Augen auf beim Joggen und Radfahren, aber auch am Steuer – Feuersalamander sind ab jetzt wieder unterwegs und müssen geschützt werden. Foto: PM/Martin Schroth

Hanau

Forstamt sensibilisiert für Schutz von Feuersalamandern

Hanau. Eigentlich sieht man sie erst ab März, doch die im Moment vorherrschenden, warmen Temperaturen, verbunden mit einzelnen Regenschauern, locken viele Amphibien jetzt schon aus ihren Winterquartieren. Darüber informiert das Forstamt Hanau-Wolfgang in einer Mitteilung.

Es gebe aktuell die ersten Nachweise von Amphibienaktivitäten, zum Beispiel sei der Feuersalamander bereits unterwegs.

„Auf unseren Asphaltwegen im Wald wurde am Wochenende der erste Feuersalamander für dieses Jahr nachgewiesen“, berichtet die stellvertretende Forstamtsleiterin Sigrun Brell vom Forstamt Hanau-Wolfgang und muss gleich eine traurige Nachricht überbringen: „Leider wurde er von einem Fahrradfahrer überfahren.“

Mit Plakaten soll sensibilisiert werden

Naturschützer von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz haben sich an das Forstamt gewandt, um zu überlegen, wie sich diese Unglücksfälle möglichst vermeiden lassen. „Wir werden im Bereich rund um den Staatswald Wolfgang Plakate aufhängen, um die Waldbesucher für das Thema zu sensibilisieren und zu langsamem Fahren zu animieren“.

Es könnten auch schon die ersten Grasfrösche die Köpfe aus ihren Winterverstecken strecken. Diese werden ungefähr bei zweistelligen Temperaturen aktiv. Die Tiere sind wechselwarm und auf warme Außentemperaturen angewiesen. So tanken sie gerne jeden Sonnenstrahl auf ded im Vergleich zum Waldboden aufgeheizten Wegen. „Und dort werden sie leider von Radfahrern oder Autofahrern leicht übersehen“, weiß die Forstfrau.

Tiere können per App gemeldet werden

Seit einiger Zeit nehmen die Populationen verstärkt ab. Dies liegt vor allem an den trockenen Jahren. Per kostenloser App kann jeder auf einfache Art und Weise Beobachtungen der selten gewordenen Tiere melden. Daher gilt beim Spaziergang, beim Joggen oder Radfahren: Augen auf. Zu sehen sind die Tiere meist gegen Abend oder am frühen Morgen auf Waldwegen, an Waldrändern oder am Rand von feuchten Gebüschen.

Die beste Jahreszeit, Feuersalamander zu finden, ist eigentlich ab März, wenn die Tiere aus ihren Winterverstecken kommen, um auf Partnersuche zu gehen, bis in den September hinein. Den Feuersalamander trifft man vor allem in Laub- und Mischwäldern mit einem hohen Anteil an Totholz, alten und entwurzelten Bäumen.

Auch tagsüber zu entdecken

Auch Erdhöhlen dienen ihm als Rückzugsort. Hier zieht er sich tagsüber zurück, um sich vor Fressfeinden und Austrocknung durch Sonneneinstrahlung zu schützen. Obwohl es sich um nachtaktive Tiere handelt, kann man sie nach Regenschauern auch tagsüber entdecken.

Da die Tiere immer seltener werden, hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Amphibien und Reptilienschutz in Hessen (HLNUG) und der Uni Gießen eine kostenlose Smartphone-App „Feuersalamander in Hessen melden!“ entwickelt, mit der Beobachtungen von Feuersalamandern von jedermann gemeldet werden können. Diese kann auf der Internetseite des HLNUG heruntergeladen werden. kb›› hlnug.de

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