Die wie ein Schwanennest angebrachte Robinienholz-Fassade beeindruckt. Foto: Holger Hackendahl

Hanau

Fassade vollendet: Das "Schwanennest" ist fertig gestaltet

Hanau. Auf dem nahe der Kinzigaue gelegenen Gelände der historischen Pumpstation in Kesselstadt ist seit einem Jahr das „Schwanennest“ angesiedelt. 

Von Holger Hackendahl

In der Einrichtung des Behinderten-Werks Main-Kinzig (BWMK) bietet das unter Leitung von Anette Leske stehende „Schwanennest“ eine 24 Plätze bietende umfassende Kurzzeitpflege für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen. Kürzlich wurde die ein echtes Schwanennest symbolisierte Robinienholz-Fassade eingeweiht.

Im „Schwanennest“ werden unter der Regie des BWMK Kinder und Jugendliche mit Behinderung, die eine besonders intensive Unterstützung benötigen, kurzzeitig-, tage- oder auch wochenweise betreut. Durch die besondere Wohlfühlatmosphäre können die Betreuungsengpässe der Familien in angenehmer Atmosphäre überbrückt werden.

Der „Platz für viele Kinderwünsche“ ist ist als „Kinderhotel“ konzipiert und bietet den gehandicapten Kindern in großzügig und modern eingerichteten Räumen – nun seit einem Jahr – viele Möglichkeiten. In der Regel bewohnen die jungen Gäste ein Zweibettzimmer mit einem großen Badezimmer. Im Gemeinschaftsraum wird gespielt, die jungen Gäste können gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen und sich wie zu Hause fühlen. Für jeden Tag werden gemeinsame Aktivitäten geplant, und bei schönem Wetter ist das Außengelände ein beliebter Spielplatz.

Kostenlose Unterbringung für Kinder mit Handicap

„20 Tage pro Jahr können Kinder mit Beeinträchtigungen kostenlos untergebracht werden, die Kosten werden von der Pflegeversicherung übernommen“, erläutert der Vater eines gehandicapten Kindes. „Wir Eltern können in einem Urlaub fahren, durchatmen und zumindest körperlich entspannen.“

Besonders gelungen – und das war neben der in der Pumpstation gestern neu eröffneten Praxisräume von Dr. Irene Gölzhäuser (Allgemeinmedizinerin, Akupunktur und Naturheilkunde) auch der Anlass für eine Feierstunde – war die Einweihung der netzartigen Außenfassade des „Schwanennests“. Sie wurde gestern mit den Attributen „besonders gelungen“, „einzigartig“ und „ganz toll“ gelobt. Netzwerkartig angebrachte Robinienstämme dämpfen den kantigen Baukörper und vermitteln zwischen der Kinzigaue und dem Wasserwerk-Giebelbau. 

Das Darmstädter Architekturbüro Karl Schubert und Stefan Seuss hat in Zusammenarbeit mit dem Holzkünstler Faxe Müller aus dem Jossgrund sowie der Zimmerei Christ die naturnahe und organisch anmutende Netzstruktur-Fassade des „Schwanennest“ gestaltet. 

„Das ist mal eine vollkommen andere Fassade, das neue Gebäude hebt sich vom alten Jugendstilgebäude ab – unter dem Motto „Aha, da ist das Netz“, sagte Sabine Mahns, Tochter des Investors Ernst Hein, in ihrer Ansprache. „Heute heißt es nicht, 'viele Köche verderben den Brei', sondern 'Was lange währt, wird endlich gut'“, nahm Sabine Mahns Bezug auf die zu Ende gegangene Bauzeit, in der unter anderem drei Architekten und zwei Bauleiter an Umbau des Wasserwerk-Jugendstilgebäudes und an Neubau des „Schwanennest“ beteiligt waren. 

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