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Fabian Vogel hat es geschafft: Abitur mit jungen 15 Jahren

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Hanau-Mittelbuchen. Das Abitur ist ein besonderer Meilenstein im Leben vieler Jugendlicher. Fabian Vogel hat diesen Meilenstein schon mit frischen 15 Jahren in der Tasche und das mit durchgehenden Höchstleistungen.

Von Rainer Habermann

Der Anfang könnte einem Märchen entstammen: „Es war einmal.“ Im beschaulichen Hanauer Stadtteil Mittelbuchen lebt eine Familie, deren zweitjüngster Spross sich kürzlich, echt fabelhaft im tiefsten Wortsinn, mit einer besonderen Leistung hervorgetan hat (der HA berichtete).Es handelt sich um die Familie Vogel. Und gerade mal 15 Jahre alt ist Fabian Vogel, der als Jüngster überhaupt dieses Jahr an der Karl-Rehbein-Schule (KRS) sein Abi machte. „Eine Ausnahmeerscheinung in Deutschland für das Alter“, sagt seine Mutter.Eine märchenhafte LeistungEr „machte“ das Abi nicht nur. Er machte es sogar so hervorragend, dass er zu den drei Jahrgangsbesten gehört und sein Notendurchschnitt „Eins mit Sternchen“ – nämlich in fünf Abschlussprüfungen durchweg 1,0 – lautet.„Normalerweise“ ist man in diesem Alter irgendwo in der Zehnten, doch Fabian gehört zur relativ kleinen Gruppe der so genannten Hoch- oder Höchstbegabten. Das ist amtlich, gecheckt von einem Psychologen, sein Intelligenzquotient (IQ) „liegt irgendwo weit über 130“, sagt seine Mutter Annabelle, um die 40, Internistin und am Klinikum Hanau beschäftigt.Durchweg eine 1,0 in den AbschlussprüfungenDer Durchschnitts-IQ, den rund 50 Prozent aller Getesteten erreichen, liegt so um die 100 Punkte. Doch wird in der Familie die Messlatte noch weiter vom Durchschnitt abgelegt. Denn auch Fabians Bruder Felix, rund eineinhalb Jahre jünger, wurde im Test „mit einem IQ über 130 geblitzt“, um einmal das Bild einer Radarkontrolle zu wählen. Auch er ist Schüler an der KRS, geht in die Neunte.Wie leben die beiden, wie lebt die Familie, wie kommen Felix und Fabian eigentlich mit ihren „normalen“ Mitschülern zurecht? „Alles ganz locker“, lauten die übereinstimmenden Aussagen von Fabian und Felix. Ihre Mutter pflichtet bei. „Trotz seiner Höchstbegabung und seines jungen Alters ist Fabian stets ein empathischer, umgänglicher und sehr bescheidener Schüler geblieben, der von seinen Mitschülern geschätzt und respektiert wird“, sagt sie.Mit über 130 "geblitzt"Auf dem Tisch im eleganten Haus im Neubauviertel stehen Blumen. Die beiden Söhne wirken wie coole Jungs, die gerne auch mal einen Thriller, einen Fantasy-Roman lesen. Beide spielen Tennis und Fußball. Und außerdem Klavier und Geige: eine musische Begabung ist ebenfalls da. Und dann ist da noch das Tanzen: Das ist Fabians „Ding“.Auch hier macht sich der Ehrgeiz bemerkbar: Er hat den Anfänger- und Fortgeschrittenenkurs ganz locker bestritten, Bronze, Silber und Gold abgeräumt, jetzt ist er beim Formationstanz. „Braucht man dazu ein Mädel?“, ist die Frage. „Ja, aber“, die ganz konkrete Antwort. Als Tanzpartnerin, aber nicht „im Leben“. „Eigentlich finde ich mein Leben auch ohne Mädchen ganz schön. Aber wenn die richtige kommt . . . (Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen)“, sagt der 15-Jähriger.Sein Ehrgeiz zeigt sich auch im TanzsportFür die kurze Zeitspanne, die zwischen Abi und Aufnahme eines Studiums bleiben – „es wird wohl Informatik und Physik werden, denn Mathe ist mir dann doch ein wenig zu theoretisch“ – will Fabian eine „riesige Radtour“ machen. „So 500 Kilometer oder mehr.“Im Wintersemester 2016 soll es dann schon losgehen. Obwohl er bereits während der Schulzeit zwei Semester an der Frankfurter Goethe-Uni hinter sich gebracht hat. „Aber das war mir zu leicht“, grinst Fabian. Ja klar, waren ja auch nur „Grundlagen der Informatik“. Und die hatte er schon in der Schule „erschöpfend durch“.Die Wahl des Studienfaches steht auch schon fest: Informatik und PhysikWie steht es um die beruflichen Perspektiven, bei einem 15-Jährigen? „Ich hatte mich bei der Lufthansa um ein duales Studium beworben, aber die hielten mich im Bewerbungsgespräch für überqualifiziert, also: für ein duales, eben“, kommentiert Fabian das merkwürdige Ergebnis.Ein ganz klein wenig wird man sich denken: Hat der Bub nichts anderes im Sinn als Höchstleistung? Aber der Eindruck, den man von Fabian bekommt, sitzt man ihm gegenüber, ist ein anderer. Er möchte einfach Spaß haben, wie jeder Jugendliche. Diesen Spaß, das sagt er selber, diese Erfüllung, bringt ihm ganz einfach: logisches Denken.Zu überqualifiziert für ein duales StudiumAuf ein Internat gehen, für Hochbegabte: Das sei nicht sein Ding, meint Mutter Annabelle. Sein Schulleiter, Jürgen Scheuermann, habe dies bereits vorgeschlagen, als er – mit sieben Jahren, wohlgemerkt – an der KRS aufgenommen werden wollte. Sie hätten im Kreis der Familie beraten, doch es gab ein klares Veto Fabians: kein Internat!Er wollte mit „ganz normalen Mitschülern“ aufwachsen. Er setzte sich durch, Scheuermann und die Familie akzeptierten. Die Hochbegabung liegt auch nicht in einem ganz bestimmten Bereich, obwohl ein Faible für die Naturwissenschaften – wie bei Felix, bloß kommt bei ihm noch die Biologie als eines der Lieblingsfächer hinzu – nicht von der Hand zu weisen ist.Ein Internat für Hochbegabte lehnte Fabian strikt ab„Er hat eine herausragende Verarbeitungsgeschwindigkeit in allem, was er lernt“, sagt Mutter Annabella. Das also ist das Geheimnis der Hochbegabung: Fabian lernt einfach schneller und müheloser als andere in seinem Alter. Schlittenfahren, Fahrradfahren, Fußballspielen, Musik machen, lesen: All das funktioniert ebenfalls, bei Fabian. Und bei Felix.Vater Stefan Vogel ist Informatiker, arbeitet in Frankfurt. Und zusammen, da sind sie eine ganz normale Familie. „Viele Mütter, welche die Entwicklung von Fabian mitbekommen, fragen mich: 'Hast du ihn getriezt, hast du ihn getrieben? Aber wir waren auf denselben Spielplätzen wie alle anderen, ich habe mir viel Zeit genommen für die Erziehung, mein Medizinstudium unterbrochen und es auch erst vor Kurzem abgeschlossen“, sagt die Mutter und Ärztin. Irgendetwas muss sie definitiv richtig gemacht haben.

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