Monika Eiserloh (Mitte) betreibt mit ihrem Team diesen Mandelstand auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt. Das Angebot ist riesig - insgesamt gibt es 65 Sorten. Fotos: Obst

Hanau

Frankfurter Weihnachtsmarkt: Hanauerin ist die Mandelkönigin

Hanau/Frankfurt. Seit 17 Jahren verkauft Monika Eiserloh auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt Mandeln. Ihr Publikum ist genauso bunt wie ihre Sortenvielfalt. Die Hanauerin bietet über 50 verschiedene Sorten an. Bei einem Besuch an ihrem Stand gibt sie uns einen Einblick in ihr erfolgreiches Geschäftsmodell.

Von Nicolas Obst

Da steht sie: Prominent am Eingang der neuen Frankfurter Altstadt betreibt Eiserloh ihren Stand „Mandelbar“ auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt am Römerberg. Schon von Weitem steigt der Geruch von gebrannten Mandeln in die Nase. Es ist zwar erst Vormittag, aber am Mandelstand von Eiserloh ist schon viel los. Aufgeschlossen und gut gelaunt erzählt sie unserem Reporter von ihrem Kerngeschäft, den Mandeln.

Ursprünglich kommt die 37-Jährige aus Neuwied. Sie stammt aus einer Schaustellerfamilie, ihre Eltern verkauften Reibekuchen auf dem Weihnachtsmarkt. Vor 20 Jahren lernte sie dann ihren Freund und heutigen Ehemann kennen. Mit ihm zusammen wohnt sie mitten in Hanau. Die beiden übernahmen den Mandelstand von den Eltern des Ehemanns. Mit fünf traditionellen Mandelsorten fingen sie an. Heute sind es 65.

Schnell wollte sie damals ihr Sortiment erweitern und war ständig auf der Suche nach neuen Rezepturen. „Wir müssen probieren, probieren, probieren,“ war zu dieser Zeit ihr Motto. Eiserloh experimentierte und probierte: „Wir haben Mandeln mit Rum gemacht, die gar nicht nach Rum geschmeckt haben, oder die Lakritzmandeln waren ein totaler Reinfall,“ schmunzelt sie.

Altstadtmandeln sind der Renner

Klar, es funktionierten nicht alle Rezepte. Ihr Mann stand einigen ihrer Experimente etwas skeptisch gegenüber, besonders weil natürlich die Zutaten immer neu gekauft werden mussten. Aber die Kunden nahmen die immer exotischer werdenden Geschmacksrichtungen begeistert an. Auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt lieben die Kunden diese außergewöhnlichen und abwechslungsreichen Sorten. Mandelmachiatto, Amaretto, Lemon,

Wassermelone, Mango – hier gibt es nichts, was es nicht gibt. Der Stand bedient alle vorstellbaren Geschmacksrichtungen. Neu und trotzdem schon Kassenschlager sind die Altstadtmandeln, die zur Feier der Eröffnung des neuen Stadtteils aufgelegt wurden. „Die sind der Renner,“ erklärt Eiserloh.

Die Weihnachtsbaummandeln hat ihre elfjährige Tochter erfunden. Die Idee zu Einhorn-Mandeln hat sie von ihrer Nachbarin Jasmin Heuer. Eine Kundin pflichtet ihr bei: „Einhörner liegen voll im Trend.“

Mandel des Tages

Der Dialog zwischen Verkäufer und Kunde ist direkt, unmittelbar und offen. Eiserloh kennt ihre Kunden, es gibt einen großen Stamm, aber natürlich kommen auch viele Touristen. Eintracht-Frankfurt-Mandeln, Energy-Mandeln oder Prosecco-Mandeln holen bestimmte Zielgruppen ab. Die Produktion findet direkt am Stand statt.

Die Mandeln kommen aus Südspanien, aus Alcantanilla. Qualität spielt für die „Mandelbar“-Chefin eine sehr große Rolle. „Der Preis ist mir egal – Hauptsache, sie schmecken gut.“ Nur die beste Pralinenschokolade verwendet die Mandelverkäuferin nach eigenen Angaben. Täglich bietet sie außerdem die Mandel des Tages an. Das zieht viele Kunden an, denn die Mandel des Tages ist auch nur für einen Tag vorgesehen, sprich limitiert. Dadurch findet Eiserloh heraus, welche Mandeln gut ankommen und welche nicht. Sie behält das Ohr am Markt.

Auf dem Weihnachtsmarkt fühlt sich die Hanauerin sowieso sehr wohl: „Der Frankfurter Weihnachtsmarkt ist Multikulti, es gibt ein tolles Publikum, und ich liebe die Atmosphäre“, schwärmt sie. Im Dezember ist Eiserloh voll ausgelastet. Sieben Tage die Woche arbeitet sie von 10 bis 21 Uhr. Sechs feste Mitarbeiter hat Eiserloh, viele Minijobber für den Verkauf kommen dazu. Im Neujahr legt sie mit ihrer Familie dann immer eine große Pause ein. Zweieinhalb Monate wird keine einzige Mandel verkauft. Danach geht es wieder auf die hessischen Märkte und Veranstaltungen. Auch auf Firmenevents ist sie vertreten.

Klassische Sorte verkauft sich am besten

Auf dem Hanauer Weihnachtsmarkt allerdings nicht, dafür betreiben dort ihre Schwägerin und ihr Schwager einen eigenen Mandelverkauf. Ihr Mann hält die Stellung am Verkaufsstand in Offenbach. „Er ist der Kopf unseres Unternehmens“, lobt sie ihn. Natürlich sei es hart, im Dezember jeden Tag am kalten Stand zu arbeiten. Auf die Frage, warum sie das denn tue, entgegnet sie jedoch bestimmt: „Ich mache das mit Leidenschaft und einer großen Freude.“ Das ganze Jahr über würde sie so einen Aufwand jedoch nicht betreiben wollen: „Ich arbeite, um zu leben.“

Die Mandel, die sich am besten verkauft ist übrigens die klassische, nach dem Rezept der Schwiegermutter. „Da kann ich machen, was ich will,“ lacht die 37-Jährige. Nachgefragt, was denn die Ziele für die Zukunft seien, erklärt Eiserloh mit einem Lächeln: „Wir sind super zufrieden, wie es ist, unser Ziel ist erreicht.“ Damit wendet sie sich wieder ihren Kunden zu und ihrem Kerngeschäft, den Mandeln.

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