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Süßer Nachwuchs: Rund 40 Frischlinge haben in den letzten Tagen in der Alten Fasanerie das Licht der Tierwelt erblickt.

Tiere warten weiter auf Besuch

Wildpark und Forstmuseum verzeichnen Einnahmeausfälle im sechsstelligen Bereich

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Der Wildpark und das Forstmuseum an der Alten Fasanerie in Klein-Auheim bleiben vorerst geschlossen. „Wir müssen uns an die Anweisungen der Hessischen Landesregierung, die diese Verordnung erstellt hat, halten“, sagt der für den Wildpark zuständige Forstamtsleiter Christian Schaefer.

„Ministerpräsident Volker Bouffier hat am Donnerstag in der Pressekonferenz eindeutig gesagt, dass Wildparks, Zoos und Museen noch nicht geöffnet werden. Sollten wir irgendwann dann öffnen dürfen, sind wir schnell handlungsfähig. Der Wunsch ist natürlich da, und wir würden gerne möglichst bald öffnen“, sagt Schaefer. 

Entsprechende Hygiene-Vorkehrungen wären schnell getroffen, führt der Forstamstleiter beispielhaft das Anbringen von Abstandsmarkierungen vor der Kasse oder Warn- und Hygienehinweise an, so wie es sie laut Schaefer etwa in Baumärkten gibt. „Durch den Wegfall von Eintrittsgeldern haben wir erhebliche Einnahmeausfälle.“ Derzeit herrsche ideales „Frühjahrswildparkbesuchswetter“, der Park wäre sicher sehr gut besucht. Der Forstamtsleiter beziffert die Einnahmeausfälle in der bislang fünfwöchigen besucherlosen Zeit auf „deutlich über 100 000 Euro“. 

Junge Zicklein gehen spazieren

Besonders schlimm treffe es da vor allem die Greifvogelschau, zudem die Ponyführungen und auch die Kioske im Wildpark. Schäfer: „Und die Kosten laufen ja weiter, denn die Greifvögel und Ponys müssen ja weiterhin gefüttert werden.“ Derweil vermissen vor allem die Polarwölfe und Ziegen die Wildpark-Besucher, letztere vor allem wegen der von den Besuchern an der Kasse gekauften Futtertüten. 

Die jungen Zicklein im Streichelgehege nutzen die ungewöhnliche Ruhe auf den Wegen, um durch den Gehegezaun zu schlüpfen und auf der gegenüberliegenden Wiese das zart sprießende Grün zu fressen. Gleich drei wilde Feldhasen genießen die Ruhe, tummeln sich bei frühlingshaftem Vogelgezwitscher im Wisentgehege. 

Polarwölfe der Alten Fasanerie scheinen sich zu langweilen

Die Polarwölfe eilen sofort herbei, wenn sie einen Menschen wahrnehmen. Den drei Weißen scheint langweilig zu sein – im „Wolfs-TV“, auf den am Gehege führenden Wegen ist kein Mensch zu sehen. Kolkrabe, Nilgans, Feldhase und die drei im Wildpark frei lebenden Rehe haben das weitläufige Wegenetz für sich erobert. Bei den Mufflon-Wildschafen und in den Wildschweingattern hat sich weiterer Nachwuchs eingestellt. 

Zur wenigen Abwechslung für die Polarwölfe gehört ein Blick auf die Goldfische im Weiher des Polarwolfgeheges oder der Blick durch die Plexiglasscheibe auf die Tierpfleger.

Zehn Muffellämmer erblickten um Ostern das Licht der Tierwelt. Und an die 40 Frischlinge tummeln sich im Ost- und Westgatter. „Das traumhaft schöne Wetter sorgt für beste Aufzuchtbedingungen“, hat Biologin Dr. Marion Ebel festgestellt. Die wenige Tage alten Frischlinge mit ihrem typisch längsgestreiften Fell erforschen neugierig ihre Umgebung – stets von der Bache gut bewacht. „Das Muttertier verteidigt ihren Nachwuchs vehement gegen jeden noch so großen Feind“, weiß die Biologin. Die Frischlinge wurden in einem Kessel, meist eine vertiefte Grube an einem Wurzelstock oder umgefallenen Baum, geboren. 

Wichtige Reparaturen

„Ganz so still ist es im Wildpark ab und an dann doch nicht. Es gibt einzelne kleine Aktivitäten“, sagt die Wildpark-Fördervereinsvorsitzende Hannelore Moravec, die mittwochs und samstags die Rhododendronbüsche am Gerhard-Schulz-Haus bewässert und die Eichörnchen mit Nüssen füttert. 

Frank Moravec vom Ehrenamtlerteam des Fördervereins repariert den Zaun am Büro von Wildparkbiologin Dr. Ebel.

Ihre „bessere Hälfte“ Frank Moravec vom Ehrenamtlichenteam des Fördervereins erneuerte unlängst den Holzzaun an Ebels Büro. Am Samstag reparierte er das Türschloss am Wildparktor. Im Waschbärengehege dichtete er den Wasserlauf an und baute ein erkletterbares Holzhäuschen. 

Patenschaften für die Tiere

„Obwohl der Wildpark geschlossen ist, gibt es bisher keine Austritte von Fördervereinsmitgliedern. Ganz im Gegenteil – wir haben sogar Spenden zur Unterstützung der Fördervereinsarbeit bekommen“, hat die Vorsitzende erfreut festgestellt. Zudem gebe es 20 neue Tierpatenschaften etwa beim Dam- und Sikawild (200 Euro pro Patenschaft), bei den Hausziegen (125 Euro), Thüringerwaldziegen (150) sowie den Mufflons (100) und Wildschweinen (100). Die Möglichkeit von Tierpatenschaften gebe es aber weiterhin unter anderem bei Rot- und Sikawild, Wildschweinen und Mufflons.

Zehn Lämmer wurden rund um Ostern im Mufflongehege geboren. Sie erkunden neugierig das Außengehege.

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