Letzte Einarbeitung der Mitarbeiter: Museumspädagogin Katharina Völk (rechts) zeigt den Scouts, worauf sie im Raum der Verwandlung achten müssen. Foto: Axel Häsler

Hanau

GrimmsMärchenReich: Für die Besucher seit Sonntag geöffnet

Hanau. Sonntagmorgen, 10.30 Uhr. In einer halben Stunde öffnet das GrimmsMärchenReich für die ersten Besucher. Museumsleiterin Nina Schneider wuselt durch die Gänge in Schloss Philippsruhe und erledigt die letzten Handgriffe.

Von Carolin-Christin Czichowski

Im Erdgeschoss platziert sie noch ein Hinweisschild für die Besucher, während ein Mitarbeiter vor dem Eingang die Garderobenständer an die richtige Stelle schiebt.

Schneiders Aufregung hält sich in Grenzen, sie ist vielmehr erschöpft, aber auch glücklich. „In der letzten Woche habe ich kaum geschlafen, habe nachts stundenlang wach gelegen und an so viele Dinge gedacht“, sagt sie. Doch als am Freitagmittag um Punkt 13 Uhr der letzte Teil des Mitmach-Museums, der Raum der Verwandlung, in dem sich die kleinen und großen Märchenfreunde verkleiden können, fertig war, sei die ganze Anspannung der letzten Monate von ihr abgefallen. „Freitagabend war super, ich war total entspannt“, sagt sie und lacht.

Mehrere erfolgreiche Testläufe im Vorfeld

Nachdem sie die Mitarbeiter des Eröffnungstages mit Walkie Talkies ausgestattet hat, geht es in den ersten Stock des Schlosses. Schneider überprüft noch einmal alle Räume, schaut nach, ob die Technik funktioniert. Schon am Samstag schlängelten sich rund 400 Besucher durch die Gänge des Märchenreichs, nachdem das Museum offiziell eröffnet worden war. „Danach musste hier natürlich sauber gemacht werden für die Besucher heute“, sagt Schneider.

Auch Museumspädagogin Katharina Völk ist an diesem Vormittag im Einsatz. Davon, dass am ersten Tag alles glatt gehen wird, ist sie überzeugt. „Wir hatten schon mehrere Testläufe, einmal mit dem Kinderkommitee, einmal waren Schüler der Brüder-Grimm-Schule und einmal Kinder der Kita Mittelstraße hier. Da hat auch alles geklappt“, sagt sie. „Wir haben also alles mehrfach getestet.“ Auch bei der offiziellen Eröffnung am Vortag verlief alles nach Plan. „Da waren allerdings nur Erwachsene da, aber es war schön zu sehen, wie aus ihnen wieder Kinder wurden.“

Die ersten Besucher warten schon ungeduldig

Mittlerweile ist es 10.50 Uhr, in wenigen Minuten öffnen sich die Türen zum GrimmsMärchenReich. Während Nina Schneider drinnen ihre Mitarbeiter nochmal schult, sie unter anderem ihren Positionen im Schloss zuweist und sie daran erinnert, dass keine Kinderwagen mit nach oben ins Museum genommen werden dürfen, warten die ersten Besucher draußen ungeduldig. Natalie Fischer und Julia Tkocz etwa stehen schon seit fast einer halben Stunde vor dem Eingang. Sie sind aus Schwetzingen und Mauer bei Heidelberg angereist. „Ich habe von dem Museum im Radio gehört, und da dachten wir, dass ein Ausflug doch schön wäre“, sagt Natalie Fischer. Mit dabei haben sie ihre Männer und die Kinder Felina, Elio und Livian. „Ich freue mich besonders auf die Prinzessinnen“, sagt Felina. „Mein Lieblingsmärchen ist nämlich Dornröschen.“

Pünktlich um 11 Uhr öffnet Schneider die Türen, begrüßt die ersten Gäste persönlich. „Es freut mich sehr, dass Sie den weiten Weg zu uns gefunden haben“, sagt sie zu den Familien aus Schwetzingen und Mauer. Wie viele Besucher sie am Eröffnungstag erwartet, kann die Museumsleiterin nicht sagen. „1000 wären natürlich super, 3000 würde ich aber auch nehmen“, sagt sie und lacht. „Aber ich bin eigentlich kein Zahlenmensch. Ich glaube nicht, dass Zahlen etwas über die Qualität aussagen.“ So oder so ist das fünfköpfige Team, das an diesem Tag aus Schneider und Völk sowie drei pädagogischen Aufsichten, den so genannten Scouts, besteht, auf alles vorbereitet. „Weil wir ja nicht wissen, wie viele Leute kommen werden, haben wir eine zweite Kasse aufgestellt“, sagt Schneider.

Testphase bis zum HANAUER Märchenfest am 4. und 5. Mai

Bis zum HANAUER Märchenfest am 4. und 5. Mai findet im GrimmsMärchenReich erst mal eine Testphase statt. „In dieser Zeit schauen wir, was gut läuft und was wir vielleicht noch verbessern können“, sagt Schneider. „Es wurde ja alles am Schreibtisch geplant, aber wie es in Wirklichkeit ist, wissen wir natürlich alle nicht.“

Um 11.15 Uhr hat sich das Mitmach-Museum gefüllt, viele Familien sind da, aber auch viele ältere Besucher. „Es freut mich, dass das Publikum so verschieden ist, von Kleinkindern bis zu Senioren reicht“, sagt Schneider. „Das zeigt, dass das GrimmsMärchenReich wirklich ein Museum von allen für alle ist und sich die viele Arbeit der vergangenen Jahre gelohnt hat.“

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