In den Osterferien 2020 soll das bisherige Pflaster in der Fahrstraße gegen Streetprint-Asphalt ausgetauscht werden. An vielen Stellen ist es kaputt, zudem haben die Busse Spurrinnen hinterlassen. Fotos: Kerstin Biehl

Hanau

Fahrstraße muss neu asphaltiert werden

Hanau. Streetprint heißt das Zauberwort, das die kaputte Fahrbahn in der Fahrstraße wieder heil machen soll. Dort nämlich muss das komplette Fahrbahn-Pflaster entfernt werden.

Von Kerstin Biehl„Die Belastung durch den Busverkehr, gepaart mit schlechter Bauausführung der damals beauftragten Firma, haben dem Pflaster der Fahrstraße so zugesetzt, dass wir handeln müssen.“ Stadtrat Thomas Morlock informiert in einer städtischen Pressemitteilung darüber, dass der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) den Straßenbelag austauschen lässt. Dabei wurde dieser erst 2013 im Rahmen des Innenstadt-Umbaus verlegt.

Doch dieses Pflaster machte von Beginn an immer wieder Probleme. Die Betonsteine sind zum einen schlecht verlegt – in den breiten Fugen sammelt sich so allerhand Müll – zum anderen werden sie schnell schmutzig, weil sie sehr hell sind.

Provisorische Reparatur

In der Fahrstraße sind die Spurrinnen der Busse deutlich zu sehen, die Pflastersteine haben sich abgesenkt, gelockert und verschoben. Teils sind sie sogar gebrochen. Natürlich ist der Busverkehr hier rege, dennoch sollte so eine Pflasterung mehr als sechs Jahre halten. Ergo: Pflaster samt Bauausführung sind mangelhaft.

Jetzt kommt alles raus – zumindest in der Fahrstraße. Die komplette Fahrbahn muss erneuert werden. Dafür vorgesehen sind die Osterferien im April 2020. „Früher ist das wegen der Schlechtwetter-Periode im Herbst und Winter nicht möglich“, erläutert HIS-Betriebsleiter Markus Henrich. In der Zwischenzeit auftretende Schadstellen würden provisorisch mit Asphalt verfüllt. Betroffen ist allein die Fahrbahn; Gehsteige, Borde und Regenrinnen behalten den ursprünglichen Belag mit hellem Betonpflaster.

Diese Asphalt-Variante sei „weniger zeit- und kostenaufwändig“

Bereits 2015 hatte HIS schon einmal durch die Baufirmen im Rahmen der Gewährleistung Mängel im Pflasterbelag der Fahrstraße beseitigen lassen. Das ist jetzt nicht mehr möglich – Die Baufirma ist insolvent. „Ergo müssen wir das Heft selbst in die Hand nehmen, um Verkehrssicherheit herzustellen, weiteren Mängeln durch Frost vorzubeugen, den Straßenbelag belastbarer zu machen und der Fahrbahn der Fahrstraße wieder ein ansehnliches Gesicht zu geben“, sagt Stadtrat Morlock.

Dafür bieten sich nach den Worten von HIS-Leiter Henrich zwei Alternativen: Den mangelhaft eingebrachten Unterbau rausreißen und durch einen wasserdurchlässigen und durch teils neues Pflaster ersetzen. Oder Pflaster und Splittbett herausnehmen und für den Straßenbelag sogenannten Streetprint-Asphalt in der Pflasterfarbe verwenden. Diese Asphalt-Variante sei „weniger zeit- und kostenaufwändig“. Die Oberfläche sieht aus, als sei sie gepflastert, es sind deutlich Fugen erkennbar. Dafür sorgt eine Schablone, die auf den Asphalt eingewalzt und dann wieder abgezogen wird.

Kosten müssten nach Baufirmen-Insolvenz selbst getragen werden

HIS hat mit dem Streetprint-Asphalt bereits gute Erfahrungen gemacht. Auf der Freiheitsplatz-Nordseite in Höhe von Stein's Tivoli wurde er auf einer Mittelinsel auf der Fahrbahn anstelle des Betonpflasters verbaut. Ein Unterschied zum Pflaster ist dort nur auf den zweiten Blick zu sehen.

Mit 80 000 bis 90 000 Euro rechnet HIS für die Pflasteralternative in der Fahrstraße zwischen Markt- und Freiheitsplatz. „Leider müssen wir nach der Insolvenz der Baufirma die Kosten selbst tragen. Aber das ist das geringere Übel im Vergleich zum Nichtstun“, so Morlock.

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