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Hanau: Projektgruppe investiert 50 Millionen Euro in drei Gebäude

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Von: Yvonne Backhaus-Arnold

Haben zum Baustellenrundgang geladen: Alfons Keck, Dr. Nadja Henkel und Michael Kuffler von der gleichnamigen Projektgruppe, aufgenommen im ehemaligen Kasino, entwickeln insgesamt drei Bestandsgebäude.
Haben zum Baustellenrundgang geladen: Alfons Keck, Dr. Nadja Henkel und Michael Kuffler von der gleichnamigen Projektgruppe, aufgenommen im ehemaligen Kasino, entwickeln insgesamt drei Bestandsgebäude. © Foto: Patrick scheiber

Hanau – Ein eisiger Wind weht über das Gelände. Die ersten Schneeflocken fallen. Im ehemaligen Kasino, einem großen Raum mit Rundbögen, wo bis zum Abzug der Amerikaner 2008 rund 6000 Essen täglich ausgegeben wurden, warten Dr. Nadja Henkel, Geschäftsführende Gesellschafterin Dr. Henkel Urban Projects GmbH und Projektentwicklerin für Gesundheitsimmobilien, Michael Kuffler, Geschäftsführer des Bauträgers Bamac GmbH, und Alfons Keck, Inhaber eines Ingenieurbüros für Projektentwicklung.

Kuffler, Henkel und Keck sind auch die Gesichter der gleichnamigen Projektgruppe, die auf dem ehemaligen Kasernengelände Pioneer Park zwei der unter Denkmalschutz stehenden sogenannten „Zehn Brüder“, nämlich „Bruder 1 und 2“, sowie das ehemalige Kasino erworben haben. Ein Zentrum für Gesundheit, Schönheit und Lifestyle soll hier entstehen, ein Drei-Sterne-Hotel sowie 40 Wohnungen im ehemaligen Kasino. „Wir wollen das neue Stadtviertel bereichern und zur Entwicklung dieses außergewöhnlichen Areals beitragen“, so Henkel, deren in Rödermark ansässiges Unternehmen Gesundheitsimmobilien wie Ärztehäuser entwickelt.

„Wir wollen uns mit dem Vorhaben langfristig in Hanau engagieren. Wir sind keine anonymen Investoren, sondern gekommen, um zu bleiben“, so der studierte Bauingenieur Kuffler.

Rund 50 Millionen Euro investiert die Projektgruppe in die Gebäude, die einen Teil der ehemaligen US-amerikanischen Kasernenanlage bilden. Die Häuser sind denkmalgeschützt, dürfen äußerlich somit nicht verändert werden. Geplant sei, so Keck, eine fachgerechte Sanierung. Die Dächer werden wieder mit Schiefer eingedeckt, Fenster und Fassadenstruktur so hergerichtet wie zur Bauzeit Ende der 1930er Jahre. „Von außen werden die Gebäude dann so aussehen wie damals.“

Noch schwer vorzustellen, dass hier, in „Bruder 1“, bald Wellness und Ärzte zuhause sein werden.
Noch schwer vorzustellen, dass hier, in „Bruder 1“, bald Wellness und Ärzte zuhause sein werden. © Foto: Patrick Scheiber

Im „Bruder 1“ entsteht mit dem Chariseum ein Zentrum für Gesundheit, Schönheit und Lifestyle auf fünf Etagen. Es soll die hausärztliche Versorgung der mehr als 5000 Bewohner des Pioneer Parks sicherstellen, aber auch Fachärzte, ein Optiker, ein Hörgeräteakustiker und eine Apotheke sollen hier einziehen, so Henkel.

Das alte Treppenhaus wird erhalten bleiben, aber um Aufzugsanlagen ergänzt. Die Eröffnung des Chariseums, dass auch einen großen Wellnessbereich mit Sauna, Massage und Hamam beherbergen soll, ist für Frühjahr 2023 geplant. Im benachbarten Hotel, das Kuffler+Henkel+Keck im „Bruder 2“ entstehen lassen, soll es 125 Zimmer geben. „Wir sind mit einem Hotelbetreiber in den finalen Verhandlungen und können hoffentlich bald Genaueres sagen“, erklärt Michael Kuffler.

An den Wänden haben sich die US-Soldaten verewigt bevor sie Hanau 2008 verlassen haben.
An den Wänden haben sich die US-Soldaten verewigt bevor sie Hanau 2008 verlassen haben. © Foto: Patrick Scheiber

Im dritten von der Projektgruppe erworbenen Gebäude, dem ehemaligen Kasino, entstehen rund 40 Mietwohnungen. „Wir setzen hier auf serviceorientiertes Wohnen“, erklärt Alfons Keck, Inhaber eines Ingenieurbüros mit Sitz in Rödermark. Hier sollen beispielsweise verschiedene Dienstleistungen wie ein Reinigungsservice, ein Brötchenlieferdienst sowie Betreuungsangebote oder die Versorgung der Wohnung in Urlaubszeiten angeboten werden.

Das Gelände wird aktuell für die Kampfmittelräumung vorbereitet, danach folgt die notwendige Schadstoffsanierung. Dann verschwinden auch die Bilder der US-Soldaten, die sie zum Abschied 2008 an den Wänden hinterlassen haben. (Von Yvonne Backhaus-Arnold)

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