Daniel Mylow ist nicht nur Krimiautor. Der in Marburg lebende Schreiberling verdient sein Geld zudem als Lehrer für die Fächer Deutsch, Philosophie und Theater. Foto: Swierzy

Hanau

Daniel Mylows "Rotes Moor" - Ein poetischer Regionalkrimi

Hanau. Der Fund einer mumifizierten Leiche ruft Kommissarin Anna Lewin auf den Plan. Vielleicht handelt es sich um Sylvies Leichnam, die vor 27 Jahren nahe Gersfeld spurlos verschwand. Trotz der fortschreitenden Ermittlungen, die mehr und mehr in eine andere Richtung deuten, will Lewin den Vermisstenfall nicht ruhen lassen.

Von Philipp Swierzy

Am Donnerstagabend las Daniel Mylow in der Buchhandlung Thalia im Forum Hanau aus seinem Krimi, der mitten in der hessischen Rhön spielt. Die ernste Sprache des Autors nimmt den Leser mit in eine düstere Parallelwelt. Bei den Regionalkrimifans scheint das Buch anzukommen. Der Cocon-Verlag konnte bereits nach zwei Wochen, als die ersten 500 Exemplare vergriffen waren, weitere Kopien in Auftrag geben. Auch diese waren schnell unter die Leserschaft gebracht.

„Vor einem Jahr gelang mir der Durchbruch als Autor“, erzählt Mylow. Im Mai letzten Jahres ist der Roman erschienen, seither hat Mylow über zehn Lesungen abgehalten und das Buch gilt bei seinem Verlag als überaus erfolgreich.

Verlag hielt Buch für „zu poetisch, zu literarisch“Dabei hatte der Piper-Verlag, der das Buch ursprünglich in Auftrag gegeben hatte, es noch abgelehnt. Es sei „zu poetisch, zu literarisch“, so die Begründung laut Mylow. „Der Cocon-Verlag hat genau deswegen zugegriffen“, erzählt er. Ein bisschen sei er auch angetreten, um zu verdeutlichen, dass genau dieser Spagat zwischen den Genres möglich ist.

Mylow selbst kommt nicht aus der Rhön, „hat aber lange dort recherchiert“. Er lebt derzeit in Marburg und unternahm mehrere Exkursionen in dieses „faszinierende“ Naturschutzgebiet, in dem 175 Jahre lang Torf abgebaut wurde. Der ehemalige Verlagslektor, der aktuell als Lehrer Deutsch, Philosophie und Theater unterrichtet, schrieb als Autor bisher vornehmlich Kurzprosa. Für seine gut 200 Kurzgeschichten erhielt er bereits einige Literaturpreise. „Eigentlich komme ich nicht aus dem Krimi-Genre, aber diese Verbindung aus hochpoetischer, fast lyrischer Sprache mit dem Genre Thriller, das spricht die Leute offenbar an. Davon bin ich selbst überrascht“, so Mylow. Aufgrund des Erfolges hat Mylow auch gerade erst seinen zweiten Thriller fertig gestellt.

Mylow würde nie seinen Beruf kündigenIn seinem „Brotberuf“ als Lehrer wird der Autor ab diesem Sommer kürzertreten, um mehr Zeit fürs Schreiben zu haben. „Ich bin zu lange schon in dem Geschäft unterwegs und traue diesen kurzfristigen Erfolgen nicht. Ich würde deshalb nie deswegen meinen Job kündigen“, erklärt er.

Der Regionalverlag Cocon, ursprünglich auf Reise- und Erlebnisführer spezialisiert, hat die Einzigartigkeit des poetischen Stils von Mylow erkannt. Darauf sei man auch stolz, so eine Sprecherin des Verlags am Rande der Lesung. Die Zuhörer verließen Mylows Lesung mit einem signierten „Roten Moor“ in der Hand und reichlich Vorfreude auf eine spannende Geschichte. Bei Thalia finden in den kommenden Wochen weitere Veranstaltungen ähnlicher Art statt. Heute ist beispielsweise Axel Kranz mit seinem Titel „Ich coache mein Unterbewusstsein“ zu Gast in der Hanauer Buchhandlung.

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