1. Startseite
  2. Hanau

So laufen die Corona-Tests in Hanauer Kindergärten ab

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kerstin Biehl

Die vierjährige Damira weiß, wie es geht – den Mund ganz weit aufmachen und von Erzieherin Iris Doliwa die Spucke einfangen lassen. Freundin Ilayda (links) ist auch gleich an der Reihe.
Die vierjährige Damira weiß, wie es geht – den Mund ganz weit aufmachen und von Erzieherin Iris Doliwa die Spucke einfangen lassen. Freundin Ilayda (links) ist auch gleich an der Reihe. © Kerstin Biehl

„Na, kommt nur rein, ihr beiden. Ihr wisst, was jetzt passiert? Jetzt kommt wieder das Spuckemonster.“ Erzieherin Iris Doliwa nimmt ihre Schützlinge gut gelaunt in Empfang. Ab 9 Uhr ist die Froschgruppe dran. Spielerisch werden die Kita-Kids auf den morgendlichen Corona-Test vorbereitet. Damira ist als Erste an der Reihe. Den Mund – das weiß sie – muss sie jetzt ganz weit aufmachen.

Hanau - „Damit genug Spucke rauskommt.“ Die Vierjährige hat Routine in Sachen Corona-Testung. Immerhin werden sie und ihre Kita-Freunde dreimal wöchentlich vom Spuckemonster besucht.

In allen städtischen Kindertagesstätten werden auf freiwilliger Basis und mit Einverständnis der Eltern seit Ende November für die Kinder Wangentests angeboten. Dabei wird mithilfe eines Wattestäbchens Speichel aus dem Mundraum aufgenommen. Je nach Kita haben laut Astrid Weiermann, die den Eigenbetrieb Kindertagesbetreuung bei der Stadt Hanau leitet, zwischen 60 und 100 Prozent der Eltern dazu ihr Einverständnis gegeben. Die Tests werden zu je 50 Prozent vom Land Hessen und der Stadt Hanau finanziert.

Zum Glück kein zweiter Strich

Für die Umsetzung der Testung wurden ausgewählte Fachkräfte, so wie die Erzieherin und stellvertretende Einrichtungsleiterin der Kita Brüder Grimm, Iris Doliwa, geschult. Die Schulungen wurden von der Stadt finanziert.

„Wir machen erst die eine Seite, dann die andere. Ganz prima machst du das. Und jetzt fangen wir noch die Spucke unter der Zunge ein.“ Iris Doliwa geht ganz behutsam mit den Kindern um. Lässt sie zuschauen, wie die Flüssigkeit auf den Teststreifen geträufelt wird. Wie dieser sich vollsaugt und schließlich der erste Strich zum Vorschein kommt. Ein Zweiter erscheint nicht. Alles gut. Für Damira geht es zurück in die Gruppe.

140 Kinder müssen ran

„Die Belastung für die Kinder ist als gering einzustufen. Kinder, die trotz Einwilligung nicht getestet werden möchten, werden selbstverständlich nicht getestet. Die Kinder sind, so die Rückmeldungen aus verschiedenen Einrichtungen, sehr kooperativ und freuen sich, einen Stempel in ihr ‘Testheft’ (einheitliche Dokumentationsvorlage für alle Einrichtungen) zu erhalten“, so Kita-Eigenbetriebschefin Weiermann.

Die Durchführbarkeit in den Einrichtungen bezeichnet sie als ist „erstaunlich unaufwendig“, da die Testungen in die Tagesabläufe gut integriert sind. Das kann auch die Einrichtungsleiterin der Kita Brüder Grimm, Andrea Kropac, bestätigen. „Wir brauchen für die Gruppe ungefähr eineinhalb Stunden. Inzwischen haben nicht nur die Kinder Routine in der Testung, auch wir können die Tests gut in den Tagesablauf integrieren.“ Bis auf zwei Kinder gehen alle der in der Brüder-Grimm-Kita betreuten Kinder (140 Kita-Kinder und 20 Hortkinder) zum Corona-Test. „Das ist bei uns wirklich toll, dass so viele mitmachen“, so Kropac. „Das gibt uns viel Sicherheit.“

Selbsttests sind nicht ausreichend

Die Elternschaft habe das Testangebot von Beginn an sehr gut aufgenommen. „Wenn wir ein positives Testergebnis haben, machen wir hier vor Ort noch einen zweiten Test. Fällt der auch positiv aus, wird das Kind abgeholt und geht mit den Eltern zum PCR-Test“, informiert Kropac.

Auch die Erzieher testen sich dreimal wöchentlich. In der Kita Brüder Grimm sind zudem alle Erzieher geimpft und die meisten auch schon geboostert. Mitarbeiter anderer Kitas ohne Impf- oder Genesenen-Nachweis können ausschließlich in den Kindertageseinrichtungen tätig sein, wenn ein aktueller negativer Test vorgelegt wird. Der Test muss von einer anerkannten Teststelle durchgeführt und bescheinigt sein, Selbsttests sind nicht ausreichend.

Kinder machen toll mit

„Was uns sehr beeinträchtigt, ist die strikte Gruppentrennung“, so Einrichtungsleiterin Kropac. Die Funktionsräume zum Malen, Bauen oder Toben können demnach nicht benutzt werden, die Kinder müssen in ihren jeweiligen Gruppenräumen bleiben.

Aus dem Gruppenraum der Froschgruppe kommen unterdessen Samy und Adem zum Test. Mund auf, Stäbchen rein, einmal links, einmal rechts und noch unter der Zunge wischen – schon sind die beiden auch wieder fertig. „Die Kinder machen das so toll mit. Ohne sich zu beschweren. Das ist eine ganz starke Leistung“, lobt Iris Doliwa und packt die nächsten Teststäbchen aus.

Von Kerstin Biehl

Auch interessant