Das Gartenfest in Wilhelmsbad lockt immer wider viele Menschen nach Hanau. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Gartenfest: Edeldistel und Minze locken Turbo-Gärtner

Hanau. Berufstätig, Familienmutter oder -vater und obendrein noch ehrenamtlich engagiert – da bleibt kaum Zeit für den heimischen Garten. Doch der wäre als Oase zur Erholung in stressigen Zeiten wichtig. Die schwarze Plastikfolie über Beete zu spannen und mit Mulch oder Kies zu betreuen, verbietet sich von selbst.

Von Jutta Degen-Peters

Denn Bienen und Schmetterlinge wollen auch leben. „Zu Zeiten, da das Artensterben in aller Munde ist, müssen wir da andere Wege gehen“, sagt Landschaftsbauer Christian Wiegand aus Büdingen, einer von vielen Ausstellern auf dem Gartenfest in Wilhelmsbad. Für ihn ist zudem der Klimawandel ein wichtiges Thema. Der Landschaftsbauer empfiehlt Stauden-Mischpflanzungen und Pflanzensubstrat und beruft sich auf „den deutschen Staudenpapst Fabian Schmidt“.

Wer in den ersten zwei Jahren etwas mehr Zeit investiere, benötige später nur zehn Minuten pro Quadratmeter und Jahr, versichert er. Wer wenig Zeit habe, könne die Pflanzen mit Basaltsteinen oder Gestein aus Muschelkalk kombinieren, sagt er.

Mit Gräsern, Sonnenhut, Kokardenblume und Salbei bietet der Hobbygärtner auch der Insektenwelt einen gut gedeckten Tisch. Diese und viele weitere Tipps kann der Besucher mit nach Hause nehmen. Denn auf der Verkaufsausstellung im grünen Ambiente des Staatsparks Wilhelmsbad sind 230 Aussteller versammelt, darunter 40 Pflanzen- und Blumenhändler mit besonderen Spezies.

Wer nicht allzu viel gießen will, dem rät neben dem Eingang zum Comoedienhaus etwa Frauke Grossert aus der Nähe von Erlangen zu Skabiose, Katzenminze oder Steppensalbei. Auch Verbene oder Eisenkraut hätten im letzten Jahr verstärkt in die Gärten Einzug gehalten. Diese Pflanzen, etwas dichter gesetzt, breiteten sich gut aus und verhinderten, dass sich Unkraut ansiedelt. Wer einen Teich besitzt, der könnte sich für die Seidenblume entscheiden, die für Insekten ein wahres Eldorado ist. „Die Prachtkerze blüht bis in den Oktober hinein“, erklärt die Gärtnerin weiter und empfiehlt zudem Steinquandel, eine Minzart.

Insektenfreundliche Arten

Geradezu als Zauberformel für den Turbo-Gärtner scheint sich die Edeldistel anzubieten. Die blaue Stachelblume ist sehr robust, extrem bienenfreundlich, verträgt Trockenheit und Nässe gleichermaßen.

Wer zu den Rosenliebhabern zählt, wird bei Thilo Hildebrandt vom Rosenpark Draeger in Steinfurth (oder vielen weiteren Anbietern) fündig. Sorten wie Blühwunder und Bienenweide bezeichnet er als besonders insektenfreundliche Arten. Als robuste Arten für die Terrasse rückt er Leonardo da Vinci oder die Strauchrose Eden ins Blickfeld. Und wer etwas ganz Außergewöhnliches sucht, dem bleibt immer noch der Griff zur blau-violetten Schönheit namens Heidi Klum.

Die Verkaufsausstellung in Wilhelmsbad mit Pflanzen, Gartenmöbeln, Accessoires, Gastronomie und (Kinder-)Programm) ist bis Sonntag, 23. Juni, täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Eintritt: Erwachsene zwölf (ermäßigt neun) Euro, Kinder frei, Wochenendkarte 18 Euro.

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