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Motivierter Vorstand: Peter Jüngling, Jason Cooper, Harry Bauer und Philipp von Stockhausen bereiten den CSD 2020 vor. Nicht auf dem Bild ist Kassiererin Jenny Balser. Weil der Vorstand breiter aufgestellt ist, können Planung, Vorbereitung und Durchführung auf mehrere Schultern verteilt werden.

Corona-Krise

CSD mit Fragezeichen: Termin am 27. Juni eventuell nicht zu halten – Planungen laufen dennoch

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Am 27. Juni 2020 sollte der zweite Hanauer Christopher-Street-Day (CSD) stattfinden. Ob dieser Termin gehalten werden kann, ist zurzeit jedoch noch unklar.

Noch zu Beginn des Jahres, beim Jahresempfang des Christopher Street Day Hanau (CSD Hanau), waren die Vorsitzenden Peter Jüngling und Michael Marburger wenig optimistisch: Der gesamte Vorstand würde zurücktreten, wie es weitergehen sollte, war im Januar noch offen. Entgegen allen pessimistischen Erwartungen wurde auf der Jahreshauptversammlung des Vereins Anfang Februar ein neuer Vorstand gewählt. 

Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr ist eigentlich auch für 2020 ein CSD in Hanau geplant. Doch ob der geplante Termin am 27. Juni gehalten werden kann, ist unklar. Mit Jenny Balser, Harry Bauer und Peter Jüngling sowie Jason Cooper und Philipp von Stockhausen als Beisitzer ist ein „tolles Team“ gewählt worden, das die Herausforderungen einer CSD-Organisation gut bewältigen wird. Michael Marburger ist zum Ehrenvorsitzenden gewählt worden. 

Organisation soll auf mehrere Schultern verteilt werden

„Wir sind erst seit Kurzem im Amt, aber schon mittendrin in der Planung“, bestätigte Peter Jüngling auf Nachfrage Anfang März. „Wir haben uns breiter aufgestellt, verschiedene Arbeitsbereiche zum Beispiel für Getränke, Foto und Film oder Bühne eingeteilt. Vieles wird einfacher, weil die Netzwerke aufgebaut sind und wir nun auch wissen, in welcher Reihenfolge die Dinge am besten zu erledigen sind.“ 

Die Organisation des ersten CSD in Hanau 2019 war für Jüngling und Marburger ein richtiger Kraftakt; 2020 sollen sich Planung, Vorbereitung und Durchführung auf mehrere Schultern verteilen. „Wir suchen natürlich noch Helfer und Unterstützer, auch Sponsoren sind willkommen.“ Das Olof-Palme-Haus ist für die Veranstaltung am 27. Juni bereits reserviert; geplant ist ebenfalls eine Demonstration durch Hanau, die aller Voraussicht nach wieder in Kesselstadt starten wird. 

Mehrere Gäste wurden bereits angefragt

„Der Zug ist offen. Ab sofort können sich Teilnehmer auf unserer Internetseite anmelden“, so die Vorsitzenden. Der CSD Hanau sei zwar – verglichen mit Köln, Stuttgart oder Frankfurt – einer der kleinsten, aber einer der schönsten. Der genaue Verlauf durch die Stadt werde noch abgestimmt, so die Vorsitzenden Bauer und Jüngling. Für Anfang Mai wolle man das vollständige Programm für die Sommerevents veröffentlichen. 

Angefragt sei bereits Schauspieler und Chansonsänger Jo von Nelson, der sein Kommen für einen „Grammophon-Abend“ zugesagt habe. Auch der Frankfurter Benjamin Näßler wird in Hanau erwartet. Er ist Mr. Gay Germany 2020 und Repräsentant bei den bundesweiten Christopher-Street-Day-Veranstaltungen. Der 30-Jährige spielt beim FVV, dem Frankfurter Volleyball-Verein, einem der größten schwul-lesbischen Sportvereine in Europa und setzt sich gegen Homophobie im Fußball ein. 

14 Wochen bis zum CSD-Termin

Wie auch im vergangenen Jahr sind rund um den CSD Hanau verschiedene Events geplant, so die Schlagerparty, der Eröffnungsempfang oder „Kessel Buntes“. Zur aktuellen Ausnahmesituation wegen des Coronavirus ergänzte Peter Jüngling nach dem Gespräch: „Wir haben keine Personalkosten, müssen keine langfristigen Proben oder Verträge jedweder Art machen und sind deshalb insgesamt recht flexibel. Welche Entscheidung wir auch immer treffen – und ich persönlich bin aufgrund der zu erwartenden und absehbaren gesundheitlichen Entwicklung ziemlich sicher, dass wir zumindest verschieben müssen – hat für uns aktuell noch keine so große Relevanz. Wichtig ist primär erst einmal, dass wir möglichst alle unbeschadet über diese schwierige Zeit hinwegkommen.“ 

Man werde, so der Vorstand, die jeweilige aktuelle Situation sehr aufmerksam beobachten und Planungen und Maßnahmen sachgerecht und zum größtmöglichen gesundheitlichen Schutz der ausschließlich ehrenamtlichen Mitarbeiter und Gäste ausrichten. Noch seien es rund 14 Wochen bis zum 27. Juni. Die bis jetzt erlassenen Vorschriften und Verbote – an die man sich natürlich halten werde – reichten bis Mitte April. Deshalb wird auch das kommende monatliche Treffen am 5. April nicht stattfinden können. Abgesagt sind inzwischen die Planungen für das eigentlich vor dem CSD geplante Fußballspiel. 

Mehr Informationen im Internet

Je nach Lageentwicklung werden wahrscheinlich auch andere im Mai und Juni geplante Veranstaltungen abgesagt werden müssen. „Wenn es die Situation erfordert, werden wir natürlich auch den zweiten Hanauer CSD am 27. Juni absagen“, so Jüngling. „Diesen wollen wir aber keineswegs ausfallen lassen. Insbesondere da die Vorbereitungen auf dieses spektakuläre Event bereits recht weit gediehen sind, möchten wir ihn natürlich – so weit das überhaupt möglich ist – zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr veranstalten.“ 

Mehr Infos finden sie hier.

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