Uschi und Hartmut Kitz haben auch in höherem Alter noch viel Spaß am Tanzen. Das haben sie beim Galaball der Tanzschule Berné unter Beweis gestellt. Foto: Hoffmann

Hanau

Eheleute Kitz sind Berné-Tanzschüler der ersten Stunde

Hanau. In den 1950ern durfte man nicht einfach so die Dame seiner Wahl auf die Tanzfläche bitten, sondern musste erst die Eltern um Erlaubnis fragen. Welch ein Glück, dass die Familie von Uschi Kitz nichts dagegen hatte, als ihr  heutiger Ehemann Hartmut sie zum Tanz bat. Beide sind Berné-Tanzschüler der ersten Stunde.

Von Stephan Hoffmann

Uschi und Hartmut Kitz kennen die Tanzschule Berné schon seit Jahrzehnten. Sie sind zwei Tanzschüler der ersten Stunde. Auch beim Galaball zum 65-jährigen Bestehen waren die beiden dabei. Der HANAUER hat die 78- und den 81-Jährigen am Rande des Balls zum Gespräch getroffen.

Früher war alles anders – auch die Tanzschule. Und auch, wenn die jetzige (Senior)-Chefin der Tanzschule Berné heute jungen Leuten eine ordentliche Portion Schliff für den Alltag mitgibt, so unterscheidet sich dieser „Benimmunterricht“ doch ganz erheblich von dem Drill der 50er und 60er.„Tanzschule war eine Erziehung fürs Leben“Davon kann auch Hartmut Kitz ein Lied singen: Der gebürtige Hanauer gehörte zu den ersten Schülern der Tanzschule Kellermann, die kurz danach von Irmgard und Karl Berné übernommen wurde. Das war 1951. „Tanzschule war eine Erziehung fürs Leben“, erinnert sich der putzmuntere 81-Jährige, der sich natürlich gemeinsam mit seiner Frau Uschi den Jubiläumsball im CPH  nicht entgehen ließ.„Wir haben nicht nur gelernt, dass man der Dame in den Mantel hilft, die Tür aufhält oder den Stuhl ran schiebt, sondern auch so etwas wie Tische eindecken und dekorieren. Und natürlich immer ordentlich bei den Eltern nachfragen.“Mütter und Väter waren immer präsentEinfach die Dame seiner Wahl auf die Tanzfläche führen – das gab es in den 50ern nicht. „Wir mussten bei denEltern darum bitten, die Tochter auffordern zu dürfen. Die waren immer dabei.“ Uschi Kitz nennt die damals stets präsenten Mütter und Väter heute noch schmunzelnd „Die Drachenfelsen“ – auch sie ist eine begeisterte Tänzerin, lernte ihren Hartmut 1957 auf einem Faschingsball kennen und ging ein Jahr später mit ihm, na klar, auch in die Tanzschule Berné.Aufgefrischt wurden die Kenntnisse aus dem Unterricht damals immer sonntags beim sogenannten „Tanztee“. Den gibt es übrigens heute immer noch, aber auch er darf sich über eine Modernisierung freuen und heißt heute „Sonntagsparty“. Überdies, erzählt das Ehepaar Kitz, hätten die Familien häufig sogenannte „Hausbälle“ veranstaltet, also private Tanzvergnügen in der heimischen Wohnung.Sturz auf dem Parkett entdete mit Oberschenkelhalsbruch„Da saßen die Eltern dann in der einen Stube und hatten die besseren Getränke, und die Jugend hat getanzt und Bowle getrunken“, lacht Uschi Kitz. „Aber wir haben eben noch unser eigenes Programm gemacht“, betont ihr Mann, „es gab ja kaum Haushalte mit Fernsehen.“Dass die beiden rüstigen Senioren auch heute noch großen Spaß am Tanzen haben, stellten sie auf dem Jubiläumsball unter Beweis. Vor allem die schnellen Tänze wie Jive oder Cha Cha haben es ihnen angetan. Früher hätten sie sogar richtig Rock'n'Roll getanzt, erzählen sie. Jetzt darf es auch mal langsamer sein, vor allem, nachdem Uschi Kitz sich ausgerechnet bei einem Sturz auf dem Parkett vor ein paar Jahren den Oberschenkelhals brach.„Tanz ist für mich Lebensfreude“Trotzdem wollen sie auf die Bewegung zur Musik nicht verzichten: „Tanz ist für mich Lebensfreude“, macht die zierliche 78-Jährige klar, und auch wenn ihr Mann mit einem gequälten Augenaufschlag fragt, was denn daran Lebensfreude sein solle, wenn er dazu gezwungen sei, in einem engen Hemdkragen zu schwitzen, ließen sich die zwei „Tänzer der ersten Stunde“ am Jubiläumsball kaum ein Tänzchen entgehen.

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