Der „Markt der Möglichkeiten“ informierte bei der Demokratiekonferenz im Kinopolis über verschiedene Hanauer Organisationen. Foto: Rainer Habermann

Hanau

Erste Demokratiekonferenz im Kinopolis trifft auf große Resonanz

Hanau. „Wir waren total überrascht und fühlten uns regelrecht überrollt von der tollen Resonanz vor allem der Jugendlichen auf unsere erste gemeinsame Demokratiekonferenz im Kinopolis“, strahlte gestern Anna Jagust von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hanau.

Von Rainer Habermann

Die AWO hatte diese Veranstaltung unter dem Motto „Mach mit – Demokratie (er)leben in Hanau“ gemeinsam mit dem Fachbereich Bildung, soziale Dienste und Integration der Brüder-Grimm-Stadt initiiert.

Sie bildete den Auftakt der Hanauer Beteiligung am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Demokratie steht bei Jugendlichen hoch im Kurs

Rund 160 Teilnehmer, überwiegend Jugendliche, zählten die Veranstalter im Laufe des Freitags, der vormittags mit einer Jugendkonferenz in verschiedenen Workshops begann. Am Nachmittag folgte ein „Markt der Möglichkeiten“, bei dem sich verschiedene Organisationen wie die AWO, die Volkshochschule (VHS), der DGB, die Inklusionsinitiative „Menschen in Hanau“ oder der Zonta Club an Info-Ständen vorstellten.

Das Projekt „Demokratie leben!“ fördert Projekte, die sich aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Rassismus richten. Teilnehmen können gemeinnützige, nichtstaatliche Gruppen und Organisationen mit Sitz in Hanau, wobei auch eine Kooperation verschiedener Träger möglich und sogar wünschenswert ist. Fördermittel in Höhe von 20 000 Euro stehen für solche Projekte zur Verfügung. Über zusätzliche Mittel in Höhe von 5000 Euro zur Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen an lebendiger Demokratie kann darüber hinaus ein Jugendforum unter Federführung des Jugendbildungswerks selbst entscheiden.

"Demokratie leben!" fördert Projekte, die sich gegen Gewalt und Rassismus engagieren

Leitziele der gesamten Förderung sind unter anderem eine Sensibilisierung gegen Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit, die Prävention vor demokratiefeindlichen, rechtsextremen oder islamistischen Orientierungen sowie die Förderung der Partizipation und Integration von Migranten.

Auch Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) zeigte sich seitens der Stadt Hanau sehr angetan von der guten Beteiligung an der Demokratiekonferenz. „Dass wir eine Stadt der Vielfältigkeit mit Menschen aus allen möglichen Kulturen und sozialen Schichten sind, ist keine Neuigkeit“, sagte Weiss-Thiel. „Aber gerade auch vor der Europawahl beobachten wir, dass unsere Gesellschaft ein Stück weit auseinanderläuft an die Ränder. Und die Tendenz geht an den rechten Rand.

Bisher hatten wir uns an der Aktion 'Demokratie leben!' nicht explizit beteiligt, aus Schutzschirm- und finanziellen Gründen. Jetzt aber sehen wir die Demokratiekonferenz als einen hervorragend gelungenen Start in die diversen Projekte an.“ Das Kinopolis unterstützt die Aktion ebenfalls und stellte das Foyer und einen Kinosaal unentgeltlich zur Verfügung.

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