Geldscheine
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Um die städtischen Finanzen ist es durch die Folgen der Coronapandemie alles andere als gut bestellt. An den städtischen Großprojekten will OB Claus Kaminsky aber festhalten.

CORONA-HILFSPAKET

Anschubhilfe für den Einzelhandel: Bisher wurden Grimmschecks über 160 000 Euro ausgegeben

  • Christian Spindler
    vonChristian Spindler
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Die Quittung vom Buchkauf über 24,90 Euro, die Belege über die Regenjacke (Kostenpunkt: 89 Euro) und über ein Parfüm, das 49,90 Euro gekostet hat, alles gekauft in Geschäften in der Hanauer Innenstadt, sie summieren sich auf 163,80 Euro. Dafür gibt es in der Brüder-Grimm-Stadt als Einkaufsprämie einen Grimmscheck über 25 Euro, einzulösen bei einem der 255 Partner. Das sind Läden, Lokale, aber auch städtische Gesellschaften. Wie in diesem Beispiel funktioniert die Aktion „Prämien-Grimmscheck-Cashback“, die die Stadt am 12. September gestartet hat. Sie ist Teil eines fünf Millionen Euro schweren Hilfspakets, mit dem die Brüder-Grimm-Stadt in Corona-Zeiten Einzelhandel, Gastronomie, aber auch Vereine unterstützt.

Hanau – Gerade war Halbzeit bei der aufwendig beworbenen Hanauer Prämien-Einkaufsaktion, mit der die wegen Corona eingebrochenen Umsätze des stationären Handels angekurbelt werden sollen. Denn seit Ausbruch der Pandemie ist der Online-Handel zu einer noch größeren Konkurrenz geworden. Er wuchs während der Corona-Krise kräftig.

Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland bescherte er der Branche im zweiten Quartal ein Wachstum um 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit der Grimmscheck-Prämienaktion will die Hanau Marketing-Gesellschaft (HMG) gegensteuern. Die Kunden sollen ihre Einkäufe im hiesigen Handel tätigen statt im Internet. In einer Zwischenbilanz, die unsere Zeitung erfragte, bezeichnet HMG-Geschäftsführer Martin Bieberle die Aktion als „absolut erfolgreich“.

Bieberle spricht von einem Umsatz von ungefähr einer Millionen Euro im Hanauer Einzelhandel

Seit 12. September sind immerhin 5000 Prämien-Gutscheine im eigens eingerichteten Pop-up-Store (HanauAufLaden) ausgegeben worden. Die Gutschriften gibt es, je nach Höhe des Einkaufs, im Wert von 5, 15, 25 und 50 Euro. Gesamtvolumen der bisher ausgegeben Prämien-Schecks: 160 000 Euro. „Das entspricht einem Umsatz im Hanauer Einzelhandel von einer Million Euro“, erläutert Bieberle.

Er geht davon aus, dass in der zweiten Halbzeit der Aktion die Zahlen sogar noch deutlich höher liegen werden als in der ersten. Erfahrungen zeigten, dass solche Prämienaktionen kräftig zulegen, wenn sie eine Zeitlang gelaufen sind und sie sich rumgesprochen haben.

Die Resonanz bei Kunden und bei Händlern ist laut Bieberle „ganz eindeutig positiv“. Das belegten auch die stark gestiegenen Zahlen der Grimmscheck-Partner. Waren vor der Aktion 160 Geschäfte oder Lokale dabei, so sind es mittlerweile bereits 255 – „Tendenz steigend“, sagt Bieberle. „Wir haben eine ganze Reihe von weiteren Nachfragen.“ Während vor allem bei inhabergeführten Geschäften die Beteiligung groß ist, üben sich eine ganze Reihe von Ketten und Filialisten eher in Zurückhaltung. Das sei aber nicht durchweg so, sagt Bieberle, der Kaufhof und Saturn als Beispiele von aktiven Grimmscheck-Partnern unter den großen Filialketten nennt. Es gebe außerdem kein Argument, sich nicht zu beteiligen, meint er: „Denn das kostet die, die mitmachen, kein Geld.“ Vielmehr böten sich neue Chancen, vor allem denjenigen Händlern, „die das proaktiv als Verkaufsinstrument nutzen.“

Die Grimmschecks in Hanau gibt es, unabhängig von der jetzigen Prämien-Aktion in Corona-Zeiten, schon seit Jahren. Die Einkaufsgutscheine kann man etwa an Automaten im Forum Hanau und in der Sparkasse am Marktplatz erwerben oder an den Infotheken im Forum Hanau sowie im Stadtladen im Rathaus. Im Zuge des Corona-Hilfspakets hatte sich Hanau für die Grimmscheck-Prämien entschieden, weil die Gutscheine, die die Einkäufer für ihre gesammelten Quittungen erhalten können, beim Einlösen wiederum dem Hanauer Handel zugutekommen.

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