In Steinheim werden Reifen auf Herz und Nieren getestet. Drei Konzerne forschen und entwickeln künftig gemeinsam an der Offenbacher Landstraße. Foto: PM

Steinheim

Entwicklungszentrum von Sumitomo und DunlopTech eröffnet

Steinheim. Wenn man nicht gerade auf eine Delegation aus der Hanauer Partnerstadt Tottori trifft, sind in der Brüder-Grimm-Stadt selten so viele Japaner an einem Ort zu finden wie am Mittwoch in Steinheim. Der Besuch aus Fernost hatte aber einen guten Grund.

Von Christian Dauber

Denn in den ehemaligen Werkshallen von DS Smith wurde das europäische Entwicklungscenter des japanischen Reifenkonzerns Sumitomo eröffnet. Viele Gäste waren extra aus Asien angereist.

Auf dem 30 000 Quadratmeter großen Areal sind in rund einem Jahr Bauzeit vier Werkshallen errichtet worden, in denen für ganz Europa und Afrika Reifen entwickelt und getestet, Latexmilch hergestellt und Reifenluftdruckkontrollsysteme konzipiert werden. Über Emissionen müssen sich die Steinheimer keine Sorgen machen – dies hatten Gutachten belegt.

Das dazugehörige historische Gebäude direkt an der Offenbacher Landstraße wurde zudem als Bürogebäude restauriert und ausgebaut. Wie viel investiert wurde, darüber gab es bei der Eröffnung keine Informationen. Als die Pläne damals bekannt wurden, war allerdings von rund 20 Millionen Euro die Rede gewesen.

Zusammen unter einem Dach

In Steinheim arbeiten nun 90 Mitarbeiter der Firmen Sumitomo Rubber Europe (SRE) und DunlopTech unter einem Dach. Beides sind Tochterunternehmen des japanischen Sumitomo-Konzerns. SRE hatte seinen Sitz bisher an der Donaustraße, Dunlop-Tech war auf dem Areal des Hanauer Dunlop-Konzerns zu finden. Trotz des Namens haben beide Firmen heute nichts mehr miteinander zu tun. Als drittes Unternehmen wird noch Falken Tyres aus Offenbach nach Steinheim umziehen und sich im neuen Entwicklungszentrum ansiedeln. Der Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest. „Falken verzeichnet gerade ein Wachstum in Vertriebs- als auch in Mitarbeiterzahlen. Sobald sich diese Zahlen stabilisiert haben, werden der Neubau und der Umzug geplant“, teilt Falken-Pressesprecherin Kerstin Schneider gestern auf HA-Nachfrage mit.

Zur Eröffnungsfeier am Mittwoch waren rund 100 Gäste gekommen. Sie wurden von Minoru Nishi, dem Vize-Präsident von Sumitomo Rubber Industries aus Japan begrüßt. Er freute sich, dass sein Konzern mit Steinheim nun einen neuen europäischen Standort habe und betonte die Wichtigkeit des europäischen Markts für Sumitomo. Der Leiter des regionalen Sumitomo-Hauptquartiers für Europa und Afrika, Yutaka Kuroda, betonte, im Entwicklungszentrum würden innovative Ideen für die Automobilindustrie der Zukunft entwickelt. Er freue sich auf „aufregende“ neue Produkte, sagte Kuroda, der wie Nishi auf Englisch zu den Gästen sprach.„Sie passen in unser Beuteschema“, bekannte Oberbürgermeister Claus Kaminsky scherzhaft, Materialtechnik sei in Hanau zu Hause. Dementsprechend freue er sich über die Ansiedlung. Der OB blickte in die Historie des Areals. Nach der Entscheidung von DS Smith, auf den Fliegerhorst nach Erlensee zu ziehen, habe die Stadt das Gelände analysiert. Schnell habe sich gezeigt, das dieses nicht für die Entwicklung von Wohnraum geeignet sei – vor allem wegen des Lärms durch die Bahnstrecke und die Bundesstraße 43. Umso froher sei man gewesen, dass mit Sumitomo und DunlopTech ein würdiger Nachfolger gefunden worden sei. Daran habe auch die Hanauer Wirtschaftsförderung mit Erika Schulte großen Anteil.

Ihr sowie dem OB gebührte auch der Dank von Bernd Schuchhardt, dem Geschäftsführer der Dunlop Tech GmbH. Vor Ort in Steinheim würde nun das Know-how der beteiligten Firmen gebündelt. „Die Lage ist ideal“, sagte Schuchardt.

Neuer Standort auch für das Wachstum des Unternehmens gut

Auch Dr. Bernd Löwenhaupt, Geschäftsführer der Sumitomo Rubber Europe GmbH, war über den Umzug erfreut. „Mit unseren neuen technischen und chemischen Labors, die ebenfalls erweiterbar sind, haben wir hier erstmals direkt die Möglichkeit, Reifenmischungen und Reifen zu testen und zu analysieren. Das macht unsere Forschung und die Entwicklung nicht nur schneller, sondern auch effizienter.“ Zudem sei der Standort in Steinheim größer als jener an der Donaustraße, sodass er dem Wachstum des Unternehmens Rechnung trage.

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