Menschen gewachsen.“ Konsolidierungs- und Sparzwänge der Vergangenheit hätten dazu geführt, dass der aktuelle Stellenplan der Verwaltung jedoch auf dem Niveau von 2007 stehen geblieben sei. Damals seien 1116 Stellen ausgewiesen gewesen, heute seien es 1114 Planstellen. Ein wichtiges Ziel sei gewesen, Steuererhöhungen für die Bürgerschaft zu vermeiden. Zusätzlich sei Corona ein für die Mitarbeiterschaft belastender Faktor, fügt Langner hinzu. Unter diesen Rahmenbedingungen hätten die Mitarbeiter Herausragendes geleistet. Modernisierung und Wachstum verlangten aber jetzt zwingend, mit zusätzlichem Personal auf die wachsenden Herausforderungen zu reagieren, so Langner.

Welche Summe muss die Stadt für die neuen Stellen aufwenden?

Das Personalbudget sei für 2022 um eine Million Euro erhöht worden. Insgesamt seien im Haushalt 53,3 Millionen Euro Personalkosten angesetzt. Zusätzliche Stellen bei den Eigenbetrieben seien darin jedoch nicht abgebildet, da diese separat wirtschaften. Es gehe bei genannter Summe nur um die Stellen in der Stadtverwaltung, erläutert Langner.

Wie werden die Stellen gegenfinanziert?

Die zusätzlichen Stellen würden im Gesamthaushalt gegenfinanziert, denn über alles betrachtet bleibe die Konsolidierungsnotwendigkeit bestehen. Teilweise finanzierten sich Stellen auch selbst beziehungsweise ermöglichten erst durch ihre Besetzung Einnahmen. Beispielsweise seien im Jahr 2008 noch Baugenehmigungsgebühren in Höhe von 1,6 Millionen Euro eingenommen worden, wohingegen in 2021 bereits 3,7 Millionen Euro eingenommen worden seien.

Sind für die geplanten Einstellungen noch Beschlüsse des Parlaments nötig?

Die neuen Stellen sind laut Langner Teil des Stellenplans, der wiederum Bestandteil des Haushaltsentwurfs 2022 ist. Der OB habe den Haupt- und Finanzausschuss in seiner vergangenen Sitzung in dieser Frage schon vorab informiert.

Wann soll die Kampagne starten?

Die Rekrutierungsoffensive soll Ende Januar, Anfang Februar starten.

Wie soll diese genau aussehen?

Es werde eine breitflächige Streuung der Ausschreibung über viele verschiedene Kanäle geben: Anzeigen in Tageszeitungen, Werbung über Social Media, Inserate in Fachmagazinen und Fachforen sowie im städtischen Karriereportal. Man werde sich „aktiv im Wettbewerb mit den anderen Kommunen positionieren“.

Welche Bereiche sind von der laut Mitteilung ebenfalls geplanten Modernisierung und Optimierung der Prozesse und Verwaltungsabläufe umfasst?

„Die Modernisierung ist ein stetiger Prozess und wird durch die Digitalisierung beschleunigt und umfasst die gesamte Verwaltung und wird derzeit intern priorisiert“, teilt Langner mit. Wie das konkret aussehen könne, sei im Bürgerservice nachzuvollziehen, der durch den Umzug neue Organisationsabläufe erhalten habe, gleichzeitig aber durch die Erweiterung um die Zulassungsstelle neu strukturiert worden sei.

Laut OB sollen auch „gezielte Organisationsuntersuchungen“ beginnen. Werden diese von externen Firmen durchgeführt?

Diese werden laut Magistratspressesprecherin Langner federführend durch eine interne Arbeitsgruppe aus Beschäftigten der Unternehmung Stadt durchgeführt. Diese könne punktuell externe Unterstützung erhalten. Es sei nicht beabsichtigt, flächendeckende Untersuchungen durch externe Kräfte vornehmen zu lassen.

(Christian Dauber)

Die Stadt Hanau steht vor großen Veränderungen, erst vor kurzem hat sich Oberbürgermeister Claus Kaminsky* für das „Smart City Konzept“ ausgesprochen.

*hanauer.de und op-online.de sind Teil von IPPEN.MEDIA

Auch interessant