Mit Werken von Richard Strauss, Haydn und Beethoven startete das erste Sinfoniekonzert der Saison im CPH. Die Neue Philharmonie Frankfurt spielte unter der Leitung von Johannes Klumpp. Foto: George

Hanau

Erstes Sinfoniekonzert der Saison mit Neuer Philharmonie

Hanau. Beim ersten Sinfoniekonzert der Saison mit der Neuen Philharmonie Frankfurt (NPF) stand auch Haydns Cello-Konzert D-Dur auf dem Programm und der internationale Preisträger Valentino Worlitzsch ließ das Publikum im voll besetzten CPH mit seiner ungemein sauberen und feinen Intonation aufhorchen.

Von Ester George

Haydn schrieb das D-Dur-Konzert 1783, durchaus inspiriert von Mozarts lyrischer Gesanglichkeit, und fordert dem Solisten große technische Fertigkeiten ab, wie Doppelgriffe, rasante Läufe und das Spielen in sehr hohen Lagen.

Immer durchsichtig und federnd im Klang zeigte sich die NPF unter der Leitung von Dirigent Johannes Klumpp. Worlitzsch, der vor kurzem zum Solo-Cellisten des hr-Sinfonieorchesters berufen wurde, spielte sich in den Ecksätzen filigran und wendig durch den großen Ambitus, unterstrich einmal mehr im Adagio seinen weichen Klang und verlieh dem Cello-Konzert insgesamt eine geschmeidige, freundliche Eleganz.

Emotionales FeuerVon Haydn und Mozart beeinflusst ist Beethovens 2. Sinfonie von 1802, und dennoch ist in allen Sätzen das emotionale Feuer spürbar, was sie zum Wegbereiter der musikalischen Empfindungswelt der Romantik werden lässt.

Auf diese emotionalen Steigerungen konzentrierte sich auch die NPF. Leidenschaftlich sausten die Musiker durch den ersten Satz mit seinen charakteristischen Dreiklangsfanfaren auf- und abwärts und spielten entsprechend markig und kraftvoll. Eine Besonderheit der Sinfonie ist das Scherzo, welches das Genre des Menuetts ablöst, mit vielen dynamischen Akzenten und schnellen Wechseln der Instrumentengruppen. Diese schnellen Wechsel brachte die NPF exakt auf den Punkt und schuf insgesamt einen schnörkellosen, stringenten Orchesterklang, der den ungestümen, leidenschaftlichen Gehalt betonte.

Eröffnung des Konzertes mit Richard StraussAuszüge aus der Suite „Der Bürger als Edelmann“ von Richard Strauss eröffneten das Sinfonie-Konzert. Nach der Adaption der gleichnamigen Verwechslungskomödie von Molière durch Hugo von Hofmannsthal verfasste Strauss die Musik dazu und schuf daraus eine Suite im neoklassischen Duktus.

Die NPF bot diese mit sehr viel Witz dar, vor allem das „Diner“, dessen lautmalerische Anspielungen mit aufmüpfigem Geflatter und Gebrodel Rückschlüsse auf das Essen geben. Und so brachten der aufblitzende barocke Anstrich in Straussscher Harmonik und die witzig-skurrilen Klangeffekte den einen oder anderen Besucher durchaus zum Schmunzeln.

Das könnte Sie auch interessieren