Wir haben drei Fragen an den Deutschen Schützenbund gestellt. Symbolfoto: Pixabay

Hanau

3 Fragen an den Deutschen Schützenbund

Hanau. Laut Deutschem Schützenbund (DSB) sind 1,35 Millionen Deutsche Mitglied in einem Schützenverein. Wir haben den DSB im Nachgang des Terroranschlags von Hanau um die Beantwortung der folgenden drei Fragen gebeten.

Gibt es einen Mechanismus, mit dem man verhindern kann, dass unauffällige Täter wie Tobias R. oder auch der Wächtersbacher Schütze Roland K. an tödliche Waffengelangen?

Die erste Aufgabe des Schützenvereins ist es, Sorge dafür zu tragen, dass ein ordnungsgemäßer Schießbetrieb sichergestellt ist. Dies umfasst das Bedürfnis (regelmäßige Schießen) sowie die sicherheitsrelevanten Maßnahmen am Schießstand. Dabei ist der Verein dafür verantwortlich, nachzuhalten, ob der Beantrager über mindestens zwölf Monate regelmäßig dem Schießsport nachgegangen ist. Zusätzlich ist es Aufgabe der Behörde, die waffenrechtliche Zuverlässigkeit des Antragstellers zu prüfen. Dies ist durch Prüfung des polizeilichen Führungszeugnisses und zukünftig durch eine Anfrage bei den Verfassungsschutzbehörden zu gewährleisten. Fallen den Vereinsvertretern oder der Behörde „Unregelmäßigkeiten“ (Vorstrafe, Alkoholproblem, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung, verbale Äußerungen) auf, dann sind Verein und Behörde aufgefordert, den Bedürfnisantrag zu verwehren.

In welcher Form schult der DSB die Verantwortlichen in den Schützenvereinen, die die Bedürfnisbescheinigung ausstellen?

Zunächst werden die Verantwortlichen geschult, die waffenrechtlichen Vorschriften für den Nachweis eines Bedürfnisses korrekt anzuwenden und einzuhalten. Dabei geht es um die Anzahl der Schießaktivitäten sowie die Beachtung der sicherheitsrelevanten Anforderungen im Schießsport. Zusätzlich informieren wir unsere Mitglieder regelmäßig über waffenrechtliche Inhalte sowie weitere verbandspolitische Themen wie zum Beispiel (Rechts-)Extremismus, sexuelle Gewalt et cetera über unsere Kanäle.

Was spricht Ihrer Ansicht nach dagegen, die Waffen zentral zu lagern?

Eine zentrale Lagerung der Waffen im Vereinsheim, welches oft abgelegen ist, bietet einen idealen Anlaufpunkt für all diejenigen, die sich eine Waffe beschaffen wollen. Zudem spricht dagegen, dass der Sportschütze am Wochenende seine Waffe für Wettkämpfe benötigt und diese irgendwann ausgehändigt bekommen muss. Damit gelangt er ohnehin zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Besitz seines Sportgerätes. Die Ausgabe der Waffen würde zwangsläufig durch den Verein erfolgen. Geschultes Personal, das bereit ist, ehrenamtlich diesen zeitlichen Aufwand und diese große Verantwortung zu übernehmen, gibt es nicht. how

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