Dank des Dekans: Dr. Martin Lückhoff verleiht der Vorsitzenden der Kreissynode, Gudrun Levin, die Martinsmedaille für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der evangelischen Kirche. Foto: Ulrike Pongratz

Hanau

Evangelische Kirche: Kreissynode schafft den Haushaltsspagat

Region. Die Aufgaben bleiben, aber die Personalkosten steigen und die Mitgliederzahlen sinken weiter. Das sind Rahmenbedingungen für die Haushaltsplanung des Kirchenkreises der Evangelischen Kirche.

Von Ulrike Pongratz

Für den Doppelhaushalt 2020/21 lag den Mitgliedern der Kreissynode ein umfangreiches Zahlenwerk zur Abstimmung vor. Der vorliegende Haushaltsplan, den das Kirchenkreisamt nach vielen beratenden Sitzungen aufgestellt hat, umfasst den Etat für den Kirchenkreis, die Diakonie und die Kirchengemeinden. Er wurde nun mehrheitlich von den Mitgliedern der Kreissynode beschlossen.

Stefan Ochs, Leiter des Kirchkreisamtes erläuterte, dass in fast allen Teilhaushalten rund 80 Prozent auf Personalkosten entfalle. Diese steigen entsprechend den tariflichen Vereinbarungen. Ihnen stünden aufgrund sinkender Mitgliederzahlen weniger Einnahmen gegenüber.

Strukturumbau erfolgreich umgesetzt

Dekan Dr. Martin Lückhoff betonte in seinem Bericht, dass in der vergangenen Wahlperiode mehr als 12,6 Millionen Euro direkt an die Kirchengemeinden weitergeleitet worden seien. Nach wie vor würden erhebliche Summen fließen – wenn auch etwas weniger.

Weiterhin verwies Lückhoff darauf, dass in der vergangenen Wahlperiode von 2013 bis 2019 die landeskirchlichen Vorgaben zum Rück- und Umbau von Strukturen mit großer Solidarität getragen und mit Erfolg umgesetzt worden seien.

Aufgabengebiete verändern sich

Die Fusion der beiden Kirchenkreise Hanau-Stadt und -Land sei nahezu reibungslos verlaufen, die Kooperationsräume kämen gut in ins Arbeiten, aktuell übernehme der Kreis die Trägerschaft für die Jugendarbeit. Der Pfarrstellenplan, der Schwerpunkte und auch Härten transparent mache, weise der Kreissynode die Verantwortung für die Versorgung der Kirchengemeinden zu und werde auch die neue Kreissynode weiterhin beschäftigen. Die Zahlenkolonnen machten deutlich, wie vielfältig kirchliche Einrichtungen in die Gesellschaft wirken.

Das Kreisjugendpfarramt, die schulbezogene Jugendarbeit, die Fachstelle Pilot und die freie Jugendarbeit, für die der Kirchenkreis die Trägerschaft übernehmen wird, werden weiterhin die unterschiedliche Aufgabenbereiche wahrnehmen.

Synode stimmt für Unterstützung der Flüchtlingshilfe

Auch die evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis, die aus der Steuergrundzuweisung der Landeskirche rund 480 000 Euro erhalten, bleiben unangetastet. Den größten Anteil mit fast einer Million Euro erhält das Diakonische Werk Hanau-Main-Kinzig, das eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Lebenssituationen bleiben ist.

Zudem stimmten die Synodalen in großer Mehrheit für eine weitere finanzielle Unterstützung der ehrenamtlich getragenen diakonischen Flüchtlingshilfe über zwei Jahre mit einem jährlichen Budget von 15 000 Euro. Insgesamt will sich die Evangelische Kirche „nicht aus der Fläche zurückziehen“, sondern sich weiterhin den Menschen zuwenden und diese begleiten – in der Diakonie, in der Seelsorge, in der Kinder- und Jugendarbeit und mit Kirchenkonzerten und Veranstaltungen, wie beispielsweise das Reformationsjubiläum 2017 oder im Jahr 2018 die Vortragsreihen und die Erklärung zur „Hanauer Union“.

Ehrung für Levin

Diese erste Synode nach den Kirchenvorstandswahlen wird sich am 11. März 2020 konstituieren. Unter langanhaltendem Applaus verlieh Lückhoff der Vorsitzenden der Kreissynode, Gudrun Levin, die Martinsmedaille der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck als Dank für ihre 18-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im Kirchenvorstand Windecken und von 2007 bis 2019 als Präses der Synode. Levin wird sich weiterhin für engagieren, aber kürzertreten, wie sie in ihrer kurzen Abschiedsrede anklingen ließ.

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