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NOC featuring Irvin Mayfield begeistern in Christuskirche

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Irvin Mayfield (links) und New Orleans Connection-Jazzband haben das Publikum in Hanau verzückt. Foto: Habermann
Irvin Mayfield (links) und New Orleans Connection-Jazzband haben das Publikum in Hanau verzückt. Foto: Habermann

Hanau. Die New Orleans Connection-Jazzband (NOC) featuring Irvin Mayfield hat am Dienstagabend ein fulminantes Jazz-Konzert in der Christuskirche gegeben. Die Besucher waren begeistert - besonders über Mayfields kleine Sondereinlage.

Von Rainer Habermann

Basin Street, Perdido Street, Bourbon Street, Academy Street: alle Straßennamen haben etwas mit New Orleans zu tun, bis auf eine. An der Hanauer Akademiestraße, hin zur Ehrensäule, steht die Christuskirche. Die war am Dienstagabend Schauplatz eines fulminanten Jazz-Konzerts der New Orleans Connection-Jazzband (NOC) featuring Irvin Mayfield.

Der geniale Trompeter, Komponist, Orchesterchef und Musiker von absolutem Weltrang aus der „Hauptstadt des Jazz“ riss die Menschen in der Christuskirche buchstäblich vom Hocker; spätestens bei seinem Ausflug quer durch das Kirchenschiff, unter voller Bandbegleitung nebst Anhang.Frenetischer Applaus für SolosUnd wer die NOC einmal erlebt hat, wenn sie so richtig in Schwung kommt, der weiß: Grammy-Gewinner und Clubbesitzer Mayfield „fiel“ auf fruchtbaren Boden in der Brüder-Grimm-Stadt. Peter Wichert, Posaunist, NOC-Leader und „Ziehvater“ des großen US-Künstlers, legte sich mit seinem Mannen so richtig ins Zeug, um gegenüber dem Weltstar nicht „abzukacken“, wie das im Musikerjargon ganz brutal heißt.Doch jeder Einzelne der NOC erhielt bei seinem jeweiligen Solo ebenfalls frenetischen Applaus des begeisterten, an die 200 Köpfe zählenden Publikums. Sie swingten und jazzten „wie die Jungen“, ist das Durchschnittsalter der Band doch recht gehoben. Der Begriff trifft ebenfalls auf die Qualität der NOC zu, sie bewies es erneut mit Stücken wie „Basin Street Blues“, „Over the rainbow“ (mit einem gigantischen Solo von Klarinettist Siggi Gerhard), „Perdido“, „Bourbon Street Parade“ (mit dem „Ausmarsch“ Mayfields und der NOC zur Pause), oder dem „St. Thomas“-Song.

In die Herzen der Zuhörer geblasenAllen voran aber blies sich der smarte, kleine Trompeter (auf die Körpergröße bezogen) in die Herzen der Zuhörer. Sein Spiel ist ungeheuer vielseitig, er entlockt seinem Instrument die komplette Bandbreite der Ton-Farbgebung. Von krächzend, vibrierend und seufzend bis knallhart, klar und hoch, ist bei ihm alles drin, was Emotion verlangt.Nicht umsonst verehrt Mayfield Größen wie Louis „Satchmo“ Armstrong, dessen „West End Blues“ und „When you're smiling“ er grandios und ähnlich „frech“ wie dieser interpretierte. Bezaubernd, was man mit einem Schalldämpfer vor dem Schalltrichter so alles anstellen kann! Bei der Armstrong-Nummer mit dem Lächeln glänzte ebenfalls der Sänger Peter Petrel, ebenso wie beim Jazz-Standard und Klassiker „Georgia on my mind“, und schließlich auch mit dem Song, der wohl den Weltruhm Armstrongs schlechthin verkörpert: „What a wonderful world“.

Zart und wild zugleichEinen echten Leckerbissen für Jazzfans hatte Mayfield sodann „im Gepäck“. Bekannt nicht nur von ihren Auftritten in seinem New Orleans'er „Jazz Playhouse“ mitten auf der Bourbon Street, dem Inbegriff für die Vitalität der Metropole am Mississippi, ist Amber Matthews mit ihren gerade einmal 23 Jahren mittlerweile ein solcher Inbegriff für Jazzgesang.Zart und wild, glasklar kolorierend und immer auf den Punkt, sang sie Stücke wie „Sweet Georgia Brown“, das getragene „In my solitude“ von Duke Ellington, oder „On the sunny side of the street“, ebenfalls ein Klassiker. Matthews ist ein ganz großes Talent, ihr kann man eine Zukunft „auf der Sonnenseite“, wie der Liedtitel schon vorwegnimmt, voraussagen. Am Ende war die Begeisterung riesengroß, unter zwei Zugaben - „Nobody knows the trouble I've seen“ und „St. James Infirmery“ - wollte das frenetisch applaudierende Publikum die NOC und ihre wunderbaren Gäste nicht gehen lassen.

NOC veranstaltet Reise nach New OrleansWer das Konzert verpasst hat, der hat Gelegenheit, die NOC-Musiker mit Sicherheit und Irvin Mayfield oder Amber Matthews höchstwahrscheinlich dennoch zu erleben: live und in der Heimatstadt des Jazz und Dixieland, in New Orleans.Die NOC veranstaltet vom 15. bis 28. Oktober dieses Jahres eine Reise dorthin. Außerdem geht’s in die westliche Karibik. Sieben Restkarten für den Jazz- und Fun-Trip sind noch zu haben, unter anderem im Hanau-Laden beim Hanauer Anzeiger am Freiheitsplatz.

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