Die Regionalentscheide fanden teilweise noch als Präsenzveranstaltung statt – bis diese coronabedingt abgesagt werden mussten. So auch der Wettbewerb „MKK schreibt!“, der im vergangenen Jahr in der Mensa der Hohen Landesschule ausgerichtet wurde.  
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Die Regionalentscheide fanden teilweise noch als Präsenzveranstaltung statt – bis diese coronabedingt abgesagt werden mussten. So auch der Wettbewerb „MKK schreibt!“, der im vergangenen Jahr in der Mensa der Hohen Landesschule ausgerichtet wurde.

Rechtschreibewettbewerb

Großer Rechtschreibewettbewerb „Deutschland schreibt“ findet in diesem Jahr erstmals digital statt

  • Jasmin Jakob
    vonJasmin Jakob
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Region – Corona hat in diesem Jahr einiges durcheinandergewirbelt – so auch den großen Diktatwettbewerb „Deutschland schreibt“. Daher soll das finale nun digital ausgetragen werden.

Während einzelne Regionalentscheide wie in Hamburg, Wiesbaden, Frankfurt und Trier zu Beginn des Jahres noch stattfinden konnten, mussten andere wie „MKK schreibt!“ sowie das große Finale abgesagt werden. Beides soll nun vom 29. Oktober bis zum 1. November in einer offenen Form nachgeholt werden: Der Wettbewerb findet zum ersten Mal digital statt. Veranstaltet wird er ebenso von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und ihren Partnern wie dem Hessischen Kultusministerium und dem Duden. Wir haben mit Professor Dr. Roland Kaehlbrandt, dem Leiter der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, gesprochen, wie der Online-Wettbewerb stattfindet und wie die Beschäftigung mit der deutschen Sprache Spaß machen kann und warum sie sich lohnt.

