Große Bühne im Forum Hanau: Susanne El Ghoul (links) hat das Projekt betreut. Sie und die Schüler freuen sich, dass die Werke nun öffentlich ausgestellt werden.  Foto: Ulrike Pongratz

Hanau

Hanau im Hundertwasser-Stil - Ausstellung an der WGS

​Hanau. Claus Kaminsky und Beate Funck zeigten sich begeistert über die Projektarbeit an der Wilhelm-Geibel-Schule. „Mensch, so tolle Farben!“, „Ist ja klasse“ oder „Kann man alles gut erkennen“, lauteten die Kommentare.

Von Ulrike Pongratz

Nicht nur Eltern und Großeltern, auch der Oberbürgermeister und die Stadtverordnetenvorsteherin waren von den 44 Arbeiten der Erst- und Zweitklässler überaus angetan. Die beiden Vertreter des Hanauer Magistrats haben am Mittwochnachmittag gemeinsam mit Projektleiterin Susanne El Ghoul die Ausstellung „Hanau ganz bunt – eine Stadt versinkt in Hundertwasser“ in der Stadtbibliothek im Kulturforum offiziell eröffnet.

Die Gemälde – alle Acryl auf Leinwand – sind im Rahmen der Projektwoche an der Kesselstädter Grundschule entstanden. Susanne El Ghoul, deren Zwillinge Rayen und Yasmin die erste Klasse besuchen, hat im Rahmen der Projekttage das Kunstprojekt angeboten. „Die Eltern wurden von der Schule angefragt und meine Kinder haben mich davon überzeugt, ein Projektangebot zu machen. Malen und Zeichnen ist mein Hobby, und ich wollte unbedingt einen Bezug zu Hanau herstellen. Auf Hundertwasser als Vorbild kam ich, weil er den Kindern sehr viel Freiheit beim Ausleben ihrer Kreativität lässt.“

Glückwünsche vom Oberbürgermeister

Maximal 15 Kinder konnte die engagierte Mutter pro Tag und Kurs betreuen, sodass an drei Projekttagen insgesamt 44 farbenfrohe Bilder mit markanten Hanauer Motiven entstanden sind. Zu den Sehenswürdigkeiten, Gebäuden und Plätzen im Stil Friedensreich Hundertwassers gehören zum Beispiel viele Kirchengebäude, der Freiheitsplatz und das Karussell im Park Wilhelmsbad, die Orangerie oder der Brunnen in Philippsruhe, die Stadthalle oder das alte Wasserwerk in Hanau.

Kaminsky sprach in seiner Eröffnungsrede den Kindern seinen Glückwunsch zur gelungenen Projektarbeit aus und dankte Leiterin Susanne El Ghoul für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Neben der assoziativen und kreativen Auseinandersetzung mit herausragender Hanauer Architektur und deren farbenfroher, fröhlicher Umsetzung war für den OB vor allem ein Aspekt von Bedeutung: das Kennenlernen und Erkennen der einzigartigen Wahrzeichen der Stadt.

Erst- und Zweitklässler lernten die Sehenswürdigkeiten kennen

„In jeder Stadt gibt es viele Dinge und Gebäude, die gibt es nur dort. Sie sind einzigartig. Wenn ich in den Ferien unterwegs war, und dann wieder die Turmhaube der alten Johanneskirche sehe, weiß ich, ich bin wieder hier in Hanau.“ Auch dem Architekten Friedensreich Hundertwasser sei es ein großes Anliegen gewesen, mit seinen Bauwerken die Welt bunter, heller, freundlicher und vor allem auch unterscheidbar zu machen, so Kaminsky.

Die Schüler der ersten und zweiten Klassen haben die Sehenswürdigkeiten Hanaus kennengelernt, vor allem hat ihnen das Projekt großen Spaß gemacht. Antonia und Alena aus der Klasse 2b, deren Lieblingsfach Zeichnen ist, haben sich mit Begeisterung von den Werken Hundertwassers anregen lassen. „Wir hatten ein Foto von unserem Motiv, das wurde zunächst mit Bleistift auf die Leinwand übertragen.“ Auch Klassenkameradin Livia nennt Malen und Zeichnen ihr Hobby. Ihr Bild von der Friedenskirche habe lange gedauert, sagte die Zweitklässlerin. Sie sei nicht in die Pause gegangen, wollte die Pinselstriche noch verbessern und vor allem Glitzer auftragen.

Spender unterstützten das Projekt

Kaminsky sprach den Kindern für die so farbenfroh dargestellten Wahrzeichen und Orientierungspunkte der Stadt ein ganz großes Lob aus. Angesichts des „Grimm-Denkmal“ vor dem Neustädter Rathaus nahm sich der Oberbürgermeister noch extra Zeit für eine kleine Geschichte. Kaminsky und Beate Funck sagten Susanne El Ghoul weiterhin ihre Unterstützung zu, sei es, bei Projektkosten, sei es für weitere Aktionen. Geplant ist unter anderem, die Kunstwerke der Kinder zu versteigern; ob dies auf dem Bürgerfest unter Umständen möglich wäre, wird geprüft. Die große Nachfrage und positive Resonanz habe sie ermutigt, so Susanne El Ghoul, sie wolle gerne wieder ein Projekt anbieten, wieder mit Bezug zu Hanau, ihrer Wahlheimat seit zehn Jahren.

Das Projekt mit Spenden unterstützt haben Bauhaus Hanau, Sparkasse Hanau und Honda Deutschland. Der Erlös aus der Versteigerung kommt dem Förderverein der Schule zugute – und soll auch zur Finanzierung der nächsten Projektwoche dienen.

AusstellungDie Ausstellung der Wilhelm-Geibel-Grundschule „Hanau ganz bunt – eine Stadt versinkt in Hundertwasser“ ist in der Stadtbibliothek im Kulturforum Hanau noch bis 23. Juli zu sehen.

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