Die Lesergruppe bei der Führung. Fotos: Nicolas Obst

Hanau

Exklusiver Einblick hinter die Kulissen bei Rhenus und Raiffeisen

Hanau. 5000 Tonnen Getreide nimmt die Raiffeisen Waren-Zentrale (RWZ) an einem guten Erntetag entgegen. Die riesigen Silos ragen aus dem Hanauer Hafen hervor und sind schon von Weitem zu sehen. Die RWZ ist Anlaufstelle Nummer eins für die Landwirte in der näheren Umgebung.

In unserer Wirtschaftszeitung „Wirtschaft an Main und Kinzig“ hatten wir zu dem Blick hinter die Kulissen eingeladen. Bevor die Leser das Unternehmen besuchen, geht es für sie allerdings zunächst zum Hafennachbarn Rhenus.

Trotz des Regenwetters freuen sich die Leser auf zwei spannende Führungen: „Wir leben schon so lange in Bruchköbel, jetzt wollen wir endlich den Hanauer Hafen kennenlernen“, erklärt das Ehepaar Köbel. Mit Sicherheitswesten und weißen Helmen ausgestattet, geht es für sie erstmals auf das Hafengelände.

Rhenus-Mitarbeiterin Nadine Kunze-Böcher führt die siebenköpfige Gruppe durch das schier endlose Hafenareal. Vorbei am Natursteinlager mit über 35 Sorten Stein aus aller Welt, geht es in die Verpackungszentrale. Per Schiff, Bahn und Lkw gelangen die Produkte zu Rhenus. Seit 1924 ist das Unternehmen in Hanau angesiedelt, großes Highlight der ersten Führung ist die Düngemittelhalle.

Hier wird das angelieferte Düngemittel in riesigen Holzboxen aufbewahrt. Holz, da Stahl und Beton für die Lagerung des Düngers ungeeignet sind, erklärt Kunze-Böcher der interessierten Gruppe. „Ich finde es sehr interessant, wie so ein Logistikunternehmen arbeitet“, kommentiert Leser Günther Kern.

Hinter dem Düngemittelzentrum wartet bereits Uwe Steinmacher von der Firma Raiffeisen. Er übernimmt die Gruppe. „Bei uns dreht sich alles um Getreide“, erklärt Steinmacher und führt die Leser zur ersten Station. Das Labor ist der Ankunftspunkt für alle Kunden, die Getreide liefern oder abholen. Steinmacher erklärt, wie die RWZ arbeitet und was mit dem gelieferten Getreide passiert.

Ein so genanntes Akoravrohr saugt im ersten Schritt das gebrachte Getreide aus dem Lkw. Beim Beispiel Weizen wird daraufhin überprüft, ob es sich um A- oder B-Weizen handelt. A-Weizen enthält mehr Eiweiß und wird beispielsweise für die Nudelproduktion verwendet.

Die zweite Station sorgt für Verwunderung, Steinmacher sucht nach Käfern im Weizen: „Wenn es krabbelt, dann haben wir ein Problem“, lacht er. Der Kornkäfer findet sich nämlich ab und zu in den Ladungen der Lieferanten. „Wir müssen vermeiden, dass er in unseren Silos landet.“ Leserin Christine Kluss möchte daraufhin wissen, wie das Weizen im Silo überhaupt gelagert wird. „Das Silo wird belüftet und gekühlt, außerdem prüfen Messstäbe, ob es dem Weizen im Silo gut geht“, erklärt Steinmacher.

Er erläutert anschaulich die nächsten Schritte des umfangreichen Prüfungsverfahrens, auf alle Fragen der Leser findet er eine Antwort. Die Stimmung ist gut und mit viel Interesse wird dem Experten zugehört.

Der nächste Raum ist eher eine Kammer. „Die Musterkammer ist das Gedächtnis jeder Fuhre“, erklärt Steinmacher. Jede Ladung Getreide wird hier in kleinen Packungen gelagert und über Monate gelagert. „Wie ist das denn mit Mäusen?“, will Leserin Knuss mit einem zwinkernden Auge wissen. Günther Kern entdeckt sogar eine Rattenfalle. „Doch Sie haben recht, die Nager sind ein großes Problem für uns, es werden immer mehr“, beklagt sich Steinmacher und führt die Gruppe zur letzten Station.

In einem winzigen Aufzug geht es hoch hinaus in den achten Stock des RWZ-Gebäudes. Dort oben kann man in die über 100 Silozellen blicken und die unterschiedlichen Getreidesorten entdecken. Angenehmer Neben‧effekt: Ein fantastischer Blick über Hanau, an sonnigen Tagen könne man sogar die Frankfurter Skyline sehen, sagt Steinmacher. Diese Aussicht ist ein würdiges Ende für die zwei Leserführungen. Zufrieden geht es im Aufzug wieder Richtung Boden.

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