Die Zeiger werden neu vergoldet: Bauleiter und Architekt Lucas Mangelmann und Gernot Gesser betrachten das Ziffernblatt der Turmuhr. Aber auch andere Stellen müssen restauriert werden. Fotos: Holger Hackendahl

Hanau

Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche wird umfassend saniert

Steinheim, Der 1932 auf 41 Meter erhöhte Glockenturm der St.-Nikolaus-Kirche bedarf an den Sandstein-Maßwerkteilen einiger Reparaturen. „Bei dieser Gelegenheit wird der Turm auch neu angestrichen sowie die Ziffern und Zeiger am Uhrblatt neu vergoldet“, erläutert Verwaltungsratsmitglied Gernot Gesser unserer Zeitung.

Von Holger Hackendahl

Gesser ist zuständiger Verantwortlicher für Bauangelegenheiten in der Pfarrei St. Nikolaus. „Bei einer Routineüberprüfung wurde festgestellt, dass sich das Maßwerk oberhalb der Schalljalousien etwas gesenkt hat“, sagt er.

Zwischen den Maßwerkteilen seien ein bis zwei Zentimeter breite Fugen entstanden – aus Sicherheitsgründen müsse nun die Befestigung der Sandsteine erneuert werden, sagt er. In der ersten Septemberwoche wurden der Turm bis über die Turmuhr hoch eingerüstet und das mit Treppenaufgängen nach neuesten Richtlinien erbaute Gerüst mit einem Staubschutznetz umspannt. Kurz danach begannen die Fachfirmen mit den Sanierungsarbeiten.

Arbeiten dauern voraussichtlich vier Wochen

Vier Firmen sind in die mit 53 000 Euro Kosten veranschlagten Sanierungsarbeiten involviert. Neben Gerüstbauer Schwarz aus Erlensee hat der aus Steinheim stammende Schreinermeister Andreas Schnadt (Biebergemünd) den oberen Teil der Holzjalousien demontiert – um das Sandstein-Maßwerk zugänglich zu machen.Restaurator und Steinmetz Richard Löbig aus Dieburg ist mit einem Mitarbeiter am Glockenturm tätig.Die untere Traverse des Maßwerks ist an der Innenseite des Glockenturms mit einer Stahlkonstruktion aus Flacheisen befestigt. „Es werden nun an der angehängten Konstruktion zusätzlich zu den alten Befestigungen moderne Edelstahldübel angebracht“, erläutert Gesser beim Besuch in luftiger Höhe. „Die verschobenen Maßwerkteile werden neu ausgerichtet und beschädigte Teile am Sandstein ersetzt beziehungsweise ausgebessert.“

Die Arbeiten würden vier Wochen, voraussichtlich bis Mitte Oktober andauern, allerdings sei das auch witterungsabhängig, erläutert Bauleiter und Architekt Lucas Mangelmann (Großkrotzenburg). Der eingerüstete Turm soll auch zur Aufarbeitung des Ziffernblatts sowie der Neuvergoldung des selbigen und des Stunden- und Minutenzeigers an der Turmuhr genutzt werden.

Neue Farbe soll beim Kreuzfest festgelegt werden

Dazu sollte es für die Arbeit mit hauchdünnem Blattgold – ausgeführt werden diese Arbeiten durch Malermeister Markus Pförtner – in luftiger Höhe auf 27 Meter windstill sein.

Und weil nun einmal das Gerüst steht, wird der Glockenturm auch gleich neu angestrichen. Diese Arbeiten übernimmt ebenfalls die Steinheimer Malerfirma Markus Pförtner. Der Putz wurde bereits mit einem Hochdruckreiniger gesäubert, erläutert Gesser. Beim Kreuzfest soll die Farbe für den neuen Anstrich festgelegt werden.

„Die Farbtöne reichen von einem Ocker- bis zu einem Sandsteinton

Hierzu ist die Qualität der Farbe mit dem Denkmalamt im Bistum Mainz abgestimmt. „Auch die Untere und Obere Denkmalschutzbehörde bei der Stadt und in Wiesbaden wurden mit einbezogen“, erläutert Gesser.

Malermeister Markus Pförtner hat fünf Farbprobenfelder zur Auswahl anlegen lassen. „Die Farbtöne reichen von einem Ocker- bis zu einem Sandsteinton. Die Tendenz für den neuen Anstrich geht zu sandsteinfarben, jedoch nicht zum dunklen Sandsteinton, denn der Glockenturm soll sich farblich vom aus Mainfranken stammenden Buntsandstein des Kirchengebäudes absetzen“, sagt Architekt Mangelmann.

Zuschüsse von 90 Prozent in Aussicht gestellt

„Aufgefallen war der Schaden, weil ein kleineres Stück Sandstein heruntergefallen war“, erläutert Gesser. Nach zweijähriger Vorbereitungszeit seien die Aufträge an Fachfirmen vergeben worden. Das Bauprojekt werde von Diplom-Ingenieur Mangelmann begleitet. Mangelmann arbeitet selbstständig für Bauvorhaben im Bistum Mainz.Auch der Glockenstuhl ist eingerüstet deshalb läuten die vier Glocken nicht und auch die Turmuhr ist bis zum Ende der Arbeiten ausgeschaltet.

„Das bischöfliche Ordinariat hat uns einen Zuschuss von 90 Prozent in Höhe von etwa 53 000 Euro in Aussicht gestellt. Den Rest müssen wir aus eigenen Mitteln bestreiten“, sagt der 82-jährige Gesser, der in der Vergangenheit bereits mehrere Bauprojekte an der St.-Nikolaus-Kirche koordiniert hat. „Für die Realisierung unseres wichtigen Glockenturm-Projektes sind wir für jede finanzielle Unterstützung dankbar.“

Spenden für den TurmSpenden können auf das Konto der Pfarrei St. Nikolaus, IBAN DE59 5019 0000 0000 0004 26, mit dem Stichwort „Kirchturm“ überwiesen werden. Spendenquittungen stellt das Pfarrbüro gerne aus.

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