Die Biber haben ganze Arbeit geleistet: Der Weg im Hellental ist teilweise kaum mehr zu erkennen – und nur mit dem Fahrrad passierbar.
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Die Biber haben ganze Arbeit geleistet: Der Weg im Hellental ist teilweise kaum mehr zu erkennen – und nur mit dem Fahrrad passierbar.

Überschwemmung

Dammbau mit Folgen: Biber-Familie setzt erneut Hellental-Weg unter Wasser

  • Christian Spindler
    vonChristian Spindler
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Sie ist wieder da: Die Biber-Familie in Hanau setzt erneut den Hellental-Weg unter Wasser.

Steinheim/Hanau – „Wir haben es offensichtlich mit einer aktiven Biber-Familie zu tun“, sagte Dieter Zuth von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt bereits im November über die Nager im Steinheimer Hellental. Wie eifrig sie bei der Sache sind, haben die Nager einmal mehr bewiesen.

Sie haben die von ihnen gebauten Dämme im Hellenbach so sehr verstärkt, dass weite Teile der Wiesen überflutet wurden, ebenso ein Abschnitt des Rad- und Spazierwegs im Hellental. Er ist für Fußgänger teilweise nicht passierbar, mehrere Zentimeter hoch steht das Wasser. Weiß-rote Absperrbaken und sogar Hochwasserschilder warnen davor.

Die Steinheimer Biberfamilie hatte bereits im vorigen Sommer für Schlagzeilen gesorgt – und für einen Einsatz des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS). Die Biber hatten den Hellenbach so weit aufgestaut, dass er wiederholt über die Ufer trat und ein Teil des Rad- und Fußwegs überflutet wurde. Der Weg wurde daraufhin auf rund 75 Metern Länge um 40 Zentimeter angehoben. Kosten: 25 000 Euro.

Jetzt ist ein anderer Bereich des Wegs betroffen. Ob und wie auf die neuerlichen Aktivitäten der Biber-Familie, die im Bachabschnitt mittlerweile fünf Dämme gebaut hat, reagiert wird, ist offen. HIS und die Naturschutzbehörde wollen zunächst die Bautätigkeit der Biber weiter beobachten und dann beurteilen, welche Folgen sich für die Landschaft unter Berücksichtigung des Naturschutzes ergeben. Unmittelbare Gefahren für bebaute Grundstücke gebe es nicht. „Demnächst wird es einen Termin mit dem Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Darmstadt geben“, so ein Sprecher der Stadt.

Mehrere Dämme haben die Biber zum Schutz ihrer Burg im Hellenbach gebaut.

Wie viele Biber momentan im Hellental leben, ist unklar. Die Tiere haben meist zwei bis drei Junge. „Die Unklarheit rührt daher, dass Biber jährlich wieterziehen“, heißt es. In Hanau haben sich Biber mittlerweile wieder an mehreren Stellen am Main, darunter in Großauheim und am Steinheimer Altarm sowie im Fallbach angesiedelt. Im Hellental gibt es Biber wieder seit 2016.

Auch die Fallbach-Biber sorgten unlängst für Aufsehen. Sie hatten den Bach so weit aufgestaut, dass angrenzende Gebäude gefährdet waren. An Heiligabend ließ die Stadt darum einen Biberdamm kurzerhand ein Stück abtragen (wir berichteten). Und auch in Offenbach gibt es Probleme wegen Biber-Aktivitäten. Angenagte Bäume drohen auf den viel befahrenen Mainradweg zu fallen.

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