Entscheidung im kommenden Jahr: Was genau auf der Freifläche an der Friedrich-Ebert-Anlage entstehen wird und durch wen, ist laut der Stadt Hanau noch nicht abschließend geklärt. Foto: Reinhard Paul

Hanau

Was entsteht auf der Freifläche am Kinopolis?

Hanau. Es gehört zu den wenigen Freiflächen in unmittelbarer Innenstadtnähe und würde aufgrund seiner guten Lage von Immobilienfachleuten wahrscheinlich als „Filetstück“ bezeichnet werden:

Von David Scheck

Die Stadt hat nach der Zustimmung durch die Stadtverordnetenversammlung das Grundstück mit der Bezeichnung Brüder-Grimm-Straße 14 zurückgekauft. Was dort nun entstehen soll, ist laut Aussage der Stadt noch nicht entschieden. Die Linke im Ortsbeirat Innenstadt begrüßt zwar den Rückkauf durch die Stadt, kritisiert aber auch das weitere geplante Vorgehen.

Der Punkt fand in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments Ende Oktober im nichtöffentlichen Teil statt – sprich, Zuschauer und Presse waren nicht zugelassen. Schließlich geht es um eine – in diesem Fall anscheinend heikle – Verkaufsangelegenheit.

Darum geht es

Um was es geht: Auf dem Grundstück entlang der Friedrich-Ebert-Anlage, in der Nähe des Kinopolis-Parkhauses, stand einst das 2011 abgerissene „Haus der Bäcker“ der Bäckerinnung Hanau. 2014 wurde das Areal an eine Firma verkauft, die dort ein Autohaus errichten wollte. Nun hat die Stadt Hanau von ihrem Wiederkaufsrecht Gebrauch gemacht, „nachdem die Käufer die vereinbarten Fristen für einen Baubeginn trotz mehrfacher Fristverlängerung nicht eingehalten hatten“, heißt es aus der städtischen Pressestelle auf eine Nachfrage unserer Zeitung.

Was aus dem 3800 Quadratmeter großen Areal werden soll, ist nach Angaben der Stadt noch nicht abschließend geklärt. Im Rahmen eines Konzeptvergabeverfahrens soll über die zukünftige Bebauung entschieden werden. Stand heute solle dieses Verfahren Mitte des kommenden Jahres ausgeschrieben werden.

Cafer Kilicarslan, Vertreter der Partei Die Linke im Ortsbeirat Innenstadt, begrüßt in einer Mitteilung, dass die Stadt das Grundstück der ehemaligen Bäckerinnung zurückkaufen will. Allerdings kritisiert er, wie die Stadt nun weiter vorgehen will: „Wir brauchen keine langwierigen Ausschreibungen und Konzeptvergabeverfahren von Immobilienkonzernen, die das meiste Geld aus so einem Grundstücksdeal herausholen wollen. Nicht Investoren haben zu entscheiden, was wo in unserer Stadt gebaut wird. Da steht die Stadtspitze in der Verantwortung.“ Gefordert seien vielmehr schnelle und soziale Entscheidungen im Sinne jener Bürger der Stadt Hanau, die schon seit Jahren vergeblich nach bezahlbaren Wohnraum suchten, so Kilicarslan.

Forderung der Linken

Daher fordert die Linke den Magistrat auf, einen Beschlussvorschlag vorzulegen und die Hanauer Baugesellschaft und Bau Projekt Hanau damit zu beauftragen, ein Immobilienkonzept zu entwickeln. Dazu sollen nach Kilicarslans Auffassung die Förderprogramme von Bund, Land und dem Main-Kinzig-Kreis miteinbezogen werden.

Außerdem fordert die Linke, dass die geplante Immobilie im städtischen Besitz bleiben soll, „um Spekulationsverkäufen vorzubeugen und die Mietpreise auf einem erschwinglichen Niveau für die Bevölkerungsmehrheit zu halten“. Außerdem bleibe es bei der generellen Forderung der Linke, dass für alle Baugebiete in Hanau, die von privaten Investoren entwickelt werden, mindestens 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnraum sein müsse.

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