Käsestand auf dem Wochenmarkt in Hanau
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Die „Käsemädels“, wie sich Petra Braun (links) und Karin Schmidt selbst nennen, sind am kommenden Samstag das letzte Mal auf dem Hanauer Markt anzutreffen.

Stand in vierter Generation

Bald ist Schluss: „Käsemädels“ verabschieden sich vom Hanauer Wochenmarkt

Hanau – Die „Käsemädels“, wie sich Karin Schmidt und Petra Braun selbst nennen, sind den Hanauer Marktbesuchern gut bekannt und auf dem Markt eine richtige Institution. Doch nach 90 Jahren Familientradition machen die Käsemädels nun Schluss.

Seit 1996 sind die Schwestern dort mittwochs und samstags mit Handkäse und frischen Eiern vertreten und das bereits in vierter Generation. Am Samstag, 18. Juli, werden Braun und Schmidt das letzte Mal auf dem Hanauer Markt Handkäse und Eier verkaufen. „Unsere Urgroßmutter kam vor 90 Jahren das erste Mal mit dem Zug und dem Handwägelchen aus Hüttenberg nach Hanau, um hier ihre Waren zu verkaufen. Seitdem ist unsere Familie hier mit einem Stand vor Ort“, berichtet Karin Schmidt.

Käsemädels stehen seit ihrer Kindheit auf dem Wochenmarkt in Hanau

In ihrer Kindheit begleiteten die beiden Mädchen dereinst ihre Großmutter auf den Hanauer Markt und unterstützten sie beim Verkauf. Später übernahmen sie die Aufgabe ganz.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky besuchte die beiden Schwestern kürzlich gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Vereins der Marktbeschicker, Peter Krebs, um ihnen für die lange Treue zum Hanauer Markt zu danken und kleine Präsente zu überreichen.

„Sie waren eine große Bereicherung für den Hanauer Markt und hatten viele Stammkunden. Wir werden Sie, Ihre freundliche Art und Ihren leckeren Handkäse sehr vermissen“, bedauerte der OB.

Wochenmarkt Hanau: Abschied macht die Käsemädels wehmütig

Auch Braun und Schmidt sind angesichts ihres Abschieds wehmütig: „Wir hatten großartige Kundinnen und Kunden, denen wir herzlich danken möchten! Doch wir kommen langsam in die Jahre, sind 60 und 62 Jahre alt, und haben keine Nachfolger“, berichtet Petra Braun. Auch sei ein großes Investment in den Stand notwendig, dass die beiden Frauen nicht mehr stemmen wollen.

„Wir waren jetzt über Jahrzehnte jedes Wochenende hier und wollen jetzt einfach ein bisschen mehr Freizeit“, sind sie sich einig. „Die sei Ihnen nach all den Jahren auch gegönnt! Ich hoffe jedoch, dass Sie uns nicht ganz den Rücken kehren und zumindest als Gäste wieder nach Hanau und auf den Markt kommen“, sagte der OB. das

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