Die Elisabeth-Schmitz-Schule in Hanau-Wolfgang. Archivfoto: Reinhard Paul

Hanau

Elisabeth-Schmitz-Schule: Im Schockzustand vor lauter Freude

Hanau. In einen Schockzustand vor Freude geriet der Leiter der Elisabeth-Schmitz-Förderschule, Gerhard Lux, am Montag, als ihn das Schreiben des Staatlichen Schulamtes mit der Ankündigung erreichte, dass die angedrohten Kürzungen zurückgenommen würden.

Von Jutta Degen-Peters

Das erklärte Lux am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung sichtlich erleichtert. Er sei glücklich und zufrieden. Diese Freude habe er mit vielen teilen können. Die Telefondrähte glühten bei ihm heiß, weil Schüler und Eltern ihn mit Glückwünschen und Freudenbotschaften überhäuften.

„Wir hoffen, dass der Schulfrieden nun wieder hergestellt ist, und dass die Schule das neue Schuljahr gut beginnen kann“ – mit diesen Worten beginnt der Brief, der unserer Redaktion gestern von der Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Susanne Meissner, geschickt wurde.

Schreiben zugemeilt

Das Schulamt war am Montagabend (wie erwähnt) für unsere Redaktion für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen gewesen. Als Antwort auf unsere schriftliche Anfrage mit der Bitte um eine Erläuterung der Gründe, die zur Rücknahme geführt haben, wurde uns jetzt das Schreiben an die Schulgemeinde in Kopie zugemailt.

„Die für das Schuljahr 19/20 geplante Korrektur der Zuweisung auf Grundlage der Verordnung über die Festlegung der Anzahl und der Größe der Klassen, Gruppen und Kurse in allen Schulformen (...) sorgte in den letzten Wochen für Unruhe und störte den Schulfrieden erheblich. Die gesamte Schulgemeinde der Elisabeth-Schmitz-Schule kritisierte die Korrektur bzgl. der Abteilung für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Die Diskussion erfolgte leider nicht immer sachlich“, heißt es in dem Schreiben des Schulamtes an die Elisabeth-Schmitz-Schule.

Richtig sei, dass die Elisabeth-Schmitz-Schule eine Schule mit Förderschwerpunkt Lernen mit einer Abteilung für den Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung sei, ist dort weiter zu lesen. „Bislang erhielt die Schule die Zuweisung einer Schule mit Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, obwohl sie keine entsprechende Schule ist und nicht diese umfassenden Aufgaben erfüllen muss“, so der weitere Wortlaut des Schreibens.

Geplant gewesen sei diese Zuweisung auf Grundlage der oben erwähnten Verordnung zu korrigieren. „Nach erneutem Austausch mit dem Hessischen Kultusministerium kommen wir zu dem Ergebnis, diese Korrektur für das kommende Schuljahr nicht durchzuführen. Aktuell ist auch keine Korrektur in den nächsten Jahren geplant“, kündigt das Schulamt das künftige Vorgehen an. Man hoffe sehr, dass der Schulfrieden wieder hergestellt sei und dass die Schülerinnen und Schüler der Elisabeth-Schmitz-Schule gut gefördert würden, heißt es abschließend.

Rechtsgrundlage läuft 2022 aus

Möglicherweise basiere die Rücknahme der zunächst geplanten Kürzungen auf der Tatsache, dass die Rechtsgrundlage, auf der diese Kürzungen fußen sollten, im Jahr 2022 ohnehin ausläuft, ist aus Insiderkreisen zu vernehmen. Dann müsse ohnehin neu geregelt werden, wie künftig mit Abteilungen umzugehen sei, hieß es dort.

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