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Hanauer Polizist trägt behinderten Jungen zehn Stockwerke hinauf

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In Hanau brauchen eine verzweifelte Mutter und ihr Sohn Hilfe. Die Polizei zögert nicht lange.

Hanau - Die Polizei hat ihrem althergebrachten Label als „Freund und Helfer“ am Samstagabend (30. Juli) in Hanau alle Ehre gemacht. Einer junger Beamter trug dort einen 13-Jährigen huckepack bis in den zehnten Stock eines Hochhauses, wie die Polizei Südosthessen am Montag (1. August) in einer Mitteilung schilderte.

Gegen 19 Uhr hatte sich die verzweifelte Mutter nicht anders zu helfen gewusst, als die Polizei anzurufen. Der Aufzug in dem Hochhaus im Stadtteil Kesselstadt war defekt, Unterstützung war nirgends zu bekommen. Die Frau und ihr behinderter Sohn hatten keine Chance, es in ihre Wohnung zu schaffen.

Hanau: Schweißtreibender Einsatz im Hochhaus

Der 13-Jährige ist auf einen Elektrorollstuhl angewiesen, der einzige Weg nach oben in den zehnten Stock führte aber über das Treppenhaus. Sofort eilten also zwei Hanauer Polizeibeamte los, um Mutter und Sohn aus ihrer Misere zu retten.

Der Streit um einen Fahrstuhl-Einbau in diesen Cottbusser Plattenbau wurde zu einem Fall für das oberste Gericht in Deutschland. Foto: Patrick Pleul
Hoch hinaus: Zehn Stockwerke hat in Hanau ein Polizist mit einem Kind auf dem Rücken überwunden. (Symbolbild) © Patrick Pleul

Während einer seinem Kollegen Waffe, Funkgerät und Schutzweste abnahm, erklomm der andere mit dem Jungen auf dem Rücken Stufe um Stufe des Hochhauses. Am Ende waren die Beamten verschwitzt, Mutter und Sohn glücklich – und auch der Rollstuhl hatte einen sicheren Platz im dritten Stock gefunden.

Dass Polizeiarbeit nicht immer nur Verbrecherjagd und Verkehrskontrolle heißen muss, zeigt auch ein Fall aus Frankfurt. Dort halfen engagierte Polizisten einer ukrainischen Mutter für ihr Kind eine Babyschale zu besorgen. Ihre Hilfsbereitschaft löste online wahre Begeisterungsstürme aus. (red/ag)

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