Knapp 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren Hanau und Maintal, des THW Ortsverbands Erlensee, des DLRG und der Wasserschutzpolizei waren an der Bergungsaktion beteiligt.
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Knapp 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren Hanau und Maintal, des THW Ortsverbands Erlensee, des DLRG und der Wasserschutzpolizei waren an der Bergungsaktion beteiligt.

Grund des Absinkens bleibt unklar

Drama um versunkenen Bootsverleih: Bergungsaktion erfolglos abgebrochen

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
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Die Einsatzkräfte versuchten alles, um den gesunkenen Bootsverleih an der Kinzig in Hanau. zu bergen. Ohne Erfolg.

Hanau- Knapp 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren Hanau und Maintal, des Technischen Hilfswerks Erlensee, der DLRG und der Wasserschutzpolizei waren am Dienstag im Einsatz, um den versunkenen Anleger eines Bootsverleihs an der Kinzigmündung (nahe Philippsruher Allee) zu bergen.

Darunter waren auch zwei Taucher, die im etwa fünf Grad kalten Wasser bis in die Abendstunden nach der Schadensursache suchten. Diese war ausschlaggebend für das weitere Vorgehen. Die Feuerwehr Hanau hatte vermutet, dass die Schwimmkörper, die das Gewicht der Plattform getragen hatten, mit Wasser vollgelaufen sind und die Plattform deshalb unterging. Nachdem die Einsatzkräfte versucht hatten, den Anleger mittels Schwimmkörpern an die Oberfläche zu bringen und zu stabilisieren, mussten sie gegen 17 Uhr einen Kran hinzuziehen. Nach elf Stunden musste die Aktion jedoch erfolglos abgebrochen werden.

Wann und aus welcher Ursache der zehn Meter lange Anleger versunken ist, war jedoch auch am Dienstagabend noch unklar. „Ich denke, das wird morgen bei Tageslicht begutachtet“, sagte der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Hanau, Markus Doose, auf Nachfrage. Danach richte sich auch, ob die Wasserschutzpolizei etwaige Ermittlungen wegen Vandalismus aufnehmen wird. „Momentan können wir nichts ausschließen“, sagte Torsten Riffler, der seit 2008 den Bootsverleih an der Kinzigmündung betreibt. „Eine Spaziergängerin hat mir gestern eine E-Mail geschrieben, dass unser Bootsverleih etwas tiefer liegt.“

Daraufhin habe er sich am Montag selbst vor Ort ein Bild von der Lage gemacht und umgehend das Wasser- und Schifffahrtsamt verständigt. Noch am selben Tag trafen sich die Einsatzkräfte der Feuerwehren Hanau und Maintal mit dem THW zu einem Vorgespräch zu den Bergungsarbeiten. Die Boote hatten Riffler und seine Mitarbeiter bereits zum Saisonende aus dem Wasser geholt. Lediglich drei Kanus waren noch am Anleger befestigt und mit Ketten gesichert.

Mit einer Kamera am Kopf dokumentiert der Taucher direkt die Schäden, die er unter Wasser vorfindet.

Gefahr für die Schifffahrt sollte gebannt werden

Riffler verfolgte den ganzen Tag über vom Flussufer aus angespannt den Verlauf der Bergungsarbeiten. Den entstandenen Schaden schätzt der Betreiber des Bootsverleihs nach aktuellem Stand auf etwa 30 000 Euro. Dennoch betonte er: „Wir werden natürlich alles tun, damit wir im April wieder aufmachen können.“

Obwohl die Strömung in Main und Kinzig zu Beginn der Woche relativ schwach war, strebten die Einsatzkräfte eine zeitnahe Bergung des Anlegers an. Denn es galt zu verhindern, dass Sicherungsseile reißen und einzelne Teile über den Main wegtreiben. „Wir mussten sicherstellen, dass keine Gefahr für die Schifffahrt ausgeht“, betont Doose die Dringlichkeit der Bergungsarbeiten.

Suche nach Schadensursache gestaltete sich als schwierig

Die Suche nach der Schadensursache gestaltete sich allerdings als äußerst schwierig. „Bei der Bergung eines Autos wissen wir genau, wie wir das angehen müssen, das läuft immer ähnlich ab. Bei dem Anleger eines Bootsverleihs, der zwischen drei und fünf Tonnen wiegt und durch das Gewicht des Wasser noch schwerer wird, müssen wir uns die Lage erst einmal genau anschauen“, erklärte ein Wasserschutzpolizist vor Ort. Bei einem Riss am Schwimmkörper planten die Einsatzkräfte, das Wasser herauszupumpen und dem Steg damit wieder Auftrieb zu verleihen.

Da bei einem ersten Tauchgang am Vormittag jedoch nicht ersichtlich wurde, wo und wie stark die drei Schwimmkörper des Anlegers jeweils beschädigt waren, versuchten die Einsatzkräfte, vier mit Luft gefüllte Hebekissen am Anleger zu befestigen. Damit sollte der Bootssteg wieder an die Wasseroberfläche gehoben und stabilisiert werden, damit die Taucher auch die zuvor am Kinziggrund liegenden Schwimmkörper begutachten konnten.

Erst als abends ein Kran hinzugezogen wurde, konnte der Bootsanleger mit einer Behelfskonstruktion gesichert werden.

Mit einer Behelfskonstruktion konnte der Anleger gesichert werden

Mit einer an ihrem Kopf befestigten Kamera und Beleuchtung dokumentierten die Taucher alles, was sie unter Wasser vorfinden konnten. Die Helfer des DLRG sicherten den Fluss von einem Boot aus ab, um sicherzustellen, dass bei den Hebeversuchen keine Teile des Bootsanlegers wegtreiben. Als dieser schließlich am Kran hing, leerten sich die Pontons, sodass der Anleger mit einer Behelfskonstruktion vorerst gesichert werden konnte.

Gegen 21 Uhr musste der Einsatz jedoch erfolglos abgebrochen werden, da die Pontons für den hinzugezogenen Kran zu schwer waren. „Bei Dunkelheit, Kälte und Schneeregen mussten wir nach elf Stunden feststellen, dass wir mit unseren Mitteln nicht mehr weiterkommen“, so Doose. Nun sei es Aufgabe des Eigentümers, selbst die Anlegestelle, gegebenenfalls mithilfe eines Schiffskrans, wieder an die Wasseroberfläche zu holen.

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