Großreinemachen im Team: Auf dem Rasen des öffentlichen Stadtparks finden die ehrenamtlichen Helfer eine Menge Müll. Coach Rick Holland (links) hat die Aktion initiiert. Fotos: Mike Bender

Hanau

Footballer befreien Lamboypark von Müll

Hanau. Samstagfrüh im Lamboypark: Der Laubbläser tönt über das Gelände, überall im Park stehen junge, kräftige Männer mit Rechen, Heckenscheren, Besen und Schippen ausgerüstet und geben alles, um das Areal von Müll zu befreien. Rund 20 American-Football-Spieler sind heute dem „Clean-Up“-Aufruf ihres Coachs Rick Holland gefolgt.

Von Christine Semmler

Er kann den Unrat im Park nicht mehr sehen und hat nun beschlossen, mit den Jungs von den Hanau Hornets selbst anzupacken.

Aktion soll zweimal im Jahr stattfinden

„Die Stadt investiert viel Geld in den Park und kümmert sich darum, dass alles in Ordnung ist. Und trotzdem wird alles kaputtgemacht“, klagt er. „Jetzt ist es genug. Wir müssen was machen.“ Holland und seine Spieler treffen sich schon seit Jahren jeden Sonntag hier zum Extra-Training außerhalb des Herbert-Dröse-Stadions. Ab sofort wollen sie zweimal im Jahr eine solche Clean-Up-Aktion machen.

Im Laub, auf der Rennbahn und in der Sandgrube für Weitsprung finden die Helfer Glassplitter von zertrümmerten Flaschen, Steine und anderen Müll. „Auch ein Einkaufswagen stand hier herum, den haben wir schon wieder zum Kinzigbogen gebracht“, erzählt Holland. Irgendwer hat außerdem seinen alten Teppich auf dem Gelände entsorgt. Dass städtische Bedienstete drei Mal in der Woche zum Müllentsorgen und Aufräumen in den Park kommen, reicht offenbar nicht.

Footballer sind wie eine Familie

Jeder, der da ist, wird von Coach Holland mit einer herzlichen Umarmung begrüßt: Die Sportler sehen sich als eine große Familie. „Wir sind wie Brüder“, sagt der 23-jährige Marc Peters, der seit zehn Jahren bei Holland American Football spielt. Der erste Kontakt kam über eine Schulsport-AG zustande: Holland fördert die Zusammenarbeit mit den Schulen in der Region seit über zehn Jahren. Im Lamboypark bietet er außerdem ein Programm für Jugendliche aus der Nachbarschaft an.

„Der Sport gibt mir alles“, schwärmt Peters, der nach eigenen Aussagen keine leichte Kindheit hatte. „Er hat mein Leben verändert.“ Und das geht wohl vielen hier so. Denn dem Coach geht es nicht nur um die Leistung des Teams.

Coach will seinem Team Werte vermitteln

Er will seinen Jungs auch Respekt, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin vermitteln. Und das funktioniert offenbar. „Wenn wir hier sonntags trainieren, finden wir immer mal leere Wodkaflaschen oder anderen Müll“, erzählt Peters. „Den heben wir dann beim Joggen auf.“ Klar, aufräumen sei ätzend.

„Aber im Team ist es was anderes. Wir schaffen was zusammen und das macht Spaß.“ Auch Undine Möbus, die den Lamboypark als Pädagogin betreut, freut sich über den außerplanmäßigen Einsatz und hat weitere vier junge Helferinnen aus ihren Reihen rekrutiert, die gesammelten Laub und Kehricht in große blaue Müllsäcke stopfen.

Keinerlei Verständnis für Vandalismus

Besonders ärgert sich Holland über den Zustand des Holz-Pavillons, der vor sechs Jahren errichtet wurde: Besucher haben auf dem Holztisch gegrillt und ihn dabei in Brand gesetzt. Die Wände der Schutzhütte sind voller Schmierereien. „Warum machen die das? Ich kann das nicht verstehen“, sagt Holland aufgebracht.

Mit seiner Aktion will der Coach vor allem ein deutliches Zeichen setzen: „Wir sind dankbar, dass wir den Platz hier nutzen dürfen. Also machen wir hinterher auch wieder sauber. Jeder der hierher kommt, sollte ein bisschen besser auf den Lamboypark aufpassen.“

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