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Nach tödlichem Vorfall an Tankstelle: Staatsanwaltschaft äußert sich

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Von: Christian Dauber

Ein ausgebranntes Auto steht auf einer Raststätte an der A-45 bei Langen-Bergheim. Aus bislang ungeklärter Ursache waren zwei Autos mit den Zapfsäulen der Tankstelle kollidiert.
Ein ausgebranntes Auto steht auf einer Raststätte an der A-45 bei Langen-Bergheim. Aus bislang ungeklärter Ursache waren zwei Autos mit den Zapfsäulen der Tankstelle kollidiert. © Boris Roessler/dpa

Bei einem Vorfall an einer Tankstelle kommen zwei Menschen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft nennt Details.

Hammersbach – Nach dem tödlichen Vorfall an der Raststätte Langen-Bergheim gehen die Ermittler vom Suizid eines Autofahrers aus, bei dem auch ein unbeteiligter Lastwagenfahrer fernab seiner Heimat ums Leben gekommen ist.

Bei der Person, die in einem Mercedes mit Offenbacher Kennzeichen nach dem Zusammenstoß mit einer der Zapfsäulen im Auto ums Leben kam, handele es sich vermutlich um den 61 Jahre alten Halter aus dem Landkreis Offenbach, geht aus einer Mitteilung der Polizei hervor.

Unfall auf der Raststätte Langen-Bergheim: Gutachter mit Rekonstruktion beauftragt

Ermittlungen an der Wohnadresse hätten ergeben, dass sich der Mann offenbar das Leben nehmen wollte. Ein Gutachter sei damit beauftragt, den genauen Hergang des Geschehens zu rekonstruieren. Nach derzeitigen Erkenntnissen gehe man davon aus, dass der Mann sein Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit auf das Gelände der Tankstelle gesteuert habe, sagte Staatsanwältin Lisa Pohlmann am Montag (17.01.2021) auf Nachfrage unserer Zeitung.

Die weitere Person, die außerhalb der teilweise vollständig ausgebrannten Personenwagen leblos aufgefunden wurde, sei vermutlich ein 47-jähriger Lastkraftwagenfahrer aus Kirgisistan. Der Mann aus dem zentralasiatischen Land sei offenbar von Trümmerteilen erschlagen worden. „Er war vermutlich auf dem Weg zur Toilette“, sagte Pohlmann.

Zwei Tote nach Explosion im Main-Kinzig-Kreis: Gesamtschaden nicht überschaubar

Die beiden Leichen wurden laut Mitteilung der Polizei gestern obduziert, um Informationen über die näheren Todesumstände zu erhalten. Bis zum Nachmittag waren die gerichtsmedizinischen Untersuchungen nicht abgeschlossen. Es sei aber nicht zu erwarten, dass die Obduktion zu einer anderen Bewertung der tragischen Geschehnisse führe, erklärte Pohlmann. Auch die Auswertung der Überwachungsvideos laufe noch. Die Gesamtschadenssumme ist laut Polizei derzeit noch nicht überschaubar.

Der Brand auf dem Gelände der an der A45 in Fahrtrichtung Gießen gelegenen Tankstelle war am Montag kurz nach 12 Uhr von einem Zeugen gemeldet worden. Feuerwehrleute aus Langenselbold und Hammersbach schafften es nach kurzer Zeit, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Eine Gefahr durch eine Explosion bestand nicht, da die Tankstellenmitarbeiterin kurz nach dem Vorfall die Notabschaltung der Zapfsäulen betätigt hatte.

Bereits im August vergangenen Jahres war es zu einem ähnlichen Vorfall in der Rhein-Main-Region gekommen, bei dem es ein Feuer an einer Autobahn-Tankstelle gab. Betroffen war die Raststätte Gräfenhausen Ost auf der A5.

Auch damals raste ein Auto in die Tankstelle und löste einen Großbrand aus. Der Fahrer kam ums Leben. Die folgenden Ermittlungen ergaben, dass er den Wagen mutmaßlich in Suizidabsicht mit Tempo 150 in die Tankstelle gelenkt hatte. (Von Christian Dauber)

*Hinweis der Redaktion: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bei Depressionen und anderen psychischen Notfall-Situationen gibt es außerdem unter www.deutsche-depressionshilfe.de. Hilfe bietet auch der Krisendienst Frankfurt unter 069-611375. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.bsf-frankfurt.de.

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