Der Main-Kinzig-Krug ist ein Mehrwegbecher, der ab Mai in Cafés oder Bäckereien erhältlich ist. 
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Der Main-Kinzig-Krug ist ein Mehrwegbecher, der ab Mai in Cafés oder Bäckereien erhältlich ist. 

Start im Mai

Gegen unnötigen Müll: Main-Kinzig-Kreis führt Becher-System für Kaffee To-Go ein

Gekauft, kurz daraus getrunken und weggeworfen: Becher für To-Go Kaffee haben ein kurzes Leben. Ein neues Pfandsystem soll im Main-Kinzig-Kreis Abhilfe schaffen.

  • To-Go-Becher für Kaffee haben ein neues kurzes Leben
  • Neues Pfandsystem soll Müll vermeiden
  • Die Einführung stößt auf riesiges Interesse

Hanau/Main-Kinzig-Kreis – Initiatorin Christa Hummel und Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler (SPD) sind von der bisherigen Resonanz auf das Projekt „Main-Kinzig-Krug“ begeistert. Mehr als 40 Partnerbetriebe, darunter Cafés und Bäckereien, haben sich für die Teilnahme am Pfandbechersystem gemeldet – deutlich mehr als vergangenes Jahr beim Start eines vergleichbaren Projekts in der Stadt Frankfurt, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreises. 

 Und da die Nachfrage aus weiteren Städten und Gemeinden von Beginn an groß war, haben Christa Hummel und Susanne Simmler kurzerhand entschieden, die Pilotphase mit ursprünglich vier Kommunen gleich auf den gesamten Kreis auszuweiten. Deshalb waren dieser Tage Vertreter aus allen Rathäusern ins Main-Kinzig-Forum eingeladen.

Main-Kinzig-Kreis: Ein großes Thema für die Menschen im Kreis

„Es ist für die Menschen hier im Main-Kinzig-Kreis ein großes Thema und ein wichtiges Anliegen“, stellte Christa Hummel fest und gab Einblicke in die vielen Gespräche, die sie in den vergangenen Wochen mit Unterstützern der Aktion und Interessenten geführt hat. Hummel hatte sich eine werbewirksame Wette mit Umweltdezernentin Simmler geliefert, um in 90 Tagen 90 „Becherbotschafter“ zu akquirieren.

Simmler hatte diese Wette „erfreulicherweise haushoch verloren“, wie sie in der Gesprächsrunde anmerkte. „Die 90 Botschafter hatten wir schon nach sieben Tagen zusammen, nach 14 Tagen waren es 140, und heute stehen wir bei 180 Unterstützern.“ Das lasse nicht nur auf ein großes Interesse, sondern auch auf ein enormes bürgerschaftliches Engagement schließen. 

„Bessere Startbedingungen kann man sich für eine solche Kampagne nicht wünschen.“ Aufgrund der überraschend großen Zahl an Rückmeldungen erhalten nun nicht nur Hanau, Rodenbach, Schlüchtern und Gelnhausen als Pilotkommunen die Möglichkeit, Main-Kinzig-Krüge auszugeben, sondern alle Städte und Gemeinden im Main-Kinzig-Kreis.

Main-Kinzig-Kreis: So funktioniert das neue Pfandsystem für To-Go-Kaffee

Wie funktioniert das System? Kunden zahlen einmalig ein Pfand von drei Euro und erhalten dafür eine Wertmarke, die sie bei einem teilnehmenden Betrieb gegen einen Becher eintauschen können, wenn sie dort beispielsweise einen Kaffee zum Mitnehmen kaufen. Bei der Rückgabe des Pfandbechers erhalten die Kunden entweder die Wertmarke zurück oder können sich einen anderen Pfandbecher zum Mitnehmen befüllen lassen. Je mehr Betriebe teilnehmen, desto flexibler wird das System und desto mehr Abfall lässt sich auf Dauer vermeiden, so die Idee.

Geplanter Start des Main-Kinzig-Krugs ist im Mai dieses Jahres. Bis dahin sollen etwa 20 000 Becher produziert werden – plastikfrei und wiederverwendbar. Gereinigt werden sie in den teilnehmenden Betrieben. Wer keine Industriespülmaschine hat, für den kann das Behinderten-Werk Main-Kinzig einen Abhol- und Spülservice organisieren. Der genaue Bedarf an Unterstützung durch den Spülservice werde sich erst in der Praxis herausstellen. In der Pilotphase sind die Organisatoren auf Ansprechpartner in den Rathäusern und die Botschafter in den Kommunen angewiesen, die ihre Erfahrungen weitergeben.

Main-Kinzig-Kreis: Städte und Gemeinde können Becher mit eigenem Aufdruck bestellen

Alle Städte und Gemeinden haben die Möglichkeit, einen Satz Becher mit dem Aufdruck ihrer Kommune zu bestellen. In jedem Fall soll die Akquise weiterer Betriebe wie Cafés, Bäckereien oder Tankstellen durch die Multiplikatoren in den Städten und Gemeinden dezentral mitbetrieben werden. „Das Interesse und die Resonanz waren auch bei diesem Treffen groß“, resümierte die Erste Kreisbeigeordneten im Anschluss. Sie rechnet deshalb mit einem weiteren Schub für das Projekt vor Ort in den Kommunen und mit einem starken Start im Mai.  

kd

Erläuterungen zum Bechersystem und eine Übersicht über die teilnehmenden Betriebe sind online unter mkk2go.de zu finden.

Gegen unnötigen Müll möchte auch ein anderes Projekt aus Hanau (Main-Kinzig-Kreis) kämpfen*:  Der Vergeudung von Lebensmitteln hat der neue Verein „Foodsharing Hanau und Main-Kinzig-Kreis“ den Kampf angesagt. Mit Informationen und Aktionen wollen die Vereinsmitglieder zu einem bewussten Umgang mit den Gaben der Natur beitragen.

Seit Beginn der Corona-Krise beobachtet eine Sauberkeitspatin in Hanau* deutlich mehr Müll. Vor allem to go-Verpackungen werden vermehrt achtlos weggeworfen.

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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