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Stechmücken sind jeden Sommer eine Qual. Die Stadt Hanau hat den Mücken jetzt den Kampf angesagt - auch während der Corona-Krise.

Wegen Corona verteilt Stadt keine Tabletten

Hanau sagt Stechmücken den Kampf an - Maßnahmen wegen Corona-Krise angepasst

Trotz der Corona-Krise hat die Stadt Hanau erste Maßnahmen zur Bekämpfung von Stechmücken eingeleitet. Aufgrund der derzeitigen Lage sind diese jedoch nur eingeschränkt möglich.

 „Auch in der jetzigen Corona-Notlage sorgt die Stadt Hanau dafür, die beginnende Brutentwicklung bei den Stechmücken zu kontrollieren“, erklärt Stadtrat Thomas Morlock laut einer Mitteilung. Das gelte für mehrere Orte mit stehendem Wasser und insbesondere für Feuchtwiesen, Waldtümpel und gut mit Wasser gefüllte Gräben in der Nähe von Golf-, Tennis- und Hockeyplatzlatz in Wilhelmsbad bis hinaus nach Mittelbuchen – ein in der Vergangenheit mit am stärksten betroffenem Gebiet.

Kein Sprüheinsatz: Feuerwehr ist in der Corona-Krise gefordert

Die städtische Naturschutzbehörde nimmt nach den starken Regenfällen der vorigen Wochen derzeit regelmäßig Wasser-Schöpfproben. „Unsere Feuerwehrleute sind durch die Corona-Krise derzeit in Dauerbereitschaft und können zusätzlich keinen Sprüheinsatz wie in der Vergangenheit übernehmen“, so Morlock weiter. Auch der Außendienst der Naturschutzbehörde werde derzeit eingeschränkt.

Umso wichtiger sei die Vorbeugung durch Bürger in ihrem privaten Umfeld. Tabletten mit dem biologischen Wirkstoff Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) gebe es in Bau- und Gartenmärkten zu kaufen. Leider könne die Stadt Hanau nicht wie in den vergangenen Jahren solche Pellets mit Mücken-Bekämpfungsstoff ausgeben, weil der Rathaus-Stadtladen bedingt durch Corona geschlossen sei.

Sportclubs reagieren mit Eigeninitiative

Morlock lobt in diesem Zusammenhang die Eigeninitiative der Sportclubs in Wilhelmsbad. Auf dem Golfplatz werde Bti eingesetzt. Der Tennis- und Hockeyclub habe zusätzlich auf seinem Vereinsgelände jeweils 25 Nistkästen für Fledermäuse und Singvögel an Bäumen aufgehängt, um die natürlichen Fressfeinde der Stechmücken dort vermehrt anzusiedeln.

Der feuchte Winter habe einerseits die Situation für Bäume verbessern helfen, indem sich der Wasserspeicher des Waldbodens aufgefüllt habe. Die Kehrseite davon sei, dass stehende Gewässer wie in den Feuchtwiesen nördlich der Maintaler Straße in diesem Jahr wahrscheinlich sehr früh Mückenbrutplätze darstellen. Daher gelte es hier „rechtzeitig einzugreifen, um eine Stechmückenplage möglichst zu vermeiden, erst recht, wenn ein warmer Frühling bevorstehende sollte“, so der Stadtrat.

Private Maßnahmen: Unnötige Wasserbehälter beseitigen

Um schon jetzt das massenhafte Vermehren von Steckmücken im Wohn- und Gartenbereich zu unterbinden, rät Morlock: „Unterbrechen Sie den Mückenkreislauf!“ Dazu gehöre, alle unnötigen Wasserbehälter zu beseitigen und solche wie zum Beispiel Regenfässer abzudecken, damit die Stechmücken ihre Eigelege nicht auf die Wasseroberfläche legen können.

Vogeltränken und Blumenuntersetzer sollten etwa alle zehn Tage regelmäßig geleert werden. Ab und an helfe ein einziger Tropfen Spülmittel, der dazu beitrage, dass in der Regentonne die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt wird, so dass die Mückenlarven untergehen, die unter der Oberfläche sitzen. Ein weiterer Rat: Gartenteiche sollten mit Fischen besetzt sein. Diese vertilgen die Mückenbrut am besten.

Bekämpfungsmittel muss gefressen werden

Zusätzlich hilft Bti: Das Präparat ist in üblicher Dosierung nach derzeitiger Kenntnis nicht giftig für Fische. Die Bti-Tabs enthalten ein Protein eines Bakteriums (Bacillus thuringensis israelensis). Das Protein ist ein Fraßgift und wirkt nur, wenn die Mückenlarven das Mittel im Wasser fressen. Ein Versprühen in der Luft, Auftragen auf die Haut oder sogar selbst einnehmen hilft nicht, sondern kann sogar gesundheitsschädigend sein. 

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