Reichlich Publikum hatten die rund 200 Tanzschüler bei ihrem Flashmob. Foto: Markus Rosemann

Hanau

Flashmob von 200 Tanzschülern: Beethoven trifft auf Breakdance

Hanau. Unvermittelt wurden am Samstag im Forum Hanau junge Frauen in die Luft gehoben und mitten in der Menschenmasse wurde Platz für einen Breakdancer gemacht. Grund für die außergewöhnlichen Geschehnisse war ein Tanz-Flashmob.

Von Lena BellonHierbei handelte es sich nicht einfach um einen einstudierten Tanz, sondern um das „Beethoven-Experiment“. „Gewisse Elemente der Choreographie sind vorgeschrieben für den Wettbewerb, aber wir hatten auch viele Freiheiten“, erklärte Britt Harrington von der Tanzschule Berné. Schüler aus allen möglichen Kursen der Tanzschule seien sofort begeistert von der Idee gewesen, einen Flashmob im Forum zu starten.

„Die Schüler waren direkt gepackt von dem Wettbewerbscharakter“, erklärte Harrington. Dabei tanzten die Schüler nicht etwa auf angesagten Hip Hop oder Rap, sondern auf einen Remix von Beethovens fünfter Sinfonie. Der Remix ist fester Bestandteil des Wettbewerbs, der anlässlich des 250. Geburtstags von Beethoven stattfindet. „Bei uns hier in Hanau ist die Welt noch in Ordnung, da tanzen die Jugendlichen zu Klassik statt zu Deutschrap“, lachte Harrington.

Sogar einige Eltern der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen machen mit: „Wir wurden von den Kindern angesteckt und waren jetzt auch ein paar mal im Training um den Tanz zu lernen“, berichteten sie. Das restliche Publikum rätselte zunächst, was wohl passieren würde. Ein vorbeilaufender Passant vermutete mit einem Augenzwinkern: „Bestimmt irgendein Halb-Promi oder der Weihnachtsmann.“

Beethovens fünfte Sinfonie als tanzbarer Remix

„Die Leute hier haben zwar schon gemerkt dass etwas passieren wird, aber noch wissen sie nicht was das ist“, erzählte Valentin Köhler, der gespannt darauf wartete dass es endlich losgeht. „Ich hoffe, dass alles so klappt wie geplant, wir konnten ja immer nur in der Tanzschule üben“, so die vierzehnjährige Anna Weiß. Überall waren Kameras, Fotografen und es gab letzte organisatorische Anweisungen, dann konnte der Flashmob beginnen und für die Zuschauer gab es endlich die Auflösung.

Beethovens Sinfonie ertönte in einem tanzbaren Remix und auf der Treppe und vor den Geschäften tanzte die Tanzschüler-Schar hauptsächlich Hip Hop aber auch Elemente aus Breakdance und Akrobatik wurden gezeigt. Der Flashmob kam derart gut an, dass er sogar zweimal durchgeführt wurde, statt wie geplant nur einmal.

Flashmob ist Teil eines Wettbewerbs

Nach einem Feedback gefragt antwortete Britt Harrington: „Das lief super, dafür dass wir in so einer Form noch nie etwas aufgeführt haben. Ich würde das auf jeden Fall noch einmal machen, das war mal was Besonderes“.

Bis Januar läuft der Wettbewerb, danach wird entschieden welches Video gewonnen hat. Das Beethoven-Experiment zieht im Fernsehen als auch in den sozialen Medien große Kreise. Unter dem Hashtag #Beethovenexperiment sind auf Instagram bereits einige Videos zu sehen, darunter natürlich auch Ausschnitte der Aktion im Forum.

Die Gruppe, die am Ende mit ihrer Interpretation des Tanzes überzeugt, gewinnt einen Workshop mit der bekannten Breakdance-Gruppe „Flying Steps“. Das Experiment zeigt, dass Klassik mit der richtigen Mischung durchaus ankommt bei jungen Menschen und es sich lohnt, jedem Musik-Genre eine Chance zu geben. Bei dem Experiment zählt aber auch Gruppendynamik und Kreativität. Beides hat die große Gruppe der Tanzschule Berné bei ihrem Flashmob im Forum bewiesen und zudem einige Zuschauer und Passanten mit dem Rhythmus und ihrer Choreographie mitgerissen.

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