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Testpflicht an Schulen entfällt am 2. Mai

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Von: Christian Dauber

Das morgendliche Testen im Klassenzimmer wird bald der Vergangenheit angehören. Archivfoto: DPA
Das morgendliche Testen im Klassenzimmer wird bald der Vergangenheit angehören. Archivfoto: DPA © -

Das Thema Corona ist nicht mehr so sehr in aller Munde. Maske muss nur noch an wenigen Orten getragen werden, negative Tests nur noch an sensiblen Orten wie Krankenhäusern und Pflegeheimen von Ungeimpften vorgezeigt werden. Das Leben läuft fast wieder normal, scheint es. Wie viele Tests werden im Main-Kinzig-Kreis eigentlich noch vorgenommen?

Region Hanau - Wie lange bleibt die Testpflicht an Schulen noch bestehen? Und wie läuft’s beim Impfen? Wir haben dem Landratsamt Fragen zum Thema Corona gestellt.

Wie viele Testzentren gibt es Stand jetzt im Main-Kinzig-Kreis noch?

Stand 20. April gibt es nach Auskunft von Pressesprecher Frank Walzer 119 Stellen, an denen Corona-Tests im Auftrag des Kreises vorgenommen werden. Diese Zahl habe sich im Laufe der vergangenen Monate kaum verändert. Zu Beginn des Jahres 2022 lag sie laut Walzer bei 123; auch in den letzten Monaten des Jahres 2021 bewegte sich diese Zahl stets um 120.

Wie viele Tests werden momentan insgesamt pro Tag im Schnitt vorgenommen? Wie hat sich die Testquote entwickelt?

Diese Fragen könne der Kreis nicht „kleinteilig beantworten“, so Walzer. Gemäß der Coronavirus-Testverordnung seien die Leistungserbringer verpflichtet, der zuständigen Stelle des öffentlichen Gesundheitsdienstes monatlich die Zahl der von ihnen erbrachten Testungen zu melden. Für die ersten drei Monate des Jahres 2022 waren dies laut Kreis 396 426 (Januar), 353 224 (Februar) und 324 794 (März). Die Test-Meldungen im Einzelnen würden wiederum von der Kassenärztlichen Vereinigung zentral erfasst. Lege man die Gesamtzahl der Positivbefunde aber der Gesamtzahl der Testungen zugrunde, habe sich die Positivquote seit Jahresanfang von 1,5 Prozent (Januar) über 3,2 auf 3,7 Prozent erhöht. „Die Steigerung dürfte zum Teil damit zu tun haben, dass zuletzt etwas weniger und dafür anlassbezogener getestet wurde, also wenn eine Person schon Erkältungssymptome verspürt hat, die auf Covid-19 hindeuten“, so Walzer. Die kostenlosen Bürgertests sollen nach momentanem Stand bis Ende Juni angeboten werden.

Wird in den Schulen nach den Osterferien noch getestet, mit Testheft & Co?

Das Hessische Kultusministerium habe entschieden, dass bis 29. April weitergetestet werde. Das Land schreibt dazu auf seiner Website: „Der Testrhythmus von drei verpflichtenden Testungen pro Woche für nicht geimpfte und nicht genesene Schülerinnen und Schüler sowie nicht geimpfte und nicht genesene Lehrkräfte bleibt zunächst bestehen. Bis Freitag, 29. April, werden die in der Schule erfolgten Testungen der Schülerinnen und Schüler weiter in das Testheft eingetragen. Das Testheft kann allerdings nur noch für die schulinterne Dokumentation genutzt werden und findet keine Anwendung mehr außerhalb.“ Darüber, wie es nach dem 29. April weitergehen soll, habe der Kreis bislang keine Informationen seitens des Landes erhalten.

