Eric Much, Siggi Podbielski-Much und Heidi Kurzschenkel (von links) leben gemeinsam mit den Hunden Bommel und Trude sowie den Katzen Sina und Ennie in der Borngasse. Foto: Häsler

Hanau

Ex-Gastwirtin macht altes Fischerhaus zur Souvenir-Oase

Großauheim. Beinahe ist man geneigt, von Überforderung zu sprechen, will man das Gefühl beschreiben, das man beim Betreten des Anwesens in der Großauheimer Borngasse spürt. Siggi Podbielski-Much hat aus dem einstigen Fischerhaus in der Borngasse ein Sammelsurium an Mitbringseln und Geschenken aus der ganzen Welt geschaffen.

Von Kerstin Biehl

Bunt geht es dort zu. Da springen die Katzen Sina und Ennie zwischen farbenfrohen Blumenkübeln herum. Da toben die Hunde Bommel und Trude um die Stühle, die auf Kies gebettet stehen. Und da sitzen Siggi Podbielski-Much, Ehemann Eric Much und Mitbewohnerin Heidi Kurzschenkel bei einem Glas Minz-Zitronen-Eistee zusammen. Umgeben von allerhand Dekoration. In jeder Ecke, in jedem Winkel gibt es etwas zu entdecken. Sei es das liebevoll gestaltete Mini-Wandbild aus Griechenland, die alte Hobelbank, ein Geschenk eines Freundes, der Podbielski kurzerhand einen türkisfarbenen Anstrich verpasst hat, oder der alte Holzküchenofen, auf dem ein Zitronenbäumchen seinen Platz gefunden hat.

„Als ich das Haus das erste Mal gesehen habe, war mein erster Gedanke: 'Um Gottes Willen'“, erinnert sich die ehemalige La-Casa-Wirtin, die mittlerweile auch ihrem nachfolgenden Restaurant, dem „Main La Casa“, den Rücken gekehrt hat. „Auf den zweiten Blick wusste ich aber, dass man hier einiges draus machen kann. Also haben wir es gekauft.“

„Es ist meine Leidenschaft. Für mich ist das absolute Entspannung.“

Zwölf Jahre sind seitdem vergangen und unzählige Stunden, in denen die 56-Jährige, oft gemeinsam mit Ehemann Eric, in und um das Haus gewerkelt hat. „Wir haben ein Jahr lang renoviert, bevor wir überhaupt einziehen konnten.“ Eine Außentoilette kam hinzu, ein Hinterhaus, und aus dem alten Schuppen wurde eine Kochschule, der Podbielski im Oktober neues Leben einhauchen möchte.

Die Außenwand des ehemaligen Schuppens haben Siggi und Eric erst im vergangen Jahr gestaltet. Entstanden ist eine bunte Mosaikbemalung, in die Spiegelscherben integriert sind. „Ich kann hier meine kreative Ader ausleben, das ist wunderbar“, freut sich Podbielski. Als Arbeit sieht sie das Schaffen ihres Reichs nicht. „Es ist meine Leidenschaft. Für mich ist das absolute Entspannung.“

„Ich habe den Mut zur Farbe, würde ich sagen“

Davon, dass sie ein glückliches Händchen beim Dekorieren hat, wissen auch ihre Freunde. „Da kommt immer wieder mal jemand vorbei, schenkt mir ein aussortiertes Weinfass oder die alte Hobelbank. Ich überlege dann, wie ich es stimmig ins Gesamtbild einfügen kann.“ Drum herum drapiert die Deko-Expertin reichlich Grün. Die Pflanzenwelt ist ein weiteres Hobby der gelernten Elektrikerin, die ihre Berufung in der Gastronomie gefunden hat und über viele Jahre lang hinter der Theke im „Brückenkopf“ stand.

Neben der Gastronomie hat Podbielski viel Zeit in die Borngasse investiert. „Ich habe den Mut zur Farbe, würde ich sagen“, lacht sie, während sie auf zwei Lampen aus Silberschiefer zeigt. „Die Platten hat mir mein Vater einmal geschenkt, ich habe Lampen daraus gemacht.“ Es sind diese vielen Kleinig‧keiten in Podbielskis Reich, die das große Ganze ergeben. Eine kunterbunte und dennoch stimmige Wohlfühloase.

„Ich stöbere dann auf Märkten oder in kleinen Läden.“

Vieles hat sie von Reisen mitgebracht. Sri Lanka, Kreta, USA oder aus Südafrika. „Ich stöbere dann auf Märkten oder in kleinen Läden.“

Mit Tinnef und Nippes haben Podbielskis Wohndeko-Accessoires dabei aber mitnichten zu tun. Mögen die Dekostücke noch so verschieden sein, Podbielski besitzt die Gabe, sie zu einem homogenen Gesamtbild zusammenzufügen.

Wer neugierig auf das Haus Podbielski-Much geworden ist, hat im Rahmen des Tages der offenen Tür während des Rochusmarktes von Freitag, 28. September, bis Sonntag, 30. September, Gelegenheit, von jeweils 14 bis 18 Uhr in der Borngasse 10 vorbeizukommen.

Im nächsten Teil unserer Serie „Hanau – Mein Zuhause“ besuchen wir Oberbürgermeister Claus Kaminsky in seinem Haus im Argonnerpark.

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