Wölfin Kriemhild hatte sich eine Woche lang aus Angst vor weiteren Angriffen in einer der Höhlen des Wolfsgeheges versteckt. Vergangene Woche konnte sie von Tierpflegern separiert werden und lebt nun mit Siegfried (rechts) zusammen. Fotos: Hackendahl

Hanau-Klein-Auheim

Europäisches Wolfsrudel im Wildpark lebt getrennt

Klein-Auheim. Die dreiköpfige männliche „Wolfsbande“ und das „Liebespaar aus der Nibelungensage“, Kriemhild und Siegfried, leben im Wildpark Alte Fasanerie seit kurzem getrennt voneinander.

Von Holger Hackendahl

Die europäische Wölfin Kriemhild, die aus dem Tierpark im thüringischen Gotha nach Klein-Auheim kam, sollte eigentlich ins Rudel der vier Wolfsrüden Gunther, Tristan, Richard und Siegfried integriert werden. Doch die neue Bewohnerin wurde verbissen und war aus Angst vor weiteren Attacken ihrer Mitbewohner eine Woche lang in einer Höhle verschwunden. „Wir haben alles im Gehege durchsucht, sie jedoch nicht gefunden“, erklärt Wildbiologin Dr. Marion Ebel.

Als wohl Hunger und Durst zu groß wurden und sie deshalb die Höhle verließ, wurde die zweijährige Wölfin vergangene Woche von den Tierpflegern umgehend in ihrem neuen Zuhause, einem großen Absperrgehege, separiert.

Aus fünf mach zwei und drei

Drei Tage später schafften es die Tierpfleger auch den Prügelknaben, „Omega-Wolf Siegfried“, zu ihr ins Gehege zu locken. „Durch Anfüttern mit Fleisch haben wir Siegfried zu Kriemhild gelockt. Und die beiden vertragen sich auch gut“, erklärt Ebel. Aus dem fünfköpfigen Wolfsrudel sind jetzt – nachdem die drei Rabauken nun von den „Nibelungen“ getrennt wurden – zwei geworden.

„Kriemhild und Siegfried sind nun auf Dauer von den anderen drei getrennt. Erst wenn der sechs Jahre alte Wolfsrüde Siegfried nicht mehr lebt, könnte man einen weiteren Versuch unternehmen, die schöne zierlich Wölfin mit den drei anderen Wölfen erneut zu vergesellschaften. Möglich wäre das am besten in der Ranz, der Paarungszeit der Wölfe.“

Gehegeteil 2300 Quadratmeter groß

Ebel hofft nun auch darauf, dass Siegfried ruhiger wird, wenn er merkt, dass die anderen drei Wölfe – jetzt hinter dem Zaun im größeren Gehegeteil – ihm nichts mehr anhaben können.

„Obwohl Kriemhild verbissen wurde, hat sie wohl trotzdem den Wunsch, wieder hinüberzugehen“, hat Ebel festgestellt. Die Wölfin laufe am Zaun zum Nachbargehege auf und ab. „Aber ich möchte auf keinen Fall, dass Siegfried allein in diesem Gehege lebt. Mit Siegfried versteht sich Kriemhild ja sehr gut“, so die Wildbiologin.

Das durch Zaun und zwei Tore separierbare Gehegeteil ist 2300 Quadratmeter groß und weist somit eine Wolfs-lebengerechte Größe auf. Siegfried und seine Kriemhild könnten nun abseits der drei Rabauken gemeinsam glücklich werden.

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