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Glückliche Vierbeiner: Die Vermittlungszahlen im Hanauer Tierheim sind derzeit relativ hoch.

Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist groß

Trotz Corona: Viele Menschen holen sich Hund oder Katze aus dem Tierheim Hanau

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Überfüllte Tierheime, weil Menschen in diesen unsicheren Zeiten ihre Schützlinge vorsorglich abgeben oder weil Corona-Patienten sich nicht mehr um ihre Haustiere kümmern können? Zumindest für das Hanauer Tierheim haben sich diese Befürchtungen bislang nicht bestätigt.

Im Gegenteil, wie Tierheim-Leiterin Petra Dragoman im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet. Erstaunlich viele Menschen sind in diesen Tagen bereit, Hunde oder Katzen aus der Einrichtung bei sich aufzunehmen.

Schulungen und Stammtische fallen aus

Gleichwohl bringt die Krise natürlich Einschränkungen für den Betrieb mit sich, über die der Tierschutzverein auch auf der Homepage informiert. Schulungen für Gassigeher, Stammtische oder Treffen der Jugendgruppe können derzeit nicht stattfinden. Und Vermittlungstermine sind nur nach vorheriger Vereinbarung möglich. So können die Mitarbeiter des Tierheims ausreichend Zeit für die Besucher einplanen und sicherstellen, dass nur eine begrenzte Anzahl von Menschen im Haus ist.

Auch ist der Zutritt aufgrund verstärkter Vorsichts- und Hygienemaßnahmen nicht mehr frei möglich. Besucher müssen am Eingang klingeln und sind angehalten, auf dem Gelände den Mindestabstand von eineinhalb Metern einzuhalten. Wer Erkältungssymptome zeigt, sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu Erkrankten hatte, darf das Tierheim nicht betreten.

Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist groß

Auch wer ein Tier gefunden hat oder abgeben muss, soll sich vorab telefonisch melden. 22 Hunde, zehn Katzen und 24 Nager befinden sich nach Angaben von Petra Dragoman aktuell in der Obhut des Tierheims. Damit hat die Einrichtung noch ausreichend Kapazitäten für weitere Tiere. Und auch die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung sei groß

 „Es gibt nette Menschen, die anrufen und fragen: Was braucht ihr?“ Die eingekauften Spenden werden dann nach Absprache an der Tür abgestellt beziehungsweise abgegeben. In Absprache mit der Stadt Hanau hat der Tierschutzverein außerdem eine Regelung für die Fütterung der Tauben in der Innenstadt gefunden.

Tierheim plant drittes Taubenhaus in Hanau

Eigentlich betreuen die Mitglieder im Stadtgebiet zwei Taubenhäuser (im Hafen und im Tierheim), um eine unkontrollierte Vermehrung der Tiere zu vermeiden. Ein weiteres soll am Kanaltorplatz entstehen – in der kleinen Parkanlage zwischen Philippsruher Allee und Postcarré.

Dort hat die Stadt Hanau nun für die Zeit der Krise eine vorübergehende Fütterung der Tauben erlaubt. Speziell ausgewiesene Mitglieder des Tierschutzvereins kümmern sich darum, damit die Tiere angesichts leerer Innenstädte nicht verhungern müssen. Normalerweise gilt in der Stadt ein Fütterungsverbot. Nachdem auch viele Bürger ihre Sorge um die Tauben kundgetan hatten, wurde unbürokratisch eine Lösung gefunden.

Infos und Kontakt

Das Tierheim Hanau, Landstraße 91, ist per E-Mail an kontakt@tierheim-hanau.de oder unter der Telefonnummer 0 61 81/4 51 16 zu erreichen.

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