Über 200 Gäste kamen zu der Abschiedsfeier für die langjährige Schulamtsleiterin Sylvia Ruppel (vorne, dritte von Rechts) in die Großauheimer Lindenauhalle. Foto: Seifert

Hanau

Großer Abschied für Schulamtsleiterin Sylvia Ruppel

Hanau. Wie hoch das Ansehen von Sylvia Ruppel ist, zeigte ihre Verabschiedung in den Ruhestand in der Sporthalle der Lindenauschule: Über 200 Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen mit Staatsminister Alexander Lorz an der Spitze erwiesen der scheidenden Leiterin des Staatlichen Schulamts für den Main-Kinzig-Kreis die Ehre.

Von Thomas Seifert

„Ich habe keinen Tag in diesem außergewöhnlichen Schulamt mit seinen 53 engagierten Mitarbeitern bereut, ich würde wieder dieselbe Wahl treffen“, zog die Leitende Regierungsdirektorin ein Fazit ihres beruflichen Wegs. „Die Schulämter sind Garanten der bunten Schullandschaft, sie haben Gewicht und Bedeutung, und es erfüllt mich mit Dank, Freude und Stolz, dass die Arbeit der vergangenen Jahre mit so viel Wertschätzung honoriert wird“, betonte Ruppel.

Herausfordernd sei gewesen, einen Schulamtsbezirk mit einer Ausdehnung von 100 Kilometer zu verwalten, der ein gewaltiges strukturelles Gefälle aufweise. „Von der Zwergschule mit 33 Schülern in Gondsroth bis zur größten hessischen Beruflichen Schule in Gelnhausen, dem größten eigenständigen Gymnasium in Hessen mit der Karl-Rehbein-Schule in Hanau und der größten allgemeinbildenden Schule in Deutschland, der Kopernikusschule in Freigericht, reicht die Spanne“, blickte Ruppel auf das Aufgabengebiet ihres Amts zurück.

Stets das Wohl der Schüler im Auge„Vielfalt, Neugier, Verantwortung“ – mit diesen drei Begriffen charakterisierte Ruppels Vorgesetzter, Staatsminister Professor Alexander Lorz, die Schulamtsleiterin, die zum 1. März in Pension geht. „Immer offen für neue Idee, experimentierfreudig, stets das Wohl der Schüler im Auge, mit viel Überzeugungskraft und Verantwortungsbewusstsein gesegnet, aber auch mit Kreativität und Esprit ausgestattet und ihre Aufgaben mit Herzblut erledigend, so habe ich Sylvia Ruppel kennen- und schätzen gelernt“, stellt Lorz fest. Ihr Wort habe in Wiesbaden Gewicht, betonte der Minister, der darauf hinwies, wie wichtig die Schulämter – die „Augen und Ohren der Bildungsverwaltung vor Ort“ – auch für die hessische Bildungspolitik seien.

„Sylvia Ruppel hat sich schon lange bevor es allgemeiner Konsens war für Integration und Inklusion eingesetzt, war immer auf die Chancen zur Weiterentwicklung aller Schüler bedacht und hat die Schullandschaft positiv weiterentwickelt“, lobte Oberbürgermeister Claus Kaminsky vom Schulträger Stadt Hanau. „Ein vertrauliches Gespräch war immer möglich und auch in schwierigen Situationen – Stichwort Tümpelgartenschule – hat uns Sylvia Ruppel nie im Regen stehen lassen“, blickte der Rathauschef auf die Amtszeit der Schulamtsleiterin zurück.

Mit Anerkennung wurde nicht gegeizt„Sie haben in der Verwaltung den Spagat von der Zwergschule bis zur großen Bildungseinrichtung bestens hinbekommen, haben ein herausragendes Engagement für die Schullandschaft im Main-Kinzig-Kreis an den Tag gelegt“, geizte auch der Repräsentant des zweiten Schulträgers Kreis, Landrat Thorsten Stolz, nicht mit Anerkennung. „Sie haben Spuren hinterlassen, beispielhaft sei hier das weiterentwickelte Ganztagesangebot an den Schulen des Kreises genannt“, konkretisierte Stolz die Arbeit von Ruppel.

Die Liste der Redner war lang, aber immer wieder wurde auf die Empathie, die Leidenschaft, die Hingabe, die Hinwendung und die Kontaktfreudigkeit von Sylvia Ruppel hingewiesen, mit der sie sich ein beispielhaftes Netzwerk in allen gesellschaftlichen Bereich geschaffen habe. „Sie ist eine Förderin und gleichzeitig Mahnerin“ so Prälat Bernd Böttner, womit er den Gästen aus der Seele sprach.

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