Professor Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
Der Regionalentscheid „MKK schreibt!“ sollte im Mai am Kreuzberggymnasium in Großkrotzenburg ausgerichtet werden – alles war schon vorbereitet, wegen des Lockdowns konnte der Diktatwettbewerb im Main-Kinzig-Kreis allerdings nicht in die dritte Runde gehen. Wie finden Sie es, dass der HANAUER ANZEIGER bereits seit 2018 mit „MKK schreibt!“ dabei ist? .
Es hat uns als Initiatoren des Rechtschreibwettbewerbs in Frankfurt sehr gefreut, dass der HANAUER ANZEIGER ‘MKK schreibt!’ auf den Weg gebracht hat. Das war sportlich! Aber es passt auch zu einer in ihrer Leserschaft verankerten Tageszeitung, denn was ist das Werkzeug des Journalismus? Die Sprache, und zwar eine lebendige, aber auch korrekte Sprache. Es ist gut und richtig, dass wir uns gemeinsam als Geistesverwandte für einen korrekten Sprachgebrauch einsetzen.“
Vorerst findet der Wettbewerb jedoch digital statt. Das Diktat wird in diesem Jahr bestimmt wieder ein humorvoller Text mit vielen sprachlichen Fallstricken werden, was können Sie darüber schon verraten?
Verraten kann ich nichts, denn der Text ist natürlich geheim. Er ist diesmal online in zehn Minuten zu schreiben. Man muss sich also konzentrieren, gut zuhören und zügig schreiben. Aber ich garantiere: Es wird ein sprachlich-sportliches Vergnügen. Übrigens: Es schreiben Menschen aus der ganzen Welt mit. Der digitale Wettbewerb macht es erstmals möglich.
Aber kniffelig wird er bestimmt wieder oder? Deutsch gilt gemeinhin als Sprache, die nicht leicht zu erlernen ist – und selbst für Muttersprachler einige Herausforderungen bereithält. Ist es daher lohnenswert, sich auch in der Zeit, in der viele Texte am Computer oder Handy mit Autokorrektur geschrieben werden, sich mit Rechtschreibung zu beschäftigen?
Deutsch ist gar nicht so schwer. Nehmen Sie die Wortbildung. Sie ist spielend leicht. Man nehme zwei Wörter und baue daraus ein neues: „Abstandsgebot“. Das kann jeder. Warum sich Rechtschreibung lohnt? Weil die Menschen doch lieber richtig geschriebene Mitteilungen lesen. Auch falsch geschriebene E-Mails machen keinen guten Eindruck. Und umgekehrt wird es geschätzt, wenn jemand fehlerfrei schreibt. Beim Rechnen akzeptieren wir ja auch nicht, wenn jemand sagt: fünf plus fünf ist etwa neun oder vielleicht auch elf. Wir haben Regeln für das richtige Schreiben, die kann man lernen. Und übrigens ist die deutsche Rechtschreibung deutlich einfacher als so manch andere. Schreiben Sie mal Pluralendungen von französischen Substantiven…
Nun sind Sie als Sprachwissenschaftler ein ausgewiesener Experte, haben Sie einen Tipp parat, wie man die eigene Rechtschreibung verbessern kann?
Mein Tipp: Rechtschreibung verstehen, üben und dann können. Und in Zweifelsfällen nicht einfach dem Gefühl folgen (wird schon stimmen), sondern nachschlagen. Außerdem auf der Homepage von „Deutschland schreibt“ die Übungen machen. Und schließlich bei unserem Wettbewerb mitschreiben. Dümmer wird man jedenfalls nicht davon. Eher klüger.
Ohne Anstrengung geht es also nicht. Jetzt zu den schöneren Aspekten der Sprache: Sie haben unter anderem auch ein Lexikon der schönsten Wörter herausgegeben – was sind Ihre Lieblingswörter im Deutschen und warum gerade diese?
Meine Lieblingswörter sind anschmiegsam und unantastbar. Sie zeigen, wie genial die Wortbildung im Deutschen ist. Aus ganz einfachen Bausteinen setzen wir Wörter zusammen. Und schauen Sie sich einmal an, wie bedeutungsschwer und zugleich wohlklingend diese beiden Wörter sind! Fantastisch! Aber auch unsere deutschsprachigen Nachbarn haben schöne Wörter erfunden. Der Wunderfitz aus der Schweiz ist ein solches Wort; es bedeutet Neugier; oder der Pistenfloh aus Österreich, das sind Kinder, die zum ersten Mal auf Ski laufen. Die deutsche Sprache ist in ihrer Produktivität deutlich unterschätzt! Das meiste können wir in ihr sagen. Aber wir sollten es eben auch schreiben können.
Ein Tablet, Duden-Buchpaket, Hörbücher oder Buchgutscheine gibt’s zu gewinnen.

Einfach online mitschreiben – So geht’s 

Mitschreiben kann jeder vom 29. Oktober bis zum 1. November auf der Webseite von „Deutschland schreibt“. Wie in jedem Jahr gibt es die vier Kategorien Schüler, Eltern, Lehrer und Freie Schreiber. Name, E-Mail-Adresse, Kategorie und Ort müssen angegeben werden, damit jeder nur einmal teilnehmen kann. Dann kann es losgehen. Das Diktat liegt als Audiodatei vor und kann genau einmal gehört werden. Zum Mitschreiben haben Teilnehmer 15 Minuten Zeit, dann wird der Text automatisch eingereicht. Wo sonst die Teilnehmer selbst den Rotstift schwingen und anhand von einer Präsentation die eigenen Fehler zählen, wertet nun das Programm die Diktate automatisch aus. „Die Texte mit den wenigsten Fehlern werden allerdings wie bei den Präsenzveranstaltungen auch, noch einmal durchgesehen und kontrolliert“, sagt Anne Bachmann, die Sprecherin der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. Die besten Schreiber können in diesem Jahr wieder attraktive Preise gewinnen wie etwa ein Tablet in der Kategorie Schüler, ein Duden-Buchpaket, hr-Hörbücher oder einen Buchgutschein.

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