So stellt sich der Verein Stadtbild einen Ludwig-Emil-Grimm-Platz an der Langstraße vor.
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So stellt sich der Verein Stadtbild einen Ludwig-Emil-Grimm-Platz an der Langstraße vor.

Stadtentwicklung

Absage an Grimm-Platz: Stadt Hanau distanziert sich von Konzept des Vereins Stadtbild

  • Christian Spindler
    vonChristian Spindler
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Der Ortsverband Hanau des Vereins Stadtbild Deutschland setzt sich für einen Ludwig-Emil-Grimm-Platz ein. Dieser könnte, so der Verein um den Hanauer Reinhold Hühn, auf dem „Wolle-Rödel-Parkplatz“ an der Langstraße entstehen.

Hanau – Mit seinem Vorschlag beteiligt sich der Verein an dem vom Berliner Innen- und Bauministerium ausgeschriebenen Projektwettbewerb „Post-Corona-Stadt: Ideen und Konzepte für eine resiliente Stadtentwicklung.“ Man habe die Unterlagen „fristgerecht eingesendet“, so Stadtbild-Sprecher Hühn in einer Pressemitteilung.

Ziel sei es, mit dem Ludwig-Emil-Grimm-Platz einerseits an den weniger bekannten Malerbruder der berühmten Märchensammler und Germanisten Jacob und Wilhelm Grimm zu erinnern und zugleich die leere Fläche an der Langstraße durch eine neue Bebauung aufzuwerten. Immerhin wohnten die Grimms mit ihren Eltern bis zum Jahr 1791 an der Langstraße, so Hühn. Das einstige Wohnhaus sollte seinen Vorstellungen zufolge „als schöpferischer Nachbau für das im Krieg zerstörte Gebäude wieder errichtet werden“. Schließlich solle auch eine Verbindung zu dem einstigen benachbarten Wohnhaus von Georg Cornicelius (1825 bis 1898) geschaffen werden. Der Maler und Zeichner war Ehrenmitglied der Hanauer Zeichenakademie und stand dem demokratisch-republikanischen Flügel der 1848er-Bewegung nahe. Neben einer kulturellen Nutzung der Neubauten könnten an dem Platz auch Geschäfte angesiedelt werden, meint Hühn.

Das Grundstück an der Langstraße, die in Kürze größtenteils Fußgängerzone werden soll (wir berichteten), gehört zwar der Stadt. Dort steht man dem Hühn-Vorschlag allerdings äußerst distanziert gegenüber. Während Hühn in seiner Mitteilung suggeriert, dass die Stadt bei dem Projektwettbewerb mit im Boot ist, sagte Stadtentwickler Martin Bieberle auf Anfrage: „Es gibt keine offizielle Kooperation.“ Der Vorstoß sei allein eine Initiative des Ortsverbandes von Stadtbild. „Die Idee ist nicht mit uns abgestimmt.“ Es habe seines Wissens nach auch keinerlei Gespräche dazu gegeben, so Martin Bieberle. Zudem entspreche der Vorschlag auch „nicht den Planungen der Stadt“. Die will dort, wie berichtet, einen Fahrradparkplatz mit entsprechenden Abstellanlagen einrichten.

Der Verein Stadtbild war in der Vergangenheit mehrfach mit Ideen zur Stadtgestaltung an die Öffentlichkeit getreten. Insbesondere spricht er sich dafür aus, Teile der Hanauer Altstadt mit Elementen der historischen Bebauung zu gestalten.

Die Vorschläge setzten sich aber ebenso wenig durch wie ein von Stadtbild mitgetragenes Konzept zur Schlossplatz-Gestaltung.

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