Auf Nachfrage unserer Zeitung im Hessischen Kultusministerium klärt dessen Pressesprecher Philipp Bender auf: „Die Testpflicht wird zum 2. Mai aufgehoben. Ab dann erhalten die Kinder in der Schule zwei Tests zur freiwilligen Verwendung zu Hause. Das Testheft wird deshalb auch nicht fortgeführt.“

Wie aussagekräftig sind die aktuellen Corona-Zahlen aus Sicht des Kreises noch? Spiegeln sie die tatsächliche Lage wider?

„Die Zahlen und Werte zu Corona-Neuinfektionen können nie eins zu eins die tatsächliche Lage abbilden. Richtig ist, dass mit geringerer Testfrequenz auch ein höherer Anteil an unentdeckten Neuinfektionen einhergeht“, so Walzer. Von diesem höheren Anteil sei noch einmal mehr auszugehen, da mit der Omikron-Variante die Krankheitsverläufe milder seien und sich teilweise gar keine erkennbaren Symptome bildeten. Andererseits könnten – das zeigten die Erfahrungen der vergangenen beiden Pandemiejahre – auch saisonale Effekte dazu beitragen, dass sich das Infektionsgeschehen verringere, wie es seit Ende März zu beobachten gewesen sei. Zuletzt wiesen die Zahlen der labortechnisch erfassten Fälle laut Pressesprecher Walzer eher eine Seitwärtsbewegung auf.

Wie stellt sich die Situation in den Krankenhäusern der Region dar?

Die Gesamtzahl der Patienten mit Covid-19 liegt laut Walzer mit rund 80 bis 90 unverändert im hohen Bereich in den vier Kliniken im Kreisgebiet. „Verändert hat sich weniger die Gesamtzahl als die Schwere und die Diagnostik“, so der Pressesprecher. Die Zahl der intensivpflichtigen Patientenschaft und die Zahl der Menschen, die auf ein Beatmungsgerät angewiesen seien, bewege sich im einstelligen Bereich. „In den vergangenen Wochen ist Covid-19 immer häufiger im Krankenhaus festgestellt worden, wenn sich die Patientinnen und Patienten wegen eines ganz anderen Anliegens gemeldet hatten. Das ist ein weiterer Hinweis auf die durchschnittlich geringere Krankheitsschwere“, so der Kreis-Pressesprecher. Gleichwohl bedeuteten jeder Patient und jede Patientin mit Covid-19 die gleich hohen Schutz- und Isolationsstandards für die Häuser. „Insofern ist die Belastung der Klinik-Belegschaft durch Corona auch in dieser Phase der Pandemie noch sehr hoch, ganz unabhängig von der Virusvariante“, so Walzer.

Wie hoch ist die Impfquote im Kreis? Wie viele Impfungen erfolgen derzeit noch pro Tag?

Nach wie vor gibt es laut Kreis nur eine statistische Größe für die Impfquote in ganz Hessen und nicht ausdifferenziert nach Landkreisen oder Kommunen. In Hessen liegt die Quote der Geimpften mit abgeschlossener Impfserie bei rund 75 Prozent. Rund 57 Prozent der Bevölkerung sind geboostert. Für den Kreis sei von vergleichbaren Werten auszugehen. Die Nachfrage nach Impfungen sei im gesamten Kreisgebiet seit Mitte Dezember 2021 rückläufig. Dies habe den Verwaltungsstab des Kreises dazu bewogen, die stationären Impfangebote des Öffentlichen Gesundheitsdiensts wieder schrittweise zu reduzieren, so der Kreis. Aus zwischenzeitlich sieben Dein-Pflaster-Impfstellen seien wieder drei geworden: in Hanau (Kanaltorplatz), Gelnhausen (Am Ziegelturm 4) und Schlüchtern (Bahnhofstraße 6a). Die Zahl der Impfungen bewege sich an den drei Standorten zu den Öffnungstagen im zweistelligen Bereich, den größeren Anteil hätten dabei Booster-Impfungen.

Von Christian Dauber

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