Auf die Zwölf: Eine Kostprobe der kommenden Brüder-Grimm-Festspiele gab es mit zwei Auszügen aus „Schneeweißchen und Rosenrot“, hier zu sehen Kristina Willmaser als Rosenrot und Florian Rast als Prinz Tristan.
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Auf die Zwölf: Eine Kostprobe der kommenden Brüder-Grimm-Festspiele in Hanau gab es mit zwei Auszügen aus „Schneeweißchen und Rosenrot“, hier zu sehen Kristina Willmaser als Rosenrot und Florian Rast als Prinz Tristan.

Kultur wiederbeleben

Viele kleine Events: Stadt stellt Veranstaltungen für den „Sommer in Hanau“ vor

  • David Scheck
    VonDavid Scheck
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  • Yvonne Backhaus-Arnold
    Yvonne Backhaus-Arnold
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In Hanau hat die Corona-Pandemie tiefe Kratzer in Kultur und Wirtschaft hinterlassen. Jetzt will die Stadt beides wiederbeleben.

Hanau - Es wird wieder etwas los sein in der Stadt: Die Stadt Hanau startet ein umfangreiches Aktions- und Unterstützungsprogramm, mit dem das öffentliche Leben sowie die Kultur und die Wirtschaft wiederbelebt werden sollen. Und so lautet das Motto „Wir küssen das Leben wach“.

Passend zur Stadt der Brüder Grimm wählte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am Dienstag den Einstieg für die Vorstellung des Rahmenplans im Amphitheater: Er kenne kein Märchen, das nicht gut ausgegangen ist. Und tatsächlich: Das Risiko, das die Stadt zu Beginn des Jahres mit der Entscheidung einging, an den Brüder-Grimm-Festspielen festzuhalten, anstatt sie wie im Vorjahr abzusagen, scheint angesichts sinkender Inzidenzzahlen mit einem Happy End belohnt zu werden – Hanau könnte 2021 sein eigenes „Sommermärchen“ erleben.

Erst Anschlag, dann Pandemie: Hanau kaum wie eine andere Stadt getroffen

Hanau sei wie kaum eine andere Stadt in den zurückliegenden Monaten getroffen worden, erklärte der Oberbürgermeister mit Blick auf den Terroranschlag vom 19. Februar 2020 und die direkt darauffolgende Corona-Pandemie. „Gerade deshalb will Hanau auch wie kaum eine andere Stadt jetzt ein kräftiges Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht setzen“, so Kaminsky. Kurz und knapp heiße das: „Traurig ist zu Ende!“ Entsprechend euphorisch zeigten sich bei der Medienrunde, die von Dominik Kuhn von der PR-Agentur Ballcom moderiert wurde, neben Kaminsky auch Festspielintendant Frank-Lorenz Engel, Bernd Michel vom städtischen Veranstaltungsbüro, Dirk Eisermann von der Konzertagentur Shooter Promotions sowie Daniel Freimuth von der Hanau Marketing GmbH.

Alles, was geplant ist, läuft unter der Dachmarke „Sommer in Hanau“. Dahinter verbirgt sich ein Konzept mit mehreren Hundert Programmpunkten, mit dem das Leben in der Stadt wieder angekurbelt, sowie zahlreiche Bereiche wie Handel, Gastronomie, Kultur und Vereine unterstützt werden sollen.

Hanau: Keine Großveranstaltungen, aber viele kleine Events

Klar ist: Großveranstaltungen, und somit auch Konzerte mit Top-Bands und Musikern mit hoher Fan-Anziehungskraft lässt die Pandemie in diesem Jahr noch nicht zu. Dafür wird es aber zahlreiche Veranstaltungen in kleinerem Rahmen geben, in Summe über 500. Wichtigster Baustein werden dabei die Brüder-Grimm-Festspiele sein, die am 1. Juli starten.

Neben den rund 100 geplanten Aufführungen ist auch wieder die „Open Stage“ geplant, kündigte Intendant Engel an. Auch die begleitenden Workshops würde er gerne wieder anbieten, was allerdings abhängig von der Pandemie-Lage sein wird. Gemeinsam mit dem Gesundheitsamt des Main-Kinzig-Kreises plane man derzeit eine Erhöhung der bisher genehmigten Gästezahlen auf insgesamt 320 Besucher, berichtet OB Kaminsky. Zugang haben auch hier Geimpfte und Genesene sowie Besucher mit aktuellem negativem Test. Zu diesem Zweck wird wie berichtet vor dem Amphitheater ein Schnelltest-Zentrum eingerichtet.

„Hanau macht Musik“: Stadt finanziert einen Künstlerpool für Gastronomie und Vereine

Bereits jetzt im Juni startet das Programm „Hanau macht Musik“, mit dem sowohl Künstler der Region als auch Handel und Gastronomie unterstützt werden sollen. Die Stadt hat dazu einen sogenannten Künstlerpool finanziert, über den Gastronomen und Vereine kostenlos auf Musiker und Bands zugreifen können. Dazu können Interessierte sich an Carola Odenwäller vom städtischen Veranstaltungsbüro wenden unter Telefon 06181 6686092, per E-Mail an carola.odenwaeller. hanau.de. Bereits jetzt seien über 100 Künstler fest für diese Reihe gebucht, so Michel.

Die Bühne am Comoedienhaus wird übrigens nicht nur für den Kultursommer genutzt, sondern ist ab August auch Heimatstätte der Reihe „Back to live“, die von Shooter Promotions organisiert wird. Dort werden im August unter anderem Stefan Gwildis, Marvin Scondo oder Katherine Mehrling zu sehen und hören sein. Die Reihe „Back to live“ wird ebenso wie das städtische Programm „Hanau macht Musik“ mit Fördergeldern aus dem Landes-Programm „Ins Freie“ unterstützt.

Hanau: Konzert-Tickets für Amphitheater bleiben gültig

Wer Karten für den diesjährigen Konzert-Sommer im Amphitheater hat, muss sich in Geduld üben: Das Programm wird 2022 nachgeholt. Die Karten behalten ihre Gültigkeit, so Dirk Eisermann von Shooter Promotions auf Nachfrage unserer Zeitung. Wer nicht bis 2022 warten möchte, kann seine Tickets bei der Vorverkaufsstelle, wo sie erworben wurden, zurückgeben. (Yvonne Backhaus-Arnold und David Scheck)

Da im Main-Kinzig-Kreis ab Donnerstag (03.06.2021) die Corona-Regeln weiter gelockert werden, können sich Gastronomiebetreiber und Kulturschaffende auf mehr Freiheiten freuen.

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