Warten, bis alles verfallen ist? In Sachen Kinzigheimer-Weg-Entscheidung wird Hanau auf eine arge Geduldsprobe gestellt. Archivfoto: Reinhold Schlitt

Hanau

Entscheidung über Kinzigheimer Weg zieht sich weiter hin

Hanau/Darmstadt. In der Auseinandersetzung um das Vorkaufsrecht der Stadt Hanau in Sachen Kinzigheimer-Weg-Siedlung scheint ein Gerichtstermin nach wie vor in weiter Ferne zu sein.

Von Reinhold Schlitt

Das zuständige Landgericht Darmstadt teilte auf Nachfrage unserer Zeitung nunmehr vage mit, dass „erst Mitte des kommenden Jahres“ mit einem Verhandlungs- beziehungsweise Erörterungstermin gerechnet werden könne.

Gutachten liegt immer noch nicht vor

Ein für November dieses Jahres vom Landgericht erwartetes sogenanntes Ergänzungsgutachten zum Verkehrswert der Immobilie liegt nach Auskunft des Gerichtssprechers immer noch nicht vor. Die Beteiligten (die Dolphin Capital 214. Projekt GmbH klagt gegen die Stadt Hanau) hätten „weitere Eingaben“ gemacht, „die die Begutachtung verlängert haben“, heißt es.

Außerdem hatte der Kläger (Dolphin) nach Informationen des HANAUER ANZEIGER im Dezember der zuständigen Baulandkammer ein eigenes und damit zusätzliches Gutachten vorgelegt, zu dem die Stadt Hanau nun ihrerseits Stellung nehmen muss. Einzelheiten dazu sind nicht bekannt.

Verfahren läuft schon seit Sommer 2017

Das Verfahren um das von der Stadtverordnetenversammlung Hanau im Juni 2017 geltend gemachte Vorkaufsrecht der Stadt (Rückkauf der einstmals städtischen Siedlung) zieht sich nun schon seit Sommer 2017 (Eingang der Klage bei Gericht im Juli 2017) hin. Dolphin beklagt die Inanspruchnahme des Vorkaufsrechts sowohl dem Grunde nach als auch wegen der Höhe des damals festgestellten Verkehrswertes von vier Millionen Euro.

Bei einem Stadtteilrundgang mit Vertretern der Stadt Hanau am 30. Oktober äußerten mehrere Bewohner des Hafengebiets die Sorge, dass mit einer Verzögerung einer Gerichtsentscheidung „Fakten geschaffen“ werden könnten, wonach am Ende wegen weiteren Verfalls der Siedlung nur deren Abriss bliebe.

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