Ein klares Statement zur Weihnachtszeit: Um auf ihre Aktionen aufmerksam zu machen, haben die Organisatoren ein Transparent bemalt und aufgehängt. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Fridays for Future: Hanauer Ortsgruppe wirbt für mehr Engagement

Hanau. „Es ist unsere Zukunft, wir müssen mit den Konsequenzen leben“, sagt Frederik Fauth. Er setzt sich für den Klimaschutz ein – und ist mit 13 Jahren einer der jüngsten in der Ortsgruppe Hanau von Fridays for Future. 15 aktive Mitglieder zählt die Organisation in der Brüder-Grimm-Stadt – Tendenz steigend.

Von Carolin-Christin Czichowski

Um Mitstreiter zu gewinnen und auf den nächsten Klimastreik in Hanau am Freitag, 29. November, aufmerksam zu machen, hatte das Team am Freitagabend ins Kulturforum eingeladen.

Auch Viktoria Kudelka gehört zur Hanauer Gruppe von Fridays for Future. Darauf aufmerksam geworden ist die 20-Jährige durch die Medien. „Ich habe schon lange nach einer Möglichkeit gesucht, mich für den Klimaschutz einzusetzen. Irgendwann hat eine Freundin mich dann zu einem Treffen von Fridays for Future in Hanau mitgenommen“, sagt sie.

Montags wird organisiert, freitags gestreikt

Einmal wöchentlich treffen sich die aktiven Mitglieder in Hanau. „Jeden Montag“, sagt Viktoria Sudelka. „Dann organisieren wir die Demos, überlegen, wie wir Öffentlichkeit schaffen können und planen unsere Kampagnen.“ Eine dieser Kampagnen ist die Forderung nach einem kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Hanau an Samstagen.

Dafür werben die engagierten Jugendlichen an Infoständen, zum Beispiel auf dem Hanauer Wochenmarkt. „Innerhalb von nicht einmal einem Monat haben wir schon mehr als 500 Unterschriften für die Kampagne gesammelt“, sagt Sudelka. „Denn Klimaschutz ist zwar ein globales Thema, aber wir müssen bei uns beginnen. Viele kleine Schritte ergeben auch einen großen.“

"Wir schwänzen nicht, wir kämpfen"

Rund 50 Interessierte waren am Freitagabend der Einladung der jungen Klimaaktivisten ins Kulturforum gefolgt, darunter auch die beiden Studentinnen Esra und Filiz. „Ich studiere seit einem Jahr Geographie in Mainz, komme aber aus Hanau. In meinem Studium geht es viel um die Themen Klima und Erderwärmung“, sagt die 21-jährige Filiz und ist sicher: „Wenn wir jetzt nicht handeln, Ressourcen sparen, das Klima und die Umwelt schonen, ist es bald zu spät.“ Deshalb steht für sie und Ezra fest, dass sie am Freitag zum Klimastreik auf den Freiheitsplatz kommen. „Nur so können wir die Welt wachrütteln“, sagt Ezra.

Das sieht auch Frederik Fauth von Fridays for Future Hanau so: „Viele werfen uns vor, dass wir einfach nur die Schule schwänzen wollen. Aber das stimmt nicht. Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“, sagt er. Von der Notwendigkeit einer Klimawende, der Einhaltung des Pariser Abkommens, der Netto-Null in der Treibhausbilanz bis zum Jahr 2035 und dem kompletten Kohleausstieg bis 2030 sind er und seine Mitstreiter überzeugt – und machten am Freitagabend auch die Zuhörer mobil.

Wochenmarkt soll ab 2020 plastikfrei sein

Neben den Vertretern der Initiative referierte auch Hanaus Klimaschutzmanager Sebastian Nellies und zeigte die Maßnahmen auf, die die Stadt bereits für den Klimaschutz getroffen hat: Vom Stadtradeln über das Solarfestival, das im Sommer auf dem Freiheitsplatz stattgefunden hat, bis hin zu den Plänen, dass der Wochenmarkt ab April 2020 möglichst einwegplastikfrei ist. „Wir stehen in Hanau im interkommunalen Vergleich gar nicht so schlecht da, was Klima- und Umweltschutz angeht“, sagt Nellies.

Doch davon, dass auch in Hanau noch mehr geht, sind die jungen Klimaaktivisten überzeugt, hoffen auf weitere Unterstützer für ihre Kampagne für kostenfreien ÖPNV an Samstagen. Und natürlich darauf, dass am kommenden Freitag wieder Tausende auf die Straße gehen. Die Demo beginnt in Hanau um 13 Uhr auf dem Freiheitsplatz.

Dazu eingeladen sind aber nicht nur Jugendliche, sondern alle Bürger. „Je mehr, desto besser“, sagt Mara Landwehr. Die Großauheimerin ist eine der Initiatorinnen von Fridays for Future in Hanau – und stolz darauf, welche Wellen die Initiative bisher geschlagen hat. „Vor einem Jahr kannte uns noch niemand. Heute sind wir in aller Munde.“

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