Trotz schwieriger Lage noch optimistisch: Petra Schöttner ist mit ihrem Reisebüro seit fast 30 Jahren in Hanau. Die Corona-Pandemie war für sie die größte Krise bisher.
+
Trotz schwieriger Lage noch optimistisch: Petra Schöttner ist mit ihrem Reisebüro seit fast 30 Jahren in Hanau. Die Corona-Pandemie war für sie die größte Krise bisher.

Schlechte Nachrichten

Die Ersten sind bereits dicht: Reisebüros kämpfen mit den Folgen der Corona-Krise

  • Lukas Reus
    vonLukas Reus
    schließen

Die Corona-Krise hat viele Branchen getroffen. Aber kaum eine hat es so hart erwischt wie die Touristik-sparte. Während Restaurants wieder öffnen und zu einem fast normalen Geschäftsbetrieb übergehen können, kämpfen Reisebüros immer noch mit der schwierigen Lage durch Corona – auch in Hanau. Manche mussten ihr Geschäft schon aufgeben.

  • Reisebüros befinden sich wegen Corona in einer Krise.
  • Die ersten Büros in Hanau müssen bereits völlig dicht machen.
  • Doch bei den Betreibern herrscht auch etwas Optimismus.

Hanau – „Als ich vor ein paar Wochen den ersten Flieger wieder am Himmel sah, da hab ich mich riesig gefreut“, berichtet Petra Schöttner, Inhaberin des Reisebüros Happy Holidays in der Rosenstraße, „denn die Wochen vorher waren katastrophal.“ Mit ihrem inhabergeführten Reisebüro ist die 55-Jährige nun schon seit beinahe 30 Jahren in Hanau. Seit vier Jahren hat sie ihr Geschäft in der Rosenstraße. „Doch so was wie die Corona-Krise habe ich noch nicht erlebt,“ erzählt sie.

Corona-Krise in Hanau: Veränderte Reiseziele machen Reisebüros zu schaffen

Zum 21. Juni wurde die Reisewarnung zwar für viele EU-Länder aufgehoben, dennoch gelten für viele beliebte Reiseziele der Deutschen, wie Türkei, Tunesien oder Ägypten, weiterhin Warnungen. „Ganz langsam geht’s bergauf“, sagt Schöttner optimistisch. Wenn Leute eine Fernreise buchen, dann geht es aktuell häufig nach Spanien oder Griechenland, so die Inhaberin. Ein Problem gerade für ältere Kunden sei das Formular, das beispielsweise vor der Einreise nach Spanien ausgefüllt werden muss. Nach Ausfüllen des Bogens bekommt der Reisende dann ein QR-Code auf das Handy, mit dem die Behörden vor Ort alle Daten schnell abrufen können. „Das mit dem QR-Code verstehen viele ältere Kunden zunächst nicht“, weiß Petra Schöttner, „ich sage dann immer: Das mit dem QR-Code ist ähnlich wie mit dem Code auf einer Pfandflasche; dann verstehen die Leute das auch“.

Dennoch seien viele Menschen weiterhin stark verunsichert, hätten Angst zu verreisen und fehlen somit den Reisebüros als Kunden. Auch beim Reisebüro Monika Schäfermeyer in Steinheim ist die Stimmung immer noch gedrückt: „Die Leuten sind total verunsichert durch das Hin und Her“, meint Matthias Schäfermeyer.

Hanau: Erstes Reisebüro wegen Corona bereits geschlossen

Die „Ballermann-Partys“ auf Mallorca und die Wiedereinführung der Maskenpflicht in Teilen Spaniens, hätten bei vielen Menschen die Angst aufkeimen lassen, in der Fremde in Quarantäne zu müssen und nicht wieder nach Deutschland zurück zu können. „Viele verreisen jetzt lieber innerhalb Deutschlands mit dem Auto“, vermutet Petra Schöttner. Und das bringe den Reisebüros kaum Kunden. „Kaum jemand in unserer Branche verkauft gerade viel“, berichtet auch Konstantin von Buttlar vom Reisebüro Flugbörse, „alle Mitarbeiter sind in Kurzarbeit.“

Während die einen noch um Kunden ringen, hat das Reisebüro Christe am Freiheitsplatz diese Krise wohl nicht überlebt. „Aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Situation müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass unser Büro ab sofort geschlossen ist“, heißt es auf einem Zettel, der im Schaufenster hängt. Telefonisch ist niemand mehr zu erreichen, auch die Website existiert nicht mehr.

Reisebüros in Hanau wegen Corona in der Krise: „Es wird wieder besser werden“

Doch trotz all der schlechten Nachrichten verliert Petra Schöttner nicht ihren Optimismus. „Es wird wieder besser werden, die Frage ist nur wann“, meint Petra Schöttner mit einem Lächeln. Schließlich sei Reisen auch ein Stück Freiheit. „Die Leute kommen vorbei und sagen, dass sie unbedingt wieder verreisen wollen,“ so Schöttner. Und die, die schon jetzt ins Ausland reisten, hätten auch viele Vorteile, meint Matthias Schäfermeyer: „Sie haben den Strand fast für sich allein.“ (Lukas Reus)

Die Krise hat starke Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt. Wir haben mit der Chefin der Agentur für Arbeit Hanau über die Situation in der Corona-Pandemie gesprochen. Alle aktuellen Entwicklungen zur Corona-Krise im Kreis Offenbach gibt es im News-Ticker.

Das könnte Sie auch interessieren