Die Grundlage der Ausstellung bildet das Inventarbuch der Akademie, das seit 1880 geführt wurde. Insgesamt 150 darin aufgelistete Werke werden in den kommenden drei Monaten im Goldschmiedhaus präsentiert. Foto: PM

Hanau

Deutsches Goldschmiedehaus stellt Jahresprogramm 2018 vor

Von Per Bergmann Hanau. Im Deutschen Goldschmiedehaus hat Leiterin Dr. Christianne Weber-Stöber am Mittwoch auf das abgelaufene 75. Jubiläumsjahr zurück geblickt. Im Anschluss lieferte sie den Pressevertretern einen Ausblick auf das diesjährige Jahresprogramm, das mit insgesamt acht besonderen Ausstellungen lockt.

„Wir können sehr zufrieden sein, was die Besucherzahlen im vergangenen Jahr angeht“, erklärte Weber-Stöber einleitend. Insgesamt 9360 Menschen besuchten die Ausstellungshalle im abgelaufenen Jubiläumsjahr, das unter dem Motto „75 Jahre Deutsches Goldschmiedehaus“ fungierte. Somit konnte die Einrichtung rund 1000 Besucher mehr als noch im Jahr zuvor zählen.

Neben vielen Gästen aus dem Ausland kam ein Großteil aus dem Hanauer Umkreis. „Vor allem mit der Familienschätze-Ausstellung haben wir viele Hanauer mobilisieren können“, so Weber-Stöber. „Wir hoffen auf eine Nachhaltigkeit des gestiegenen Zuspruchs.“

Ausstellung "Historismus und Jugendstil"Das neue Jahresprogramm erstrahle nun „in der neuen Trendfarbe des Jahres“ – in einem leuchtenden Pink. Neben den acht Hauptausstellungen – im vergangenen Jahr waren es noch 18 – enthält es andere Events wie das beliebte „Kultur-Dinner“, Goldschmiedeworkshops für Kinder und Vorträge über ausgewählte Themen.

Den Auftakt bildet die Ausstellung „Historismus und Jugendstil – Sammlung der Staatlichen Zeichenakademie Hanau“, die gestern eröffnet wurde und bis Donnerstag, 26. April, im Silbersaal des Goldschmiedehauses zu sehen ist. Die Ausstellung enthält meisterliche Zeichnungen und Vorlagen von Gold- und Silberschmiedearbeiten ab dem Jahr 1772.

"Hochspannende Ausstellung"Ab den 1880er Jahren wurde an der Schule Schmuck und Silbergerät gefertigt, die teilweise als bedeutende Zeugnisse des Historismus und Jugendstils gelten. Einige von ihnen sind ebenfalls im Rahmen der Ausstellung zu sehen. Trotz großer Verluste während des Zweiten Weltkriegs, konnte die Zeichenakademie Teile ihrer Sammlung retten, darunter prunkvoll gearbeitete Gefäße und Schmuckstücke sowie originale Entwurfszeichnungen.

Die Grundlage der Ausstellung bildet das Inventarbuch der Akademie, das seit 1880 geführt wurde. Insgesamt 150 darin aufgelistete Werke werden in den kommenden drei Monaten im Goldschmiedhaus präsentiert. Die Akademie habe nicht nur „deutschlandweit eine wichtige Stellung bei der Ausbildung“, sie beherberge darüber hinaus einige kunsthistorische Schätze, stellte Weber-Stöber fest.

Dass diese „hochspannende Ausstellung“ jetzt einem breiten Publikum präsentierte werde, sei auch der Leiterin der Zeichenakademie, Gabriele Jahns-Duttenhöfer sowie dem ehemaligen Lehrer-Ehepaar Doris und Gerhard Schulz-Wahle zu verdanken, das an der Auswahl der Werke beteiligt war. Ein weiterer Dank gelte dem Großauheimer Heimatmuseum, dass die Bronze-Plastik „Junges Entlein“ für die Ausstellung frei gab. Es handelt sich sehr wahrscheinlich um die erste Arbeit von August Gaul.

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