Maritta und Thomas Hirschhäuser im Rodenbacher Wald auf der der Suche nach Chubby.
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Maritta und Thomas Hirschhäuser im Rodenbacher Wald auf der der Suche nach Chubby.

Gnadengarten

„Chubby ist in dem Wald“: Suche nach gestohlenem Riesenkaninchen bringt heiße Spur

  • VonJan Lucas Frenger
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  • Yvonne Backhaus-Arnold
    Yvonne Backhaus-Arnold
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In Hanau wird ein Kaninchen gestohlen. Nun haben Spaziergänger das Tier „deutlich“ erspäht. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen wächst.

Update vom Mittwoch, 12.01.2022, 16.13 Uhr: Das seit knapp zwei Wochen vermisste Riesenkaninchen Chubby aus dem Hanauer Gnadengarten „Hoppels und Wuzze“ in Kesselstadt ist erneut gesichtet worden. Gleich vier Personen haben das Langohr, das Ende Dezember von Unbekannten aus seinem Stall entwendet wurde, bei einer weiteren Suchaktion im Rodenbacher Wald am Mittwochmorgen (12.01.2022) entdeckt, berichtete Maritta Hirschhäuser, die den Gnadengarten zusammen mit ihrem Mann betreibt. Sie selbst habe den Hoppler „deutlich“ erspähen können und ist sich daher sicher: „Chubby ist in dem Wald.“

Das stark verängstigte Tier einzufangen, sei jedoch äußerst schwierig. Einen Antrag zum Aufstellen einer entsprechenden Falle habe das zuständige Forstamt abgelehnt, sagte Maritta Hirschhäuser. „Wir wissen jetzt aber immerhin, in welchem Bereich er sich aufhält und haben Hoffnung, ihn wiederzubekommen.“

Hanau: Riesenkaninchen gestohlen – Besitzer suchen verzweifelt nach Chubby

Erstmeldung vom Montag, 10.01.2022, 19.27 Uhr: Hanau/Rodenbach – An diesem Montagnachmittag ist einiges los auf den Waldwegen hinter dem Alten- und Pflegezentrum in Rodenbach. Im Dickicht tauchen immer wieder bunte Jacken auf. Maritta und Thomas Hirschhäuser sind auch hier. Die beiden Besitzer des Gnadengartens „Hoppels und Wuzze“ in Hanau hatten sich am Donnerstag bei unserer Zeitung gemeldet, weil Chubby aus seinem Stall gestohlen worden war.

In der Nacht vom 30. auf den 31. Dezember hatten Unbekannte das neun Kilogramm schwere Riesenkaninchen mitgenommen, dafür die Tür zum Stall aufgebrochen. Nach der Veröffentlichung meldeten sich Dutzende Menschen bei den Hirschhäusers, darunter auch eine Frau, die das Kaninchen am Sonntagnachmittag im Rodenbacher Wald gesehen haben will. Eine andere Spaziergängerin berichtete unabhängig davon ebenfalls von einer solchen Beobachtung.

Hanau: Suchaktion nach Kaninchen in Rodenbach organisiert

„Damit hätten wir nie gerechnet“, sagt Thomas Hirschhäuser, der den Gnadengarten in Kesselstadt seit 2006 gemeinsam mit seiner Frau betreibt. Direkt am Sonntagabend hat Maritta Hirschhäuser eine Suchaktion organisiert, mittlerweile hat das Thema weite Kreise gezogen. Am Montag um 7.30 Uhr haben sie und acht weitere Helfer sich zu einer ersten Suche getroffen, die aber gegen 11 Uhr erfolglos abgebrochen wurde. Nachmittags wurde Runde zwei eingeläutet. Viele Freunde des Gnadengartens beteiligten sich. Aus Großauheim, Bruchköbel, sogar aus Mühlheim kamen die Tierfreunde.

Die Überlebenschancen des Langohrs Chubby schwinden mit jedem Tag.

Gemeinsam durchkämmten sie das Areal im Rodenbacher Wald nahe der Hundeschule – dort wurde das Kaninchen laut der beiden Augenzeugen zuletzt gesehen. Dabei schlugen sich die Hirschhäusers auch abseits der befestigten Wege gemeinsam mit ihren fleißigen Helfern durch das Dickicht. Am Waldrand hefteten sie einige Flugblätter an Bäume, um die Aufmerksamkeit von Spaziergängern zu wecken.

„Wir hoffen, dass diese Aktion Früchte trägt, und wir so eventuell neue Hinweise bekommen“, sagt Thomas Hirschhäuser. Das Ehepaar weiß: Chubby läuft die Zeit davon. „Wenn wir ihn nicht bald finden, wird er sterben. Er könnte verhungern, erfrieren oder gerissen werden“, befürchtet Maritta Hirschhäuser.

Hanau: Überlebenschancen von Kaninchen schwinden schnell

Doch wie ist der knapp neun Kilogramm schwere Chubby überhaupt im Rodenbacher Wald gelandet? Die Betreiber des Gnadengartens vermuten, dass die Diebe schließlich merkten, dass ein Langohr dieser Größe kein Haustier ist. Oder dass sie wegen der Medienberichte kalte Füße bekamen . . .

Nach langer, erfolgloser Suche sahen sich die Tierfreunde gezwungen, die Aktion mit Anbruch der Dunkelheit abzubrechen. Chubby haben sie nicht gefunden, doch die Hoffnung lebt: „Wenn es die Zeit zulässt, werden wir weiter suchen“, versichern die Hirschhäusers. (Jan Lucas Frenger und Yvonne Backhaus-Arnold)

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