Im Klausenweg laufen derzeit neue Grundwasseruntersuchungen. Foto: PM

Hanau

Ergebnisse zu Hanauer Grundwasserbelastung liegen 2020 vor

Hanau. Im Hanauer Klausenweg laufen noch bis in den November hinein aufwändige Grundwasseruntersuchungen wegen einer möglichen Verunreinigung mit LCKW. Die Abkürzung steht für leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe.

Von Christian Dauber

Zu diesem Zweck sind in den vergangenen Wochen Bohrungen vorgenommen und Messstellen eingerichtet worden. Darüber ist unsere Zeitung von Anwohnern informiert worden, die entsprechende Informationsschreiben bekommen hatten. Eine HA-Nachfrage bei dem im Auftrag des Landes Hessen tätigen Altlastensanierungs-Unternehmen HIM-ASG bestätigte dies.

Die Verunreinigungen hängen zusammen mit Altlasten des ehemaligen Klebstoffwerks Dekalin, die weitestgehend als beseitigt galten. Bei Dekalin kamen, wie früher weit verbreitet, LCKW als Lösungsmittel zum Einsatz.

Bereichsweise deutliche Verunreinigung

Die nötige Bodensanierung wurde laut HIM-ASG bereits 2007 abgeschlossen. Das nach Süden abgeströmte Grundwasser wurde bis 2012 weiter saniert. Doch nach wie vor blieben Belastungen zurück, weswegen das Biebesheimer Unternehmen damit beauftragt wurde, zu untersuchen, ob eine weitere Grundwassersanierung erforderlich und verhältnismäßig sei. „Seit Oktober 2015 wird das Grundwasser erneut mittels zahlreicher Messstellen, die im Bereich der abgeströmten Schadstoffe verteilt sind, halbjährlich kontrolliert. 2017 stieß man im Klausenweg unerwartet erneut auf LCKW im Grundwasser“, teilt die HIM-ASG mit.

Um das Ausmaß des Grundwasserschadens zu ermitteln, seien 2018 entlang des Klausenwegs in Abständen von wenigen Metern Bohrungen niedergebracht worden. „Die Ergebnisse zeigten bereichsweise deutliche Verunreinigungen des Grundwassers durch LCKW. Zur genaueren Feststellung der Grundwasserbelastung müssen diese Ergebnisse nun anhand von Grundwassermessstellen, an denen sogenannte Pumpversuche durchgeführt werden“, erläutert die Firma.

Kosten belaufen sich auf rund 50 000 Euro

Ob theoretisch eine Gefährdung für die Anwohner besteht, ist derzeit wohl unklar. „Zur Beurteilung müssen die Ergebnisse der Pumpversuche abgewartet werden. Mit den Pumpversuchen ergeben sich im Gegensatz zu den orientierenden Sondierungen 2018 belastbare Ergebnisse, mit denen eine Bewertung zur weiteren Vorgehensweise vorgenommen werden kann“, antwortet die HIM-ASG auf diese Frage unserer Zeitung. Die Pumpversuche liefen noch bis Anfang November. Mit Ergebnissen sei im Februar 2020 zu rechnen. Dieser werde dann zunächst dem Regierungspräsidium Darmstadt zur Prüfung vorgelegt. Anschließend würden die weiteren Maßnahmen identifiziert, so das Unternehmen.

Die Messstellen seien durch eine Fachfirma errichtet worden. Die Pumpversuche würden vom überwachenden Ingenieurbüro betreut und geleitet. Die Kosten belaufen sich laut der HIM-ASG auf rund 50 000 Euro, sie werden vom Land übernommen.

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