Medaillensammler: Erst vor zwei Jahren fing Mark Reinbold mit dem Becherstapeln in Höchstgeschwindigkeit an. Und jetzt gehört er zu Deutschlands besten Speed-Stackern. Fotos: Sabrina Kwasniok, Privat

Hanau

Großauheimer Mark Reinbold ist Weltmeiser im Speed-Stacking

Großauheim. Mit zwölf Jahren ist Mark Reinbold bereits zum zweiten Mal zu einer Speed-Stacking-Weltmeisterschaft gefahren. Im Jahr zuvor gewann er schon drei Medaillen im Becherstapeln, darunter einmal Silber und einmal Bronze. Dieses Jahr übertrumpfte er diesen Erfolg sogar noch: In der Staffel wurde er Weltmeister.

Von Sabrina KWasniok

Fünf Medaillen waren es am Ende für ihn bei der WM in Spanien. Und auch zweimal Bronze gab es zusätzlich. Erst vor zwei Jahren begann Mark Reinbold mit dem Becherstapeln. Seitdem gehört er zu den 14 besten Speed-Stackern Deutschlands. Und das nicht ohne Grund: Bei der deutschen Meisterschaft gewann Mark in allen Disziplinen den Titel und brach zudem dieses Jahr den deutschen Rekord im „Cycle“ mit 6,279 Sekunden. Der „Cycle“ ist die Königsdisziplin des Speed-Stackings. Hierbei werden zuerst eine 3–6–3-Formation und danach zwei Sechser- und ein Zehner-Turm aus den Bechern errichtet und danach wieder abgebaut.

Große Nervosität trotz zweiter Teilnahme

Ende April fanden die Weltmeisterschaften in der spanischen Stadt Mollina statt, bei der 23 Nationen anwesend waren. Insgesamt 48 deutsche Anwärter stapelten, was das Zeug hält, wobei der jüngste Teilnehmer sechs Jahre und die älteste Teilnehmerin 65 Jahre alt waren. Marks Vorjahresfavorit Taiwan war nicht am Start. Dafür waren viele andere Teams besonders stark. „Gerade Südkorea und Malaysia haben mitunter die sichersten und schnellsten Stacker im internationalen Vergleich“, erzählt Mark beeindruckt. „So etwas zu erleben, ist einfach toll.“ Obwohl es die zweite Teilnahme für den Zwölfjährigen an einer Weltmeisterschaft war, war die Nervosität dennoch riesig. Doch der Schüler hatte seine Nerven im Griff und konnte seine Zeiten im Vergleich zum Vorjahr verbessern.

Zwar schaffte er es im Einzel nur in einer Disziplin zu einem guten siebten Platz, im Doppel erreichte er einen fünften Platz, doch in der Mannschaft holte er gleich drei Medaillen, darunter der Weltmeistertitel im 3-6-3 mit der Staffel. Die beiden konkurrierenden Mannschaften, bestehend aus je vier Sportlern, stehen hierbei nebeneinander. Es wird gleichzeitig gestackt. Ist ein Stapler fertig, kommt der nächste dran. Der letzte Stacker stoppt die Zeit. Wer zuerst fertig ist, gewinnt. Hierbei müssen drei Bechertürme in Pyramidenform schnellstmöglich auf- und wieder abgestapelt werden, wobei die beiden äußeren Türme aus drei und der mittlere Turm aus sechs Bechern besteht.

Trikottausch auch bei den Speed-Stackern Brauch

Auf seine neuen Becher ist Mark besonders stolz. Nach der WM erneuerte er seine alten, da diese zu abgenutzt waren, und schaffte sich neue an. Doch nicht irgendwelche Becher: „Das ist eine limitierte Edition, die eigentlich nur in Malaysia erhältlich ist“, berichtet der Junge grinsend. Doch durch großes Glück hatte jemand genau diese Becher bei der Weltmeisterschaft in Spanien dabei, sodass Mark ihm diese gleich abkaufen konnte. Beim traditionellen Trikottausch ergatterte Mark ebenfalls ein Trikot aus Malaysia.

Und auch das Vorjahresversprechen seiner Mama, Marks großem Vorbild William Orell ein Trikot mitzubringen, wurde eingelöst. Zwar war dieser bei den Weltmeisterschaften im April nicht selbst anwesend, dennoch gab es den versprochenen Trikottausch per Post. Mark Reinbolds nächstes großes Ziel ist die Weltmeisterschaft 2020 in Singapur. Hier möchte er in allen drei Speed-Stacking-Disziplinen weiterkommen. Doch das wird nicht einfach: „Es werden alle asiatischen Mannschaften anwesend sein. Ob Malaysia, Singapur, Taiwan oder Südkorea – es wird jeder kommen. Das wird hart.“ Daher fängt der Großauheimer auch jetzt schon an zu trainieren. Ein bis zwei Stunden versucht er täglich die Becher schnellstmöglich zu stapeln. Und noch einen Wunsch hat der Zwölfjährige: „Ich möchte meine Mama für das Becherstapeln begeistern, um mit ihr an einem internationalen Mutter-Kind-Turnier teilzunehmen.“